Schon vor einigen Tagen hatte ich ein Rezept entdeckt (aus „Das Rezept“ aus dem Online-SZ-Magazin), davon war ich schon beim Enthüllen des schönen Rinderhüftstücks von gestern inspiriert.
Also ging es heute wieder an das Herzstück von der Hüfte.
Diesmal habe ich keine ordentlichen Steaks, sondern dünne Scheiben abgeschnitten. Diese wiederum in Streifen portioniert.
Hüfte, die Zweite – jetzt kommt Asia
Die Hüftspieße
Die dünnen Hüftsteak-Streifen habe ich – weitgehend nach Rezept – mariniert:
Limettensaft
Sojasoße (es sollte helle sein, ich hatte allerdings nur dunkle)
im Mörser geriebene Korianderkörner
einige Esslöffel Kokosmilch
1 EL Kokosöl
ca. TL Sambal Olek
½ Schalotte, sehr klein gewürfelt
es fehlt: Ingwer, weil nicht vorhanden und weil es im Haushalt nicht alle mögen
Alles fein vermengen. Die Rindfleischstreifen werden vorsichtig mit der Marinade unter Zuhilfenahme meiner wunderbaren Einmalhandschuhe von Aldi eingeseift (sorry, der musste sein). Ich habe es ca. 3 Stunden in der Marinade belassen.
Die Rindfleischstreifen nach dem Marinieren auf Spieße wellenförmig aufstecken. Sie wurden unter dem lange vorgeheizten Elektrogrill des Backofens sehr zart und dank Marinade sehr aromatisch.
Der Gurkensalat
Auch dieser im Asia-Style:
1 Salatgurke (geschält, längs halbiert, mit einem Löffel von den Kernen befreit, quer in dünne Steifen geschnitten)
Handvoll Erdnüsse (gesalzen, geröstet und klein gehackt)
einige Esslöffel Kokosmilch
Sojasoße (die helle? Richtig, aber bei mir nicht vorhanden)
Limettensaft
1-2 TL brauner Rohrzucker
ggfs. etwas Salz
es fehlt: Ingwer und frischer Koriander, weil nicht vorhanden. Der Koriander sollte eigentlich durch Petersilie ersetzt werden, doch vergessen – ja, Entschuldigung, mein Verein hatte gerade im Fußball richtig, richtig schlimm verloren! Ich brauchte Ablenkung!
Aber auch so, ohne Grün, sehr lecker.
Als Beilage gab es den gleichen gewürzten Reis wie hier, er passte – obgleich er eher orientlastig ist – sehr gut zum Asia-Rind. Im Originalrezept war man der Meinung, die Gurke reiche als Sättigungsbeilage aus – na ja, wir waren dankbar, dass ich anderer Meinung war.
Am Kölner Großmarkt hat ein Argentinier seine Angebote aus Südamerika. Das Geschäft darf man auch ohne Großkundenausweis nutzen, und so falle ich dort dann und wann ein und greife in die Fleischtheke.
Traditionelles Steak aus der Pfanne
Das Herz der Hüfte vom argentinischen Rind
Es gab wieder das Herz der Hüfte aus Argentinien, erfahrungsgemäß ein wunderbares Fleisch. Davon wird es in den nächsten Tagen das ein oder andere geben. Ich habe da schon so ein paar Pläne 🙂
Heute wurden davon 2 Steaks geschnitten und in der Pfanne im Butterschmalz mit Knoblauch, 1 Zweig Estragon und Thymian gebraten (ca. 3 Minuten von jeder Seite, „muss man halt kucken“). Am Ende gesalzen und gepfeffert.
Hüftsteak vom argentinischen Rind
Die Beilagen sind schnell zubereitet
Gratinierte Kartöffelchen und grüne Bohnen mit Tomaten
Gratinierte Kartoffeln mache ich immer ganz simpel. Rohe Kartoffeln – in Scheiben geschnitten – in eine gebutterte Form schichten. Mit süßer Sahne (mit Salz. Pfeffer, 1 Knoblauchzehe, hier etwas Schnittlauch) begießen und im Backofen (180° Umluft) ca. 45-50 Minuten garen. Passt ja im Winter gut zu Steak.
geschichtete Kartoffeln, noch ohne Sahne
Die Böhnchen (Enden abgeschnitten und halbiert) in kochendes Salzwasser geben und ca. 10 Minuten kochen. Abgießen und eiskalt abschrecken. In den gleichen Bohnen-Topf ein gutes Stück Butter hinein und erhitzen, 1 Schalotte und 1 Knoblauchzehe (jeweils klein gewürfelt) und Tomatenstücke in die Butter geben, einen Schuss süße Sahne hinzu, Bohnen hinein. Während dieser letzten Vorbereitungen kann das Fleisch ein wenig ruhen.
Kurz und knackig, es gab heute Sushi aus einem Bochumer Supermarkt. Dort werden die Sushi vor den Augen der Kunden live von Asiaten zubereitet – frisch in die Box und schnell ins Rheinland verfrachtet. Man darf sagen, wie aus dem Sushi-Laden des Vertrauens, ein nettes flottes Abendessen.
Mein Anteil heute waren nur die kalt angerührten Soßen, und natürlich das Fotoshooting 🙂
Teriaki mit Rinderfond, Honig, Salz, Chili und schwarzem Sesamöl und Orangen-Zitronen-Limetten-Wasabi
Soße 1:
Teriaki, Rinderfond, flüssiger Honig, Salz, Chilischotenringe und schwarzer Sesamöl, Sesamöl
Soße 2:
Saft einer Orange, je ½ Zitrone und Limette, 2-3 TL Wasabipaste, Salz, 1 TL brauner Rohrzucker
Der Winter lässt nicht locker, sogar bei uns im Rheinland ist es richtig frisch. Da kamen wieder die Gelüste nach einem schönen Schmorgericht auf. Also kam das Angebot meines Gourmet-Händlers gerade recht: Kalbsbeinscheiben. Es sind zwar gleich 6 Fleischstücke im Paket, zuviel für zwei, aber das Wochenende hat ja auch zwei Tage – und wenn was übrig ist, darf es in der Woche den Feierabend kulinarisch anheben. Außerdem lohnt sich das Schmoren eigentlich nur in größeren Mengen. Man findet ja immer einen Grund, zu große Portionen zu kochen 🙂
sauber geschnitten
Von dem Gourmet-Händler stammt auch das Rezept zur orientalischen Variante, und da ich einiges aus der Empfehlung ohnehin im Haus hatte (wie z.B. getrockneten Aprikosen und die Mandeln), gab es gestern kein Halten mehr. Hier nun meine Interpretation des Originalrezeptes.
Die Zutaten für das orientalische Osso Bucco
Die Gewürze für die Kalbsbeinscheiben
Die Gewürze für die Beinscheiben
1 StangeZimt
3-4 Lorbeerblätter
Pimentkörner, schwarzer Pfeffer, 3 Nelken (allesamt im Mörser zerkleinert)
½ milde Chilischote
je 1 TL Curry und Baharat
Meersalz, Pfeffer
Möhren, Schalotten, getrocknete Aprikosen
Gemüse und Fonds
ein paar Möhren (längs geviertelt)
reichlich Schalotten (halbiert)
getrocknete Aprikosen (gewürfelt),
Saft einer Apfelsine
frischen Knoblauch (3-4 Zehen, in Scheiben geschnitten)
Rinderfond (hier selbst gemacht, weil der Hund Rinderbeinscheiben aufgekocht bekam; darf man eigentlich auch keinem erzählen…)
Sesamöl, Erdnussöl zum Anbraten, Meersalz
Und los geht’s –
Die Beinscheiben im Bräter von beiden Seiten kräftig anbraten, die Beinscheiben, die sich nach oben wölbten, habe ich am Rand mit der Haushaltsschere eingeschnitten, so blieben sie schön flach.
Die gemahlenen Gewürze darüber streuen, ebenso den Zimt und die Lorbeerblätter. Das Gemüse ebenfalls mit anbraten, salzen, alles mit Apfelsinensaft und Fond ablöschen.
Die Scheiben können schön schmoren, wenn der Fond sie zu zwei Drittel umschwärmt. Den Bräter hab ich mit Alufolie abgedeckt, damit die Flüssigkeit nicht zu schnell verdunstet.
Für ca. 2 Stunden in den Backofen bei 160-180 Grad. Nach einer Stunde Flüssigkeit kontrollieren, ggfs. etwas Fond nachgießen.
Der Reis
In der letzten halben Stunde den Reis zubereiten. Es gab Langkornreis mit Wildreis gemischt. Die Gewürze kommen schon zu Beginn in das Reiswasser.
1 Kaffeebecher Reis
2 Becher Wasser
gemahlener Kurkuma und Kreuzkümmel
Salz
Mandeln (zerhackt und in der Pfanne geröstet)
Den Reis 20 Minuten kochen, die Mandeln in den letzten 5 Minuten dazu geben. (Auf die empfohlenen Berberitzen habe ich verzichtet.)
Frisch aus dem Ofen – den aromatischen Geruch sieht man leider nicht….
Der Genuss
Also, der Duft der Gewürze ist schon wunderbar. Das liebe ich an Schmorgerichten, wie der Appetit sich von Minute zu Minute steigert.
Und ich finde, es sah auch toll aus! Voilà! Also, wenn mal wieder Besuch kommt, kann man das durchaus nochmal zubereiten…
Es ist Zeit für leichte Kost – und für den Winterkabeljau
Das geht auch mal schnell in der Woche!
Am Rosenmontag blieb ich in diesem Jahr – ganz gegen meine sonst rheinischen Gewohnheiten – häuslich. Morgens ging ich zu meinem Gourmet-Fischhändler, kaufte dies und das und….. Skrei, Winterkabeljau. Es gibt ihn wieder. Dieser Fisch ist wirklich wunderbar. Na ja, und nach dem lecker Essen für Zwei blieben noch 2 schöne Stücke übrig, die säuberlich einfroren wurden.
Heute dürfte eines der Stücke am frühen Morgen aus dem Tiefkühlschrank in den normal kühlen Schrank umziehen, so dass es am Abend weitgehend aufgetaut und zur Zubereitung fertig war.
Hin und Her, was mach ich nur? Letztlich haben am Abend mein Appetit und meine immer anwesenden Gelüste auf Nudeln gesiegt. Aber: Leichte Kost sollte es dennoch sein. Also:
Zutaten für 1 Person:
Zucchinispiralen und Winterkabeljau, bereit für die Pfanne
ca. 200 g Skrei (mit Haut, als Loin von allen Gräten und Seitenteilen befreit)
1 Zitrone (genauer ½), hier: die milde Amalfizitrone
1 mittlerer Zucchino
ca. 90 g Tagliatelle (hier: Barilla)
Olivenöl
Dill, Salz, Pfeffer
kleine Tomätchen o.ä. als Garnitur
ein Gläschen Sekt oder – hier – Prosecco
Die Zucchininudeln
Ratz fatz mit dem Spiralschneider in – diesmal breite – Nudeln schneiden.
Ein paar Streifen Zitronenschale dünn abschälen. Bereit halten.
Zucchinispiralen mit Zitronenschale
Die Zubereitung
Das geht ebenfalls recht flott – ist ja auch ein Abendgericht in der Woche:
Der Winterkabeljau
Skrei salzen und pfeffern, in das mittel-heiße Öl in der Pfanne mit der Hautseite nach unten legen, schon mal ein paar Streifen Zitronenschale hinein geben. Wenn die Haut gebräunt ist (nach ca. 3 Minuten?), einen weiteren guten Schuss Olivenöl und weitere Zitronenschalenstreifen in die Pfanne geben, den Fisch rumdrehen – nur kurz. Wieder auf die Hautseite drehen, erneut ca. 1-2 Minuten in der Pfanne lassen, mit dem aromatisierten Öl begießen. Dann mit dem Öl ab in den Backofen auf niedriger Temperatur (ca. 100 Grad). Wenn gewünscht dürfen ein paar kleine Tomaten mit in den Backofen.
Die Zucchininudeln
Kaum ist der Fisch im Ofen, neues Olivenöl in die Pfanne geben und die Zucchinispiralen mit den Zitronenschalen, Meersalz und Pfeffer in die Pfanne geben. Nach ca. 3-4 Minuten sind sie bissfest und gar.
Inzwischen die echten Nudeln 6 Minuten im Salzwasser kochen.
Zucchininudeln in der Pfanne
Das Anrichten
Alles fein hübsch anrichten, gehackten Dill als Garnitur bereit halten, ein nettes Foto, ein Gläschen Prosecco – et voilà!
Es ist schon ein wenig vermessen, bei diesem Sonntagsessen von „Resteessen“ zu sprechen – gleichwohl hab ich die Zutaten und Komponenten allesamt in der Weihnachtszeit ins Haus geschleppt oder vorbereitet. So war dieses Gericht in der Zubereitung ein Leichtes:
Feines Rehgulasch mit schwäbischen Spätzle und eingelegten Birnen
Das geschnittene Fleisch für das Rehgulasch hatte ich sicherheitshalber als Reserve eingefroren – nach Weihnachten gibt es ja nur schwer Wild zu kaufen, aber im Winter schmeckt es doch immer lecker. Außerdem landete im Tiefkühlfach die Soße, die an Heiligabend zu den drei Rehkeulen (für 11 Personen :-)) gezaubert wurde.
Rehgulasch mit Portwein, Marsala und Rotwein
Das geschnittene Fleisch mit einigen Würfeln Möhren und Petersilienwurzel mit Butterschmalz kräftig anbraten, mit Rotwein, Marsala sowie rotem Portwein ablöschen, bis das Fleisch bedeckt ist. Einige Gewürze hinzu geben, dies macht man am besten im Gewürzsäckchen: Wacholder, Lorbeerblatt, 1-2 Nelken, schwarzer Pfeffer, salzen. In meiner Resteversion hatte ich es leichter, ich nahm die aufgetaute durchgesiebte Weihnachtssoße mit den identischen Komponenten. Abschmecken lässt sich die Soße sehr gut mit einem Löffel Preiselbeeren.
Alles aufwallen lassen, Deckel des Bräters drauf, 1 1/2 Stunden zum Schmoren in den Backofen (180 Grad Umluft), ab und zu die menge an Flüssigkeit prüfen. Zum Finish nach Bedarf ein wenig binden (Löffelchen Mehl, das in Wasser aufgelöst wurde, oder gefrorene Mehlbutter) und einen Schuss süße Sahne einrühren, aufkochen, mit Petersilie bestreuen – fertig.
Es war noch eine Reservedose Pfifferlinge im Haus – extra klein -, die kam ebenfalls in den Gulasch, feiner sind natürlich frische oder kleine TK-Pfifferlinge. Solche waren jedoch nicht zu bekommen. Doch ich mag es auch so.
Resteessen aus dem Weihnachtsfundus
Die geheimen Spätzle
Tja, die Spätzle wurden Weihnachten von der schwäbischen Dame und Hausfrau zu unserem Familienmenü vorbereitet und ins Rheinland verfrachtet. Jedes Mal eine große Freude für die Kölner Festtagsteilnehmer, die original schwäbischen fluffig-leichten Spätzle zu vertilgen. Ein Pfund davon haben wir gerettet und in den Tiefkühler evakuiert. Die Spätzle mussten nun nur langsam aufgetaut und ordentlich in der Pfanne gebraten werden. Wunderbar flockig. Leider kann ich mit dem Originalrezept – noch – nicht dienen. Aber ich bemühe mich drum.
Zweierlei Birnen im Gewürzsud
In der Vorweihnachtszeit hatte ich bereits die Birnen eingelegt bzw. eingekocht:
Eine Variante mit den Hälften von größeren Birnen – mit Weißwein, weißem Portwein und einigen Gewürzen wie Zimt und Nelken. Die Birnenhälften werden klassisch mit Preiselbeeeren aus dem Glas gefüllt.
In der zweiten Variante nahm ich kleine Birnen, die im Ganzen geschält und ebenfalls in einem Gewürzsud aus Weißwein, weißem Portwein, Noily Prat, Zimt, Kardamon, Nelken, eine Vanilleschote, Schale einer Zitrone, 1 Sternanis und wenig natürlichem Rohrzucker ca. 20 Minuten geköchelt wurden, bis sie ein „bissfest“ wurden. Sodann kommen die Birnen in Einmachgläser, den heißen Sud jeweils darüber geben und fest verschließen.
Beide Varianten halten so locker mehrere Wochen (bei mir waren inzwischen 8 Wochen vergangen). Der Gewürzsud der 2. Variante hat mir besser geschmeckt. Das passt auch im neuen Jahr hervorragend zu Wildgerichten.
Und hier, für den Interessierten, das
Ursprungsmenü am Heiligen Abend 2017
in Kurzform. Ich kann es halt nie dokumentieren, weil für die Fotos keine Zeit bleibt (ist ja außerdem Weihnachten):
Zur Begrüßung Datteln im Speck aus dem Ofen und Aperetiv
Maronensüppchen mit Jakobsmuscheleinlage
Lachstatar mit Avocado und Nordseekrabben
Rehkeulen mit leckerer Soße (s.o.), schwäbische gebratene Spätzle, Sahne-Spitzkohl (sonst auch gerne Rosenkohl), Pfifferlinge mit Speck, Birnen aus dem Gewürzsud und Preiselbeeren
Spekulatius-Tiramisu mit Himbeeren aus dem Glas
Üppige Käseplatte mit Trauben
Plätzchen, Springerle oder wie die kleinen Gebäckstückchen sonstwo heißen sowie einige Plättchen von geschmolzenem Rohrzucker mit Nüsschen und Samen
Es geht weiter – die Reste des Silvesterracletts sind noch lange nicht aufgebraucht. Nachdem nun der eher verderbliche Fisch verspeist ist, kam als nächstes eine Wok-Ente dran. Der ursprüngliche Raclette-Serviervorschlag ging so: Entenbruststreifen auf dem heißen Stein braten, dazu geschmolzenen Camembert mit Preiselbeeren anrichten.
War schmackhaft. Dennoch schaffte es eine Entenbrust ins neue Jahr. Diese wurde nun zum
Wok mit Entenbrust und Mango
Damit ist eigentlich auch schon die Zubereitung erzählt. Es wurde
das Fleisch einer kleinen (weiblichen) Entenbrust in Streifen geschnitten, scharf in der neuen beschichteten Wok-Pfanne in Erdnussöl angebraten. Hinzu kamen zunächst
1/2 rote Zwiebel und
bereits geschnittene rote Paprikaschoten (Silvester…) und ein paar Ringe einer milderen roten Chilischote.
Ordentlich salzen und mit Sezuanpfeffer sowie ein wenig frischem Koriander und Petersilie und einigen Scheiben Limetten anreichern.
Erst am Schluss das in Stücke geschnittene Fruchtfleisch von 1/4 Mango in den Wok geben.
Mit einem Schuss weißem Portwein ablöschen (Sherry oder Reiswein war „aus“), nach Belieben mit süß-scharfe Chilisoße und/ oder mit der aufgepeppten Sojasoße nachwürzen.
Dazu gab es ein paar dünne Thai-Nudeln, Reis wäre sicher auch gegangen.
Und die meisten Gäste wollen die leckeren übrig gebliebenen Zutaten nicht mit in ihr Haus schleppen: „Nein nein, behalt Du das mal!“ Obwohl sie selbst ausgiebig an der Vorbereitung beteiligt waren und diverse Köstlichkeiten ihrerseits nur wenige Stunden vorher in das Gasthaus geliefert haben.
es gab ein paar Kleinigkeiten
Büttö, also werde ich in der nächsten Zeit diverse Leckereien verzehren. Ich für meinen Teil komm klar. Überlegt Euch beim nächsten Mal besser, ob Ihr nicht doch „Reste“ mitnehmen wollt, wenn Euer Gastgeber Euch dies mehrfach anbietet.
Heute gab es vom Silvester-Raclette-Grill-heißem Stein und so
Thunfisch, asiatischen Lachs, Jakobsmuscheln, Soßen und zweierlei Salat.
Im Einzelnen waren dies
Thunfisch, in schwarzem Sesam gewälzt,
Jakobsmuscheln mit einer Gewürzmischung aus Zitronen und getrocknetem Zitronensaft (O-Ton der Gewürzmischung), Knoblauch, Chili.
Beides in der Pfanne vorsichtig gebraten und mit Fleur de Sel abgerundet.
Außerdem
einen Kringel von asiatisch marinierten Lachsstreifen (Chili-Sesam-Öl, Korianderkörner, Meersalz, Limettenzesten, wenig Limettensaft, schwarzer Sesamöl)
aus dem Backofen (180° Umluft ca. 4-5 Minuten, innen nicht komplett durchgegart).
Dazu junge Blattsalate, die in der Salatschleuder auf dem Balkon auf das Asia-Dressing (selbstgemachte Mayonnaise, Chili-Sesam-Öl, Salz) warteten. Garniert mit etwas Sojasoße (mit Chili, Sesamöl, Salz verfeinert). Und der leckere Mangosalat (mit Chili, Frühlingszwiebeln, weißem Balsamico), den die Freundin mitbrachte, passte bestens dazu.
Ich komme durch 🙂 Man muss sich keine Sorgen machen.
Vor einigen Jahren an der Amalfiküste (südlich von Neapel) verbrachte ich einen müden Tag am Pool, mein IPad auf dem Schoß hab ich das in die Tasten gehauen, was mir so zum Treiben an dieser Kiste auffiel. Als herbstlicher Rückblick auf einen der schönsten Küstenabschnitte dieser Welt darf dies heute in die Öffentlichkeit. Das laute Treiben möge den ruhigen Feiertag heute ein wenig aufmischen.
Zwischen Staunen und Schwärmen
Hm, irgendwann muss mal irgendwer all die vielen Terrassen in den steilen Amalfitana-Fels gebaut haben, darauf Zitronenbäume, deren Kronen von Gerüsten aus groben Ästen gehalten werden. Am Ende der Terrassen sind jeweils schwarze und grüne Netze zusammen gerollt, sie schützen die Zitruspflanzen im Winter vor den kalten Winden und im Sommer vor kleinen gefräßigen Wesen.
Ein schattiger Sitzplatz auf der Terrasse
An anderer Stellen sind auf den Terrassen ganze Häuser errichtet, hoch hinaus, im Inneren mit kleinen Zimmern, außen immer eine lauschige Ecke unter Rankpflanzen, meist Wein oder Knöterich, auch einige gelbe Amalfi-Zitronen, die sich den Freisitz anschauen.
Terrassen an der Amalfiküste
Die Busse der Amalfitana
Immer zu hören sind die Busse, die – meist überfüllt – die Menschen über die enge Küstenstraße schuckeln. Die Busfahrer haben eine eigene Sprache entwickelt, und man tut gut daran, diese als Nutzer der Straße zu verstehen. Ein energisches mehrfaches hochtöniges Törö-lörölö heißt WEG DA, ICH KOMM JETZT UM DIE KURVE, ein kurzes Tlö oder auch Tölö heißt DANKE oder auch BITTE oder auch, wie es bei uns in der Dienstleistungsgesellschaft heißt: GERNE!!! (ebenfalls hochtönig bis flötend gesprochen). Die Ungeduld des Busfahrers manifestiert sich langsam, aber unüberhörbar, sobald ein entgegenkommender Autofahrer nicht schnell genug Platz macht: Töllö (FAHR), Töllölöö (MEIN GOTT! NUN FAHR, SO KOMM ICH NICH RUM) und dann ein Tlölöölöö-lölölöööö-tädätä (WIE KANN MAN NUR SO BLÖD SEIN?!), letzteres begleitet von Schimpfen und verbalen Anweisungen des Busfahrers an den Begriffsstutzigen durch das geöffnete Fenster….
2 Busse auf der engen Straßeund rum um die Kurve
Entgegenkommende Busse verstehen sich meist ohne „Worte“, in der Kurve setzt halt einer zurück, der andere folgt ihm subito, so sehen sich Busfahrer und Busfahrer beim Kurventanz in die Augen, sie verabschieden sich mit Tlöö, beantwortet mit tölö… alles klar?
Die anderen Verkehrsteilnehmer
Welpenschutz haben auf der Küstenstraße die Rollerfahrer. Auch Busfahrer nehmen Rücksicht und lassen die Vespas gewähren, wenn sie doch noch schnell an ihnen vorbeisausen, obwohl schon für das dicke Gefährt alleine kein Platz ist. So als seien die Busfahrer den Zweiradfahrern dankbar dafür, dass sich nicht auch noch die Straße mit Autos verstopfen…
Fußgänger und Fahrradfahrer werden hingenommen wie eine am Rand stehende Mülltonne, man hält als motorisierter Straßennutzer beim Vorbeifahren auch nicht mehr Abstand als zu dieser, hat eigentlich gar kein Verhältnis zum unmotorisierten Teil dieser Erde. Man tut ihr nichts, aber man kommt auch gut ohne sie klar.
Armer Fußgänger auf enger Küstenstraße
Deshalb gibt es auch außerhalb der im Felsen der Küste hängenden Ortschaften kaum Gelegenheit, einen netten Spaziergang zu machen. Einfach nur mal zur Entspannung eine Passegiata machen, ohne am Ende feststellen zu müssen, dass man einen der legendären 1.000 Stufenpfade erklommen hat, der schon seit Jahrhunderten den einen berühmten Felsenort mit dem anderen weniger berühmten Küstenort verbindet? Einfach nur mal so? Geht nicht.
Positano
Zugegeben, in einem solch schwachen Moment malt man sich als Ruhesuchende aus, wie die Küstenstraße verkehrsberuhigt wirken könnte: nur elektrisch betriebene schmale Busmutanten, die in kurzen Intervallen in die eine oder andere Richtung schleichen, kein Individualverkehr natürlich, Rollerfahrer sind out, Spaziergänger sind relaxt. In der Hightechvariante noch etwas schräger: Führerlose Waggöngchen, die auf Schienen dahergleiten, ein kurzer Stopp und weiter gehts rauf und runter im Flüstertempo.
Doch: Wenn man dort so sitzt und auf das Treiben der Straße hinabschaut, kann jedenfalls ich mir die Küste nicht ohne Tölööös und tlös vorstellen.
Es sollte eine Vorspeise für 3 Personen werden, mein Fischthekenmann fragte noch – das Messer in der einen und das opulente Schwertfischfilet im großen Ganzen in der anderen Hand: „600 Gramm?“ Ich rheinisch-fröhlich (obwohl ich 200 Gramm feinsten Fisch als Vorspeisenportion eigentlich recht üppig finde): „Jo, ja!“
Stattliches Stück vom Schwertfisch
Er schnitt ein sehr schönes Stück ab, wog es – et voilà: „800 Gramm.“ Und so kam es, dass der wunderbare Fisch an zwei Tagen hintereinander auf den Tisch kam.
Schwertfisch-Carpaccio vom Schwertfisch mit Amalfizitrone
Das Schwertfischstück ca. eine Stunde in den Tiefkühler legen und mit einem scharfen Messer so dünn wie möglich aufschneiden, die Scheibchen auf dem Teller auslegen. Eine Schneidemaschine hab ich nicht, die Scheiben dürften also durchaus dünner und gleichmäßiger als nach meiner Handarbeit sein, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Darüber gab es ein Amalfizitronensößchen:
Schwertfischcarpaccio mit Amalfizitrone, gründen Pfeffer und Avocado
Eine Hälfte der Zitronen auspressen, die andere in kleine Stücke schneiden (mit Schale), mit etwas Öl in einer Pfanne anschwitzen, 2-3 Frühlingszwiebeln, eingelegten grünen Pfeffer und etwas Brühe hinzu geben, je nach Geschmack mit etwas ausgepresstem Saft verlängern.
Rotgarnele vom Grill mit Zitronensoße
Mit Salz und einer Prise Zucker abschmecken. Abkühlen lassen, fertig. (Ehrlich, ich hatte diese Soße noch vorrätig von einem Garnelenteller, dazu passt sie also auch vorzüglich).
Diese Soße auf den Schwertfisch-Scheibchen dünn verteilen, mit Fleur de Sel würzen, weiteren grünen Pfeffer auf dem Carpaccio verteilen, einige Avocadostückchen (im Saft der restlichen Zitrone mariniert) drapieren, ein paar Kräuter (hier Kresse). Sehr gelungen.
Gegrillte Schwertfisch mit grünem Erbsenpüree
Am nächsten Tag wurde das verbliebene ordentlich bemessene Schwertfischsteak für den Grill vorbereitet. Gewürzt mit Fleur de Sel, ein wenig Pfeffer und belegt mit einigen Kräutern (Oregano, Thymian) und ein bisschen Olivenöl mariniert wartete es auf seinen Auftritt.
Mariniertes Schwertfischsteak
Dazu sollte es das Erbsenpüree geben. Ich mag dieses nicht, wenn es aus getrockneten Erbsen stammt (mag auch keine klassische Erbsensuppe). Also nahm ich ein Rezept mit frischen grünen (TK-) Erbsen. Simpel und wie ich finde richtig, richtig lecker. Eignet sich auch gut als Sättingsbeilage:
Die Erbsen mit ein wenig Zwiebelwürfeln in Öl anschwitzen, einen Schuss süße Sahne in den Topf geben, 5-6 Minuten köcheln lassen. Salz und Pfeffer nicht vergessen. In der Küchenmaschine fein pürieren. Fertig.
Als Topping passen dazu in Streifen geschnittene Zuckerschoten, in der Pfanne in Öl gebrutzelt.
Sobald diese Beilagen fertig vorbereitet sind, den Fisch auf den vorgeheizten Grill bei voller Hitze von jeder Seite ca. 5 Minuten grillen.
Das Steak auf den Teller, daneben das Erbsenpürree nett mit einem Servierring in Form bringen, das Topping oben auf. Es schmeckt dann auch ein Sekt rosé dazu. Voilà:Dem großzügigen Fischthekenmann sei Dank: Es war ein ungeplantes, doch sehr angenehmes Abendessen.
Das Wetter in dieser Woche (für Spätleser: „für die Jahreszeit zu kühl, Dauerregen, Starkregen“, ungemütlich den ganzen Tag) erinnert mich an einen Urlaub vor 4 Jahren in Italien.
Hatte ich mich auf diesen Urlaub gefreut! An der Amalfiküste, die ich eine halbe Ewigkeit zuvor einmal in einem Urlaub kennenlernte. Und es war wirklich wunderschön dort, die Steilküste mit den in den Fels geschmiegten Häuschen, Meerblick, die italienische Küstenstraße mit dem Gehupe und Gedränge und – natürlich – die kleinen Restaurants mit ihren herzlichen zugewandten Besitzern und ihrer sowas von typischen Speisekarte. Ein Traum!
Ein Traum
weinberankte Terrasse
An der Steilküste gebaut
Küstenstraße
Abends kamen wir nach einem kleinen (lebensgefährlichen) Spaziergang an der Küstenstraße entlang in den Ort (es war Minori, eine ¾ Stunde Busfahrt bis Positano) und fielen gleich dem ersten Restaurantbesitzer in die Hände. Restaurant ist wohl übertrieben, Antonio hatte ein winziges Ladenlokal mit dahinter liegender Küche, zum Essen nahm man Platz an seinen Tischen auf dem Marktplatz. Während unseres Urlaubs konnten wir (zumindest am Marktplatz) in keinem anderen Lokal und dessen Tischen Platz nehmen. Er sah uns schon von weitem und brachte uns wie selbstverständlich zu einem seiner gedeckten Tischlein. Wir hätten es auch nicht übers Herz gebracht, ihn zu versetzen. Eines Abends hat er uns (2 Damen jenseits seiner Altersklasse) sogar nach Hause gefahren, um uns den Anstieg und den Weg entlang der Straße zu ersparen. So nett! So herzlich, so aufmerksam!
Bei ihm gab es auch meine ersten Spaghetti al Limone im Original. Meinen eigenen Rezeptversuch „nach Amalfiart“ findet ihr weiter unten.
Wir konnten uns nur wohl fühlen. Denn die amalfitanischen Gerichte auf seiner Speisekarte waren perfekt. Einfach, geschmackvoll, ohne Schickimicki, wunderbar. Und einen Limoncello gab es obendrein, immer, versteht sich!
Und dann kam der Regen
Und so schließt sich der Kreis zum heutigen Wetter. Es begann zu regnen und hörte 5 Tage nicht mehr auf. Ein Tief drehte und drehte sich über uns. So wie bei uns.
Amalfiküste im Regen
Wir gingen natürlich weiterhin zu Antonio, setzten uns brav unter seine Regenschirme (die ja eigentlich Sonnenschirme waren), mit einem Fleece bewaffnet und mümmelten seine leckeren Gerichte vor uns hin. Unter uns: Nur einen Tag wollten wir in ein Restaurant mit innen liegenden Tischen, wir nahmen einen größeren Umweg in Kauf, um nicht über den Marktplatz zu müssen. Auf dem Rückweg hat er uns dann doch gesehen – und ich meinte, in meinem Rücken eine kleine Träne gesehen zu haben…. Gut, ich schwelge.
Spaghetti al Limone nach Amalfiart
An der Küste gibt es bekanntlich die berühmten Amalfizitronen, dick und ein wenig knorpelig, fleischig, unglaublich saftig und auch milder als die sonst zu kaufenden Zitronen. Aus ihnen wird ja der Original-Limoncello hergestellt.
Es sind die „dicken“
Und mit diesen Zitronen wurde uns einige Male das Pastagericht, das mich am meisten begeisterte, zubereitet: Das waren Antonios Spaghetti (oder Tagliatelle?) al Limone.
Am Wochenende gab es die Brummer bei meinem Großeinkauf in der Auslage, Original Amalfizitronen, und so nahm ich ein paar mit. Stattliche und absolut frische Exemplare.
Hier mein Versuch, die Amalfizitronen heute, am regenreichsten Sommertag seit Menschengedenken, zum Pasta al Limone zu veredeln.
Für 1 Person
150 g Spaghetti No 3 (Barilla)
¼ Amalfizitrone (je nach Größe)
Gemüsebrühe
1-2 Zehen frischen Knoblauch
2 Frühlingszwiebeln
Salz
Pfeffer
Schnittlauch
saure Sahne
3-5 Gambas (TK – entdarmt und geschält)
Parmesan
Olivenöl
Die Zitrone in kleine Würfel schneiden, mit Schale! Bei Antonio gab es auch mit Schale, nix da, nur Zesten verwenden, sondern samt und sonders das Weiße an der Schale belassen. Wenn sie eine Weile köcheln, sind sie keineswegs bitter. Mit den klein gewürfelten Knoblauchzehen und den Lauchzwiebelchen vermengen.
Alles in der Pfanne anschwitzen, während das Nudelwasser zum Kochen kommt. Die Gambas ebenfalls mit anbrutzeln und herausheben. Die Zitronenmischung mit Gemüsebrühe ablöschen und köcheln lassen, ruhig insgesamt 10-15 Minuten, bei Bedarf mit Brühe auffüllen, salzen, pfeffern, eventuell ein wenig Zucker dazu geben. Falls der Zitronengeschmack ausbaufähig ist, noch ein Scheibchen Zitrone hinzu geben. In den letzten 2 Minuten die Gambas wieder mit in die Soße legen. (Die Gambas sind im Übrigen meine künstlerische Freiheit, es geht und gab sie auch ohne.)
Die Nudeln abgießen und – passend zum Wetter – tropfnass in die Pfanne zur Zitronenmischung geben. Als Topping Schnittlauchröllchen und geriebenen Parmesan darüber streuen.
Je nach Geschmack einen Klecks saure Sahne auf die Nudeln geben. Das gibt dem Gericht ein wenig mehr Milde.
Wow! Antonio wäre stolz auf mich!
Fruchtig und sommerlich
Und wer einmal Antonio aufsuchen möchte, hier der Link zu Tripadvisor, es gibt ihn wohl immer noch (lasst Euch nicht vom Namen der Location abschrecken, es ist wirklich Italia pur).
Vor einiger Zeit habe ich in einem interessanten Blogbeitrag über Bonsais als Hobby gelesen.
Beim Lesen erinnerte ich mich, dass ich – als junge Studentin – ebenfalls einmal Bonsais zu meinem Hobby auserkoren hatten. Ich bekam damals zu Weihnachten eine wunderschöne 30jährige Mädchenkiefer geschenkt, wirklich prachtvoll.
Doch ich war sehr ängstlich, an ihr herum zu werkeln, also Neutriebe abzuknipsen oder gar Zweige neu zu drahten, obwohl ich natürlich alle erforderlichen Gerätschaften sowie die dazu gehörige Literatur anschaffte oder mir als arme Studentin schenken ließ. Im Winter hatte ich Angst, dass es ihr draußen in der vergleichsweise winzigen Schale zu kalt und frostig sei, dass ihr aber andererseits die Zimmertemperatur ebenfalls nicht behagte. Im Sommer wohnte sie auf dem Balkon, sie wurde neben dem Gießen auch regelmäßig besprüht.
richtige Bonsais aus dem Buch – mit Mädchenkiefer links unten
Alles war gut, bis zu einem extrem heißen, sonnigen Wochenende, an dem ich einen Tag (nur einen!) nicht wässern konnte, weil abwesend. Ich hatte sie auch nicht aus der Sonne gestellt. Tja, nachlässig oder zu optimistisch oder nicht aufgepasst. Jedenfalls sah die arme Mädchenkiefer schon nach dem einen Tag Hitze und Trockenheit ramponiert und gelblich wie ein verrostetes Postauto aus. Ich schaltete einen Bonsaidoktor ein (ja, in Köln gab es damals ein Bonsaispezialgeschäft mit Beratung), doch auch die empfohlene Behandlung (die ganze Pflanzenkrone ein paar Tage in feuchten Torf einpacken) blieb ohne Erfolg. Drama! Ehrlich! Ich hab richtig getrauert, damals. Meine weiteren Bonsaibemühungen wurden eingestellt, bis, ja bis ich von Rudis Hobby lesen dürfte (s.o.).
Erstmal wurden die alten Bücher heraus gekramt und durchgeblättert.
Bonsai-Literatur, schon etwas angegraut….
Sodann hab ich bei meiner letzten Terrassensäuberungsaktion die Keimlinge, die sich in Ritzen und Regenrinnen gesetzt hatten, nicht allesamt rausgerissen und entsorgt, sondern ein paar vorsichtig aus dem Setzort herausgehoben und in normale Erde gepflanzt! Sie wurden getauft mit Leitungswasser, ich rede regelmäßig mit ihnen, und wenn sie weiterleben, können daraus Birken- oder Ahornbonsais entstehen. Auch 2 Setzlinge von noch unbekannten Hölzern sind in die Töpfe gewandert….
Ein unbekanntes Holz, oder ein Kraut??Bosai-Kinder, Zukunft ungewissvermutlich Ahornschon ein paar Tage älter
Wenn etwas Schönes daraus entsteht, werde ich wieder berichten. Andernfalls werde ich diese Wiederentdeckung niemals mehr erwähnen 🙂
Es war am vergangenen Wochenende mal wieder Zeit für etwas Besonderes. Also, schwupps, nach einem etwas außergewöhnlichem Rezept gesucht. Fündig wurde ich auf den Seiten meines gerne besuchten Gourmetmarktes. Dort wird regelmäßig ein Rezept des Monats vorgestellt. So kam ich zum
Seeteufel auf Ananastomaten-Carpaccio und Linsen
Ananastomaten
Von Ananastomaten hatte ich vorher nie gehört, es sind schöne Fleischtomaten, gelb und von einem aparten Inneren, schmecken aber keineswegs nach Ananas, sondern eben nach Tomate. Also, alles gut.
Das vorbereitete Carpaccio
Die wurden fein aufgeschnitten und auf 2 Teller als Carpaccio angerichtet.
Darauf etwas von dem Linsensalat verteilt.
Linsensalat mit Granatapfel
Der bestand aus
Belugalinsen
Kerne eines Granatapfels
Granatapfelsaft
Frühlingszwiebel
frische Minze
weißer Balsamico
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Und dann der wunderbare Fisch:
Das Seeteufelfilet habe ich gesalzen, im Ganzen in dünn aufgeschnittenen Südtiroler Speck gewickelt, in Albaöl mit ein paar Salbeiblättern gebraten, immer mit dem Bratfett beträufelt, aufgeschnitten und auf dem Tomatencarpaccio hübsch angerichtet. Voilà:
Seeteufelfilet auf Ananascarpaccio mit Linsensalat
Die Sommerkritik
Es hilft nichts, Linsen sind nicht mein Leibgericht. Ich habe es jetzt nochmal versucht, der Granatapfel und die Minze machten den Geschmack etwas feiner, doch für mich sind sie keine Offenbarung. Für Linsenliebhaber ist dieser Salat jedoch eine sehr schönes Geschmackserlebnis, wie mir die zweite Genießerin am Tisch bestätigten.
Das Ananastomatencarpaccio war schön und gut, sah fantastisch aus. Doch die Tomaten „suppten“, nachdem sie mit Salz und dem Dressing des Linsensalates in Berührung kamen. Der Fisch musste ja nicht mehr schwimmen, also wurde er auf einen zweiten Teller evakuiert, den ich mir nach ein paar Bissen holte.
Eine nette Ergänzung war mein lauwarmer Blumenkohlsalat, den ich noch bereit hielt. Und nicht zu vergessen, das gut gefüllte Glas Rosé.
Wer es genau und ohne meine Abwandlungen beschrieben haben möchte, findet hier das Originalrezept.
Es ist ja nicht so, dass, nur weil die Dokumentation und Beschreibung von Koch- und Grillversuchen zu kurz kommt, das Kochen und Grillen nicht stattfindet. Doch, doch, das war in den letzten Wochen schon Teil meines Alltags – nur das Aufschreiben, Nachbereiten wurde von mir ausgelassen (aus gutem Grund, versteht sich…).
Es gibt ein wenig nachzuholen, möge das ein oder andere als Anregung für nette Gerichte oder Grillevents dienen. Nähere Beschreibungen liefere ich gerne auf Anforderung nach, obwohl: Das meiste entsteht ja „us der Lameng“ (weiß man´s noch? Kölsch für „La Main“, aus der freien Hand).
Spargel mit Bärlauchpesto, Eismeersaibling, Bratkartoffeln
Ossobucco mit Salbeikartoffelstampf
Ossobucco im Bräter
Saltimbocca vom Seeteufel, gedämpftes Gemüse mit Sauce Hollandaise
Vorspeise mit Avocado, Mango, Gamba und Melone
Zucchinispaghetti mit Sättigungsbeilage (Spaghetti) und Gambas
Perlhuhn mit Gemüse und Zitronen-Butter-Sauce
Wok mit Mini-Tintenfischchen
Spargelrisotto, verfeinert mit Jakobsmuschel
Orangen-Maishähnchen mit Kerbel-Kohlrabi und Pfefferkartöffelchen
Fisch- und Garnelenspieße und Pulpo vom Grill
Pizza Salami vom Grill
Fischspieße mit Kerbelsoße, wildem Brokkoli und Spargelspitzen
Und zwischendrin als kleines Gericht vom Gaskocher auf der Terrasse mit nem Gläschen Rosé: Gambas al ajillo.
Verena Lugert erfindet ihr „Leben in den Küchen der Haute Cuisine“ neu
Das war seit langem ein Buch, das mich wirklich gefesselt hat. Die Autorin Verena Lugert hatte ja eigentlich das, was viele (besonders unter Bloggern) als einen Traumberuf bezeichnen: Freiberufliche Journalistin, vornehmlich über Reisen schreibend, halb in Deutschland, halb auf Bali (!) lebend.
Doch ihren wahren Traum packt sie mit 39 Jahren an, jobbt in einer Küche, macht eine knochenharte Kochausbildung in London, beginnt dann als Köchin in einem ambitionierten Restaurant der gehobenen Gastronomie – ganz unten in der Hierarchie, mit Arbeitszeiten von morgens früh bis spät in die Nacht, und einem Umgangston, den man als Gast im vorderen Teil des Restaurants nicht mal ahnen kann.
Welch unglaublicher Aufwand hinter einigen Gerichten steckt, zeigt sich an einigen Zubereitungen, die im Schnelldurchlauf in allen vielschichtigen Details erklärt werden. Da öffnen sich nicht nur die Geschmacksknospen, auch die Augen werden immer größer. Vielleicht werde ich mal eines der Gerichte nachkochen, ganz sicher nicht den „pig’s head“, sicher mal den Karottensalat, der mit seinen neun Komponenten recht anspruchsvoll zu sein scheint, mal schauen… Und: Ich will auch so ein japanisches Messer, bisher war das auf meiner Lister der „must haves“ nicht drauf, aber jetzt!
Jedenfalls erfährt man viel von der Leidenschaft und dem durch die Küche sirrenden Adrenalin, und auch davon, dass diese Köche (die Irren) mehr auszeichnet, als einfach einen guten Geschmackssinn zu haben, die können nicht nur kochen, sie können auch organisieren, aushalten, alleine und als Team die unglaublichsten Kreationen am Tage vorbereiten und am Abend auf die Teller zaubern. Und es gehört offenbar mehr dazu, gut abschmecken zu können, wenn man oder frau hier bestehen will. Toll! Und spannend!
In letzter Zeit hatte ich dann und wann Halluzinationen von Fischstäbchen, da hatte ich so richtig Appetit drauf! Hm, bin ich nicht eigentlich aus dem Alter raus?
Sei´s drum. Als mich gestern ein schöner Skrei-Loin an meiner Lieblings-Fischtheke anlachte, war es um mich geschehen. Der Kabeljau wurde in Portionen geschnitten, die von der Form entfernt an Stäbchen erinnern.
Die Stücke wurden in Mehl gewälzt, durch aufgeschlagenes, gesalzenes Ei gezogen und dann ordentlich mit den Panko-Bröseln ummantelt. (Diese hatte ich ja neulich entdeckt, die Panade wird herrlich knusprig.)
Schwupps, in eine Pfanne mit reichlich heißem Rapsöl legen und ausbacken.
Brutzeln im heißen Rapsöl
Die Fischstäbchen zum Entfetten zunächst auf Küchenpapier legen, dann nett anrichten. (Achtung: Ich hatte am Schluss ein paar Petersilienblätter in das heiße Fett gegeben, weil ich dachte, das ist sicher auch hübsch – heidenei, hat das gespritzt!)
Gebackener Skrei mit frittierter Petersilie
Zu meinen Skrei-Stäbchen gab es einen Blattsalat und eine Mango-Salsa (Mango, Frühlingszwiebel, Zitronengras, rote Chili, wenige Korianderblättchen Saft einer Limette, Salz, weißer Balsamico) – eine klassische Remoulade ist sicher ebenso zu empfehlen.
Ein feiner Riesling rundete das Fischessen ab.
Fischstäbchen vom Skrei mit Blattsalaten und Mangosalsa
Glasnudelsalat, Rinderfilet-Salat und frittierte Avocado-Spalten
Heute hab ich meinen „Inspirationen“, die ich gestern und vorgestern aufgenommen habe, freien Lauf gelassen.
Gestern waren „Martina und Moritz“ in WDR3 zu sehen, sie stellten eine Reihe von thailändischen Salaten vor. Uiuiui, sah das gut aus! Und da ich einige asiatische Zutaten ohnehin im Haus hatte und ja gemeinhin sowieso den Mut habe, Rezepte nach meinem eigenen Gusto zu verändern, wurde heute zwei der vorgestellten Salate nachgebaut. Zwar nicht originalgetreu, daher auch nur nach „thailändischer Art“, dennoch vorzüglich.
Die Erklärung, dass ein thailändisches Menü immer so viele Gerichte enthalten muss, wie Personen teilnehmen plus ein weiteres, leuchtete mir gleich ein. Und so ergänzte ich das Thai-artige Abendmenü für zwei (Glasnudelsalat und Thaisalat mit Rinderfilet) mit einem weiteren Gericht: Frittierte Avocadospalten im Pankomantel. Diese hatte ich allerdings vorgestern in einer Feinschmeckerzeitschrift gesehen und abfotografiert.
Na bitte – drei Gerichte mit thailändischem Touch!
Die Originalrezepte von Martina und Moritz findet man hier: Glasnudelsalat und Thai-Salat mit Rinderfilet. Das Rezept für die Soße und einige allgemeine Hinweise verstecken sich hier.
Was war bei mir noch anders? Die erforderliche Fischsoße war nur in Maßen vorhanden, also verlängerte ich die passende Soße und Würze mit Gemüsebrühe und Zitronensaft. Thaibasilikum und Koriander wurden ersetzt durch normalen Basilikum, Petersilie und Koriandersaat. Die ansonsten vorgeschlagenen Zutaten war vorrätig wie Chili, Frühlingszwiebeln, Sesamöl, Glasnudeln, verschiedene Pfeffer, ein gutes Curry etc. – na ja, und Rinderfilet:
Der Glasnudelsalat mit Tatar vom Rinderfilet und Garnelen
Glasnudelsalat mit Rindertatar und Garnelen
Diesen Salat habe ich deshalb verändert, weil ich gestern im Großmarkt ein ganzes Rinderfilet erstanden hatte. Es gab gestern eine größere, selbst hergestellte Portion Tatar mit Kapern, Eigelb, Schalotten und Chili. Es blieb doch einiges übrig, und so wurde mein Glasnudelsalat anstelle von Schweinefleisch mit dem restlichen gebratenen Tatar verfeinert, zudem kommen längst halbierte Garnelen. Und noch etwas Lauch gab es zu dem Gebratenen. Über diese Thaiglasnudeln gab es als Würze auch etwas Sojasoße (daher die dunklere Farbe).
Thai-Salat mit Rinderfilet
Dünn aufgeschnittenes Rinderfilet
Da hatte ich dem Original nicht so viel entgegen zu setzen. Das Filet wurde nach dem Braten in zerstoßenem Sezuan- und weißem Pfeffer sowie Koriander und dem guten Curry gewälzt und sodann fest in Folie gewickelt. Kurz vor dem Servieren wird es dünn aufgeschnitten, auch ohne Maschine gelingt dies wunderbar. Mit der Soße beträufeln – wirklich ein Gedicht.
Frittierte Avocadospalten im Panko-Mantel
Frittierte Avocadospalten
Das war endlich die Gelegenheit, mit den jüngst entdeckten Panko-Bröseln zu experimentieren. Die Avocado wird entkernt, geschält und in Spalten geschnitten, dann abwechselnd in Mehl, aufgeschlagenem Ei und den Bröseln gewälzt, so dann im heißen Öl (hier Rapsöl, Achtung: Holzlöffeltest!) 1 Minute frittiert. Nach dem Abtropfen auf Küchenpapier mit Fleur de Sel anreichern und auf einem Bett von Salatblättern mit einigen Mangospalten anrichten. Die Soße von Martina und Moritz passte wunderbar hierzu – ich nahm allerdings auch einen Klecks Süße Chilisoße (darf auch sein…).
Und das Beste ist, auch heute ist wieder ein wenig übrig und es reicht für einen Glasnudel-Rinderfilet-Salat mit Avocadospalten zum Mittagessen im Büro. Wow! Und das Zweitbeste: Eigentlich Low Carb, bis auf die kleinen Bröseligen…. na ja….
Als ich meine 87jährige Mutter neulich im Altenheim (das sie Gott sei Dank nur vorübergehend in Anspruch nehmen musste) besuchte, ergab sich folgender Dialog
Ich: Ich will mal den Medikamentenplan ansehen und abfotografieren. Dann red ich mal mit dem Arzt darüber.
Sie: Ja
Ich: Oooh, verdammt, jetzt hab ich mein iPhone im Auto vergessen
Sie: Hm….
Ich: Jetzt muss ich nochmal durch die ganzen Flure zum Auto, um das iPhone zu holen.
Sie: Wieso?
Ich: Na, ich will doch die Medikamentenliste abfotografieren.
Sie: Schreib es doch ab?
Ich: Was?
Sie: Schreib die Liste doch ab!
Ich: Och!
Und ich tat wie mir geraten, irgendwie bin ich von alleine nicht darauf gekommen, dass ein Zettel und ein Kuli manchmal richtig praktisch ist!