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Eisbein – mein Streichergebnis der Woche

Es hätte so ein schönes rustikales Essen werden können, doch dieses Gericht ist mir nicht gelungen. In der gut sortierten Fleischabteilung eines gut sortierten Großhandels boten sie mir Schinken-Eisbeine an, schön gesäubert und verpackt. Frisch.  Im Brauhaus isst man ja auch ein Eisbein pro Person, also wollte ich im Hausgebrauch nicht knausern und nahm 2 Stück für 2 Personen mit. Die Hälfte ist ja eh Fett und Knochen, dachte ich, nun ja.

In meiner Vision entstand ein zünftiges winterliches zartes, saftiges Eisbein mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Soweit der Plan.

Stampfkartoffeln und Sauerkraut waren top

Die Kartoffeln – gestampft mit ordentlich Butter und einem Schuss Milch  sowie gesalzen und gepfeffert – entsprachen voll und ganz meinen Wünschen. Das Sauerkraut auch, es war lecker abgerundet mit Honig und Apfelkompott (dem Rest von neulich).

Das Eisbein ein Flop

Ich weiß nicht wirklich, was ich falsch gemacht habe. Die Empfehlung aus diversen Rezepten lautete, die Eisbeine in Wasser leise zu köcheln, mindestens 2 Stunden. Weil ich solche Prachtexemplare hatte, musste ich erst mal einen großen Topf aus dem Keller holen. Die Beine waren mit Wasser bedeckt, kalt auf den Herd gestellt, mit allerlei Gewürzen wie Lorbeerblättern, Salz, grünem und schwarzem Pfeffer, Pimentkörnern und etlichen Wacholderbeeren unterstützt. So simmerten sie ob ihrer Größe ca. 2 1/2 Stunden vor sich hin. Die Gewürze dufteten, es blieb Zeit für die Beilagen (s.o.), Fotosession war vorbereitet, nett angerichtet, guter Senf stand bereit, und dann DAS!

Gut, das Fleisch war jetzt nicht ganz unessbar, aber für mich eine Enttäuschung. Die Beine waren eher grau denn rosa, eine gewisse Zähigkeit ließ sich nicht verleugnen, und was nicht zäh war, kam trocken daher. Tja, und meine Gewürzparty war am Fleischgeschmack weitgehend spurlos vorüber gegangen – es blieb recht fad.

Es wollte auch keine Farbe ins Bild….

Gut, man kann ja nicht immer gewinnen, das fand und finde ich aber dennoch ungerecht. Und ich grübele:

Die Beine waren nicht gepökelt! War das der Fehler?

War die Garzeit viel zu lang? Doch zu wenig Salz? Ich bin mir nicht sicher.

Na ja, wenn ich über diese Schmach hinweg gekommen bin, werde ich es im nächsten Winter noch einmal versuchen. Dann gibt es kein frisches Eisbein, sondern Kölsches Hämmchen – gepökelt. Und eine viel geringere Garzeit.

Und zur Sicherheit werde ich noch ein paar Mettwürstchen vorhalten. Dä!

 

Am nächsten Tag natürlich Lasagne!

Wenn schon die Bolognese Soße im Haus ist, fertig zubereitet und üppig, nämlich doppelt bemessen, dann ist der nächste logische Schritt natürlich die Lasagne. Das mache ich eigentlich immer, an einem Tag lecker Bolognese mit Pasta verzehrt, am nächsten Tag mit der zweiten Portion der Soße lecker Lasagne hergestellt.

Lasagne mit Bolognesesoße, Paprika und Pilzen

Hier folgt wieder mein Rezept, ein wenig abweichend vom selbstverständlich unerreichten Original.

Heute habe ich 2 Handvoll Paprikawürfel mit Zwiebel und Knoblauch sowie diverse Scheibchen von weißen Champignons in der Pfanne vorgedünstet, mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die eigentliche Hackfleischsoße wurde nur unter die Mischung untergerührt und dann zur Lasagne verarbeitet.

Sahne statt Béchamel zur Bindung

Anders als im Original nehme ich keine Béchamelsoße als Bindung – ich bin der nicht wirklich zugetan, sondern ich beträufele die Soßenschichten mit ein wenig süßer Sahne und ein paar Krümel vom geriebenen Käse. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Schicht auf Schicht – kurz erzählt

Form einbuttern, unterste Schicht Soße mit Paprika-Pilz-Gemisch, ein wenig Sahne drüber, Lasagneplatten (fertige) wie im Puzzle drauf legen, wieder Soße und etwas Sahne, Nudelplatten und zum Schluss wiederum Soße. Zum Abschluss geriebenen Käse wie Gouda und Parmesan, ein paar Butterflöcken, etwas geriebene Brötchen oder eben ein paar Krümel von grobem Paniermehl darüberbröseln.

45 Minuten bei 180° Umluft in den Backofen, fertig!

Frisch aus dem Ofen, knusprig, duftend….
Pilze und Paprika sind fast zu sehen
Und wieder mit einem feinen Rotwein.. es mundet

Voilà! Guten Appetit!

Lachs von der Zedernholz-Planke

Noch einmal den Grill angeworfen

Im Sommer hatte ich den Lachs schon einmal auf der Zedernholzplanke gegrillt, die Familie war zum Geburtstag zu Gast, den Fisch gab es als Vorspeise.

Lachsseite auf der Zedernholz-Planke gegrillt

Ein Familienmitglied war zum Geburtstag leider krank, ausgerechnet der größte Lachsfan überhaupt. Also hab ich auf besonderen Wunsch dieses einzelnen Herrn den Lachs nochmal zubereitet, diesmal als üppigere Portion für Vier und auch mit eher herbstlichen Beilagen.

So war auch die Vorspeise eher herbstlich

2 kleine Flammekuchen (ich gestehe aus fertigen Flammekuchen-Teigblättern) wurden mit Crème fraîche, dünnen Spalten vom Hokkaidokürbis, den Ringen einer roten Zwiebel und ein wenig gerauchtem Speck belegt. Zack, in den 210° heißen Umlufbackofen gepackt, in adrette Teile zerlegt. Gut mit Meersalz und schwarzem Pfeffer.

Flammkuchen mit Iberikoschinken und Mango-Avocado-Salat

Auf dem Teller gesellten sich zu den Flammeküchlein ein paar Scheiben durchwachsener Schinken vom Ibericoschwein und ein kleiner Salat aus Flugmango und Avocado mit Limettensaft, Salz und Pfeffer.

Lachs von der Zedernholzplanke und Beilagen

Kartoffelgratin

Ich hab neulich auf Empfehlung einer Facebook-Bekanntschaft einen nahegelegenen Kartoffelhof aufgesucht und gleich einen ganzen Sack wohlschmeckende mehlig kochende Kartoffeln mit Namen Agria erstanden. (In dieser Stelle danke für den Tipp an meinen Facebook-Freund.) Die eignen sich bestens zum Kartoffelgratin.

Ich mag lieber das reine sämige Gratin ohne Käse, also habe ich die geschälten und in dünne Scheiben geschnittenen Kartoffeln nur in der gebutterten Form verteilt und mit reichlich süßer Sahne begossen. Die Sahne war versehen mit ordentlich Salz, schwarzem Pfeffer und Thymianblättchen. Getoppt wurde das Kartoffelgratin mit einigen Butterflöckchen und husch husch in den Backofen bei 180° Umluft (ggfs. ein wenig runterschalten, wenn es zu braun wird).

Das Gratin braucht ca. 50-60 Minuten, dann ist es oben leicht gebräunt, die Kartoffeln sind weich und die Sahne ist sämig.

An diesen 50 Kartoffel-Minuten hab ich mich bei der weiteren Zubereitung orientiert.

Lachs auf Zedernholzplanke

Dies ist das Rezept aus der Weber-Grillbibel. Eigentlich schnell erzählt:

Planke früh in Wasser legen (1-2 Stunden). Grill vorheizen, ich hab meinen Gasgrill nochmal im Herbst auf volle Touren gebracht, unter künstliche Beleuchtung – wird ja jetzt früh dunkel.

Ich hatte eine ganze Seite  eines wunderbaren schottische Lachs erstanden, mit Haut. Nur ein kleines Stück passte nicht mehr auf die Holzplanke, das wurde halt abgeschnitten und für das nächste Nudelgericht eingefroren. Die restliche Seite in 4 Teile vorportionieren, ohne die Haut zu durchtrennen. Meersalz und reichlich braunen Zucker darüber streuen. Die Schnitte kann man mit Limettenscheiben garnieren – muss man aber nicht.

Planke auf den Grill legen, nach ca 10 Minuten fängt die gewässerte Planke an zu rauchen. Holz rumdrehen und den Lachs auf die braune Seite legen, Deckel zu. Nach ca. 15-20 Minuten ist der Zucker karamellisiert, es raucht aus dem Grill, das Holz gibt zart sein Aroma an den Fisch.

Hier der Lachs vom Sommergeburtstag, gut zu erkennen das austretende Eiweiß, das auf den perfekte Gargrad hinweist

Der Fisch ist gar, aber noch weich, wenn das Eiweiß beginnt, an den Seiten und den Schnitten auszutreten. Perfekt!

Sobald der Fisch auf dem Grill ist, geht es an die Möhren.

Thymianmöhrchen mit Honig

Die Möhren wurden schon vor der Grillprozedur geschält, halbiert und längst geviertelt und sodann vermengt mit einem Gemisch aus Erdnussöl, Akazienhonig, Salz und frische Thymianblättchen. Die Möhren kamen in den letzten 15 Lachs- und Gratinminuten in meine neue Errungenschaft: Ab in die Heißluftfritteuse.

Zu dieser werd ich mich mal an anderer Stelle auslassen, gestern hat sie unkompliziert und raffiniert meine Möhrchen fast zu Fritten verwandelt. Lecker!

Dazu einen kleinen Klecks Limetten-Mayonnaise, quasi selbst angerührte Mayonnaise mit Limettensaft und -schale verschnitten. Fertig!

Mein nachgeholter Geburtstagsgast war jedenfalls begeistert.

Voilà!

Ein kleiner Salat passt auch dazu


Einen Nachtisch hab ich uns mal wieder erspart, ein wenig Käse war genug.

Putenleber auf Kölsche Art

Ja, nu, ich wollte beim Geflügelmann eigentlich Entenleber kaufen, um damit den schon gekauften Feldsalat anzureichern. Nun, er hatte Putenleber, absolut frisch, also nahm ich davon für 2 Personen ein ausreichendes Maß mit.

Der Low-Carb-Feldsalat musste warten, denn es gierte uns nach einer leckeren Sättigungsbeilage, nach einem ausgewachsenen Abendessen. Also gab es

Putenleber mit Kartoffelstampf und gebratenen Äpfeln

So, das ging auch reibungslos.

Zunächst wurden die Kartoffeln weich gekocht, mit reichlich Salz. Kurz vor dem Servieren wurden sie mit Butter, Milch, Pfeffer und ein wenig Nach-Salz gestampft.

Die Äpfelchen (es gab Braeburn) hab ich geschält und ohne Kerngehäuse in Spalten geschnitten. In der Pfanne in Alba-Öl mit Frühlingszwiebelchen und Lauchringen gebrutzelt, ein wenig Noily Prat, Salz, Pfeffer hinzu.

10 Minuten vor Ende der Kartoffelgarzeit die hübsch ordentlich parierten Putenlebern in der heißen Pfanne im Öl scharf anbraten, rundum bräunen, gut Salz und Pfeffer drüber.  Ich wusste nicht, ob ich die Leber in gleich große Stücke teilen kann (muss ich mal den Geflügelmann fragen), deshalb hab ich sie einfach gelassen, wie sie waren. Das dickste Stück hab ich daher erst als Nachschlag serviert, so konnte es nachgaren.

Das Pflaumen-Chutney von neulich kam ebenfalls zum Einsatz-

Die spontane „Kölsch Art der Putenleber“ war klasse, premium, wunderbar,  zur Nachahmung empfohlen – es muss also nicht immer „Kalbsleber Berliner Art“  sein.

Kross gebratene Putenleber mit klassischer Beilage

Dialoge beim Spaziergang am See

Neulich am See

Eigentlich ist es ein Weiher, der Kalscheurer Weiher im Kölner Süden, morgens ist noch nicht so viel los, nur Hundehalter, ehrgeizige Jogger …. und Rentner mit oder ohne Rollator.

Bei schönem Wetter sind die Menschen deutlich gesprächiger als im Nieselregen. Und wenn dann auch noch die Narzissen blühen, die Sonne sich ein wenig über die Wiese hebt, dann werden sie sogar richtig leutselig (wie man hier so sagt).

Und wenn dann noch die Narzissen blühen, blüht auch der Mensch auf

1. Dialog

Rentner (mit Rollator), spricht mich ansatzlos an. Warum? Weil es schön ist und vielleicht, weil wir beide auf das Geflügel kucken, das da am Wasser steht.

Er: Schöne Ente…. (Pause)…. die is aber nich von hier!? …. Ne?!….

Ich: Ja, das ist eine Nilgans, die gibt es erst seit 2 Jahren hier.

Eine schöne Ente, die Gans

Ich halte ja persönlich von diesen Gänsen nicht viel, sie sind frech und sie verjagen unsere Enten, jawohl, seitdem die Nil- und Graugänse am See sind, gibt es dort kaum mehr Enten, 2 Jahre lang gab es sogar gar keine. Okay, ich schweife ab. Kommen wieder zum Positiven.

Auf meinem Rückweg zum Parkplatz, direkt am Wasser vorbei, kam es zur nächsten Begegnung.

2. Dialog

Noch ein Rentner (diesmal ohne Rollator)

Er: Och, der erste Kranich, den ich in diesem Jahr sehe….. (Pause…) Und ganz alleine.

Ich: Jaja, ein Reiher, die brüten da drüben….

Er: ... nickt….

Tatsächlich gibt es heute einige Reiherpaare, die auf der Insel mitten in besagtem Weiher brüten. Früher waren die ja eine Sensation, heute steht auf jeder Wiese einer rum…. sogar mein Hund knurrt sie nicht mehr an, 

Jedenfalls süß, ne? Wie hier die Ente zur Gans und der Kranich zum Reiher mutiert… Und wie der Rheinländer einfach mal so seinen Gedanken freien Lauf lässt – ich lieb das.

Und…. man hat sein eigenes Dasein in ein paar Jahren vor Augen….

Winterkabeljau mit Safranrisotto und Blattspinat

Heute wurde der Karfreitagsfisch zubereitet, und weil Feiertag ist, gibt es hier nur die Kurzbeschreibung:

Es gab Skrei (Winterkabaljau), auf der Haut gebraten mit Safranrisotto, Blattspinat und Soße mit Noily-Prat sowie grünem getrocknetem und gemörsertem Pfeffer.  Das Risotto, Gemüse und Soße hab ich feiertagsmäßig jeweils mit ein paar Klecksen Mascarpone verfeinert….

Ein Feiertagsfischgericht mit Safran und Mascarpone zur Verfeinerung

Schnell, schnell den Frühling einfangen….

bevor er sich wieder verzieht….

Hat sich meine Zwiebel-Eintopf-Aktion im Herbst doch gelohnt 🙂

 

Resteessen #4 – Spargel aus dem Vorjahr mit Kalbssteak

Spargel aus dem Tiefkühler – die Story

Upps, da war doch noch ein Päckchen mit einem guten Pfund Spargel aus dem Vorjahr im Tiefkühlschrank. Gestern wieder entdeckt und – angesichts der in wenigen Wochen beginnenden Saison 2018 – sofort für heute auf den Speiseplan gesetzt.

Den Spargel hatte ich im vergangenen Jahr auf meinem Spargelhof  in bester Qualität und bereits geschält eingekauft. Natürlich wieder zuviel….. Also wurde diese üppige Portion für eine Person im rohen Zustand  in ein Tütchen gepackt und eingefroren.

Ich war mir nicht sicher, ob der Spargel nach fast einem Jahr noch taugte, doch da ich ihn allein zu verzehren gedachte, also keine weiteren unschuldig Beteiligten behelligen wollte, wurde er nun endlich zubereitet und verzehrt. Es stellte sich heraus, dass selbst diese Spargelstangen, die ein ¾ Jahr im Tiefkühler verbrachten, durchaus für ein außensaisonales Spargelessen geeignet sind („für de Woch´“, wie der Kölner sagt, sowieso).

Zubereitung der rohen Spargelstangen aus dem TK

Die ist schnell erzählt. Reichlich Wasser zum Kochen bringen, gut salzen, einen Stich Butter, 1-2 Zitronenscheiben, einen Esslöffel Zucker im Wasser mitkochen.

Dann den Spargel noch gefroren in das kochende Wasser legen und 10-12 Minuten kochen. Wenn er wirklich frisch ist, braucht er etwas länger (bis zu 20 Minuten je nach Dicke und Vorliebe), doch das Einfrieren macht das Spargelgewebe schon etwas weicher – deshalb die verkürzte Garzeit. Für den Freund des Bissfesten ist er am Ende ein wenig zu weich, doch das Aroma, die Konsistenz hätte ich auch einem Gast vorsetzen können.

Ein kleiner Einschub:

Ja, ich bin auch im Besitz eines klassischen hohen Spargeltopfes  mit Sieb, in dem die Spargelstangen stehen müssen. Ach, mir passt das nicht. Ich besitze einen ovalen Bräter oder auch Fischtopf, den gab es vor unzähligen Jahren bei einem bekannten Kaffeeröster zu kaufen. Darin kann der Spargel liegen, umspült von aromatisierten Wasser. Wenn schon kochen, dann ist es mir so am liebsten (wobei ich ohnehin den frischen weißen Spargel am allerliebsten im Backofen gare).

Blitz-Zitronenhollandaise

Während das Wasser kocht, die Blitz-Hollandaise zubereiten. Dazu habe ich 2 Eigelb in ein Mixgefäß gegeben.  Eine halbe Packung Butter in einem kleinen Töpfchen erhitzen, ohne dass sie bräunt. Die Butter sodann in kleinen Strahlen in das Mixgefäß gießen, salzen, pfeffern und mit dem Pürierstab immer fein aufmixen, bis die flüssige Butter aufgebraucht ist. Mit einem Schuss süßer Sahne verlängern – aufmixen -, den Saft ½ Zitrone langsam hinzu geben -aufmixen, richtig schön schaumig -, ein paar Zesten der Zitronenschale hinein streuen. Fertig.

Heutige Beilage – ein Kalbssteak

Heute gab es ein Steak – abgeschnitten vom Kalbs-Entrecôte. Das ist eigentlich zum Braten im Ganzen gedacht, weil es doch ausgeprägt durchwachsen ist. Na gut, für mich dürfte davon ein Stück als Steak herhalten, quasi als „Resteessen umgekehrt“. In der Pfanne gebrutzelt bei mittlerer Hitze, ein paar Minuten – das hat mir schon sehr gemundet.

Und weil ich ein Pfund Spargel mit reichlich Butter und Fleisch als ausgewachsenes Essen genießen konnte, dürfte es auch Low Carb sein. Aber mal ehrlich? Nur 1-2 Kartöffelchen habe ich schon vermisst, schon allein wegen der Soße….

Voilà:

Kalbssteak, weißer Spargel und Zitronenhollandaise

 

 

Heute bleibt die Küche kalt

heut´essen wir aus dem Sushi-Wald

Lazy Friday

Kurz und knackig, es gab heute Sushi aus einem Bochumer Supermarkt. Dort werden die Sushi vor den Augen der Kunden live von Asiaten zubereitet – frisch in die Box und schnell ins Rheinland verfrachtet. Man darf sagen, wie aus dem Sushi-Laden des Vertrauens, ein nettes flottes Abendessen.

Mein Anteil heute waren nur die kalt angerührten Soßen, und natürlich das Fotoshooting 🙂

Teriaki mit Rinderfond, Honig, Salz, Chili und schwarzem Sesamöl und Orangen-Zitronen-Limetten-Wasabi

Soße 1:

Teriaki, Rinderfond, flüssiger Honig, Salz, Chilischotenringe und schwarzer Sesamöl, Sesamöl

Soße 2:

Saft einer Orange, je ½ Zitrone und Limette, 2-3 TL Wasabipaste, Salz, 1 TL brauner Rohrzucker

Also auch mal lecker 🙂

 

Resteessen #3 Reh, Spätzle und Birnen

Es ist schon ein wenig vermessen, bei diesem Sonntagsessen von „Resteessen“ zu sprechen – gleichwohl hab ich die Zutaten und Komponenten allesamt in der Weihnachtszeit ins Haus geschleppt oder vorbereitet.  So war dieses Gericht in der Zubereitung ein Leichtes:

Feines Rehgulasch mit schwäbischen Spätzle und eingelegten Birnen

Das geschnittene Fleisch für das Rehgulasch hatte ich sicherheitshalber als Reserve eingefroren – nach Weihnachten gibt es ja nur schwer Wild zu kaufen, aber im Winter schmeckt es doch immer lecker. Außerdem landete im Tiefkühlfach die Soße, die an Heiligabend zu den drei Rehkeulen (für 11 Personen :-)) gezaubert wurde.

Rehgulasch mit Portwein, Marsala und  Rotwein

Das geschnittene Fleisch mit einigen Würfeln Möhren und Petersilienwurzel mit Butterschmalz kräftig anbraten, mit Rotwein, Marsala sowie rotem Portwein ablöschen, bis das Fleisch bedeckt ist. Einige Gewürze hinzu geben, dies macht man am besten im Gewürzsäckchen: Wacholder, Lorbeerblatt, 1-2 Nelken, schwarzer Pfeffer, salzen. In meiner Resteversion hatte ich es leichter, ich nahm die aufgetaute durchgesiebte Weihnachtssoße mit den identischen Komponenten.  Abschmecken lässt sich die Soße sehr gut mit einem Löffel Preiselbeeren.

Alles aufwallen lassen, Deckel des Bräters drauf, 1 1/2  Stunden zum Schmoren in den Backofen (180 Grad Umluft), ab und zu die menge an Flüssigkeit prüfen. Zum Finish nach Bedarf ein wenig binden (Löffelchen Mehl, das in Wasser aufgelöst wurde, oder gefrorene Mehlbutter) und einen Schuss süße Sahne einrühren, aufkochen,  mit Petersilie bestreuen – fertig.

Es war noch eine Reservedose Pfifferlinge im Haus – extra klein -, die kam ebenfalls in den Gulasch, feiner sind natürlich frische oder kleine TK-Pfifferlinge. Solche waren jedoch nicht zu bekommen. Doch ich mag es auch so.

Rehgulasch und Spätzle, Birnen und Preiselbeeren abgerichtet
Resteessen aus dem Weihnachtsfundus

Die geheimen Spätzle

Tja, die Spätzle wurden Weihnachten von der schwäbischen Dame und Hausfrau zu unserem Familienmenü vorbereitet und ins Rheinland verfrachtet. Jedes Mal eine große Freude für die Kölner Festtagsteilnehmer, die original schwäbischen fluffig-leichten Spätzle zu vertilgen. Ein Pfund davon haben wir gerettet und in den Tiefkühler evakuiert. Die Spätzle mussten nun nur langsam aufgetaut und ordentlich in der Pfanne gebraten werden. Wunderbar flockig. Leider kann ich mit dem Originalrezept – noch – nicht dienen. Aber ich bemühe mich drum.

Zweierlei Birnen im Gewürzsud

In der Vorweihnachtszeit hatte ich bereits die Birnen eingelegt bzw. eingekocht:

Eine Variante mit den Hälften von größeren Birnen – mit Weißwein, weißem Portwein und einigen Gewürzen wie Zimt und Nelken. Die Birnenhälften werden klassisch mit Preiselbeeeren aus dem Glas gefüllt.

In der zweiten Variante nahm ich kleine Birnen, die im Ganzen geschält und ebenfalls in einem Gewürzsud aus Weißwein, weißem Portwein, Noily Prat, Zimt, Kardamon, Nelken, eine Vanilleschote, Schale einer Zitrone, 1 Sternanis und wenig natürlichem Rohrzucker ca. 20 Minuten geköchelt wurden, bis sie ein „bissfest“ wurden. Sodann kommen die Birnen in Einmachgläser, den heißen Sud jeweils darüber geben und fest verschließen.

Beide Varianten halten so locker mehrere Wochen (bei mir waren inzwischen 8 Wochen vergangen). Der Gewürzsud der 2. Variante  hat mir besser geschmeckt. Das passt auch im neuen Jahr hervorragend zu Wildgerichten.

Und hier, für den Interessierten, das

Ursprungsmenü am Heiligen Abend 2017

in Kurzform. Ich kann es halt nie dokumentieren, weil für die Fotos keine Zeit bleibt (ist ja außerdem Weihnachten):

  • Zur Begrüßung Datteln im Speck aus dem Ofen und Aperetiv
  • Maronensüppchen mit Jakobsmuscheleinlage
  • Lachstatar mit Avocado und Nordseekrabben
  • Rehkeulen mit leckerer Soße (s.o.), schwäbische gebratene Spätzle, Sahne-Spitzkohl (sonst auch gerne Rosenkohl), Pfifferlinge mit Speck, Birnen aus dem Gewürzsud und Preiselbeeren
  • Spekulatius-Tiramisu mit Himbeeren aus dem Glas
  • Üppige Käseplatte mit Trauben
  • Plätzchen, Springerle oder wie die kleinen Gebäckstückchen sonstwo heißen sowie einige Plättchen von geschmolzenem Rohrzucker mit Nüsschen und Samen

Wir kamen durch…..

 

 

 

Resteessen #2 – Entenbrust, Mango, Paprika

Es geht weiter – die Reste des Silvesterracletts sind noch lange nicht aufgebraucht. Nachdem nun der eher verderbliche Fisch verspeist ist, kam als nächstes eine Wok-Ente dran. Der ursprüngliche Raclette-Serviervorschlag ging so: Entenbruststreifen auf dem heißen Stein braten, dazu geschmolzenen Camembert mit Preiselbeeren anrichten.

War schmackhaft. Dennoch schaffte es eine Entenbrust ins neue Jahr. Diese wurde nun zum

Wok mit Entenbrust und Mango

Damit ist eigentlich auch schon die Zubereitung erzählt. Es wurde

  • das Fleisch einer kleinen (weiblichen) Entenbrust in Streifen geschnitten, scharf in der neuen beschichteten Wok-Pfanne in Erdnussöl angebraten. Hinzu kamen zunächst
  • 1/2 rote Zwiebel und
  • bereits geschnittene rote Paprikaschoten (Silvester…) und ein paar Ringe einer milderen roten Chilischote.
  • Ordentlich salzen und mit Sezuanpfeffer sowie ein wenig frischem Koriander und Petersilie und einigen Scheiben Limetten anreichern.
  • Erst am Schluss das in Stücke geschnittene Fruchtfleisch von 1/4 Mango in den Wok geben.
  • Mit einem Schuss weißem Portwein ablöschen (Sherry oder Reiswein war „aus“), nach Belieben mit süß-scharfe Chilisoße und/ oder mit der aufgepeppten Sojasoße nachwürzen.

Dazu gab es ein paar dünne Thai-Nudeln, Reis wäre sicher auch gegangen.

Das Tellergericht auch mal von der anderen Seite

Also, so eine Restewoche hat was!

 

Amalfitana – die schönste Küstenstraße

Von Felsen, Stufen und Busfahrern

Vor einigen Jahren an der Amalfiküste (südlich von Neapel) verbrachte ich einen müden Tag am Pool, mein IPad auf dem Schoß hab ich das in die Tasten gehauen, was mir so zum Treiben an dieser Kiste auffiel. Als herbstlicher Rückblick auf einen der schönsten Küstenabschnitte dieser Welt darf dies heute in die Öffentlichkeit. Das laute Treiben möge den ruhigen Feiertag heute ein wenig aufmischen.

Zwischen Staunen und Schwärmen

Hm, irgendwann muss mal irgendwer all die vielen Terrassen in den steilen Amalfitana-Fels gebaut haben, darauf Zitronenbäume, deren Kronen von Gerüsten aus groben Ästen gehalten werden. Am Ende der Terrassen sind jeweils schwarze und grüne Netze zusammen gerollt, sie schützen die Zitruspflanzen im Winter vor den kalten Winden und im Sommer vor kleinen gefräßigen Wesen.

Ein schattiger Sitzplatz auf der Terrasse

An anderer Stellen sind auf den Terrassen ganze Häuser errichtet, hoch hinaus, im Inneren mit kleinen Zimmern, außen immer eine lauschige Ecke unter Rankpflanzen, meist Wein oder Knöterich, auch einige gelbe Amalfi-Zitronen, die sich den Freisitz anschauen.

Terrassen an der Amalfiküste

Die Busse der Amalfitana

Immer zu hören sind die Busse, die – meist überfüllt – die Menschen über die enge Küstenstraße schuckeln. Die Busfahrer haben eine eigene Sprache entwickelt, und man tut gut daran, diese als Nutzer der Straße zu verstehen. Ein energisches mehrfaches hochtöniges Törö-lörölö heißt WEG DA, ICH KOMM JETZT UM DIE KURVE, ein kurzes Tlö oder auch Tölö heißt DANKE oder auch BITTE oder auch, wie es bei uns in der Dienstleistungsgesellschaft heißt: GERNE!!! (ebenfalls hochtönig bis flötend gesprochen). Die Ungeduld des Busfahrers manifestiert sich langsam, aber unüberhörbar, sobald ein entgegenkommender Autofahrer nicht schnell genug Platz macht: Töllö (FAHR), Töllölöö (MEIN GOTT! NUN FAHR, SO KOMM ICH NICH RUM) und dann ein Tlölöölöö-lölölöööö-tädätä (WIE KANN MAN NUR SO BLÖD SEIN?!), letzteres begleitet von Schimpfen und verbalen Anweisungen des Busfahrers an den Begriffsstutzigen durch das geöffnete Fenster….

2 Busse auf der engen Straße

und rum um die Kurve

Entgegenkommende Busse verstehen sich meist ohne „Worte“, in der Kurve setzt halt einer zurück, der andere folgt ihm subito, so sehen sich Busfahrer und Busfahrer beim Kurventanz in die Augen, sie verabschieden sich mit Tlöö, beantwortet mit tölö… alles klar?

Die anderen Verkehrsteilnehmer

Welpenschutz haben auf der Küstenstraße die Rollerfahrer. Auch Busfahrer nehmen Rücksicht und lassen die Vespas gewähren, wenn sie doch noch schnell an ihnen vorbeisausen, obwohl schon für das dicke Gefährt alleine kein Platz ist. So als seien die Busfahrer den Zweiradfahrern dankbar dafür, dass sich nicht auch noch die Straße mit Autos verstopfen…
Fußgänger und Fahrradfahrer werden hingenommen wie eine am Rand stehende Mülltonne, man hält als motorisierter Straßennutzer beim Vorbeifahren auch nicht mehr Abstand als zu dieser, hat eigentlich gar kein Verhältnis zum unmotorisierten Teil dieser Erde. Man tut ihr nichts, aber man kommt auch gut ohne sie klar.

Armer Fußgänger auf enger Küstenstraße

Deshalb gibt es auch außerhalb der im Felsen der Küste hängenden Ortschaften kaum Gelegenheit, einen netten Spaziergang zu machen. Einfach nur mal zur Entspannung eine Passegiata machen, ohne am Ende feststellen zu müssen, dass man einen der legendären 1.000 Stufenpfade erklommen hat, der schon seit Jahrhunderten den einen berühmten Felsenort mit dem anderen weniger berühmten Küstenort verbindet? Einfach nur mal so? Geht nicht.

Positano

Zugegeben, in einem solch schwachen Moment malt man sich als Ruhesuchende aus, wie die Küstenstraße verkehrsberuhigt wirken könnte: nur elektrisch betriebene schmale Busmutanten, die in kurzen Intervallen in die eine oder andere Richtung schleichen, kein Individualverkehr natürlich, Rollerfahrer sind out, Spaziergänger sind relaxt. In der Hightechvariante noch etwas schräger: Führerlose Waggöngchen, die auf Schienen dahergleiten, ein kurzer Stopp und weiter gehts rauf und runter im Flüstertempo.

Doch: Wenn man dort so sitzt  und auf das Treiben der Straße hinabschaut, kann jedenfalls ich mir die Küste nicht ohne Tölööös und tlös vorstellen.

 

Amalfizitronen

Urlaub an der Amalfiküste

Das Wetter in dieser Woche (für Spätleser: „für die Jahreszeit zu kühl, Dauerregen, Starkregen“, ungemütlich den ganzen Tag) erinnert mich an einen Urlaub vor 4 Jahren in Italien.

Hatte ich mich auf diesen Urlaub gefreut! An der Amalfiküste, die ich eine halbe Ewigkeit zuvor einmal in einem Urlaub kennenlernte. Und es war wirklich wunderschön dort, die Steilküste mit den in den Fels geschmiegten Häuschen, Meerblick, die italienische Küstenstraße mit dem Gehupe und Gedränge und – natürlich – die kleinen Restaurants mit ihren herzlichen zugewandten Besitzern und ihrer sowas von typischen Speisekarte. Ein Traum!

Abends kamen wir nach einem kleinen (lebensgefährlichen) Spaziergang an der Küstenstraße entlang in den Ort (es war Minori, eine ¾ Stunde Busfahrt bis Positano) und fielen gleich dem ersten Restaurantbesitzer in die Hände. Restaurant ist wohl übertrieben, Antonio hatte ein winziges Ladenlokal mit dahinter liegender Küche, zum  Essen nahm man Platz an seinen Tischen auf dem Marktplatz. Während unseres Urlaubs konnten wir (zumindest am Marktplatz) in keinem anderen Lokal und dessen Tischen Platz nehmen. Er sah uns schon von weitem und brachte uns wie selbstverständlich zu einem seiner gedeckten Tischlein. Wir hätten es auch nicht übers Herz gebracht, ihn zu versetzen. Eines Abends hat er uns (2 Damen jenseits seiner Altersklasse) sogar nach Hause gefahren, um uns den Anstieg und den Weg entlang der Straße zu ersparen. So nett! So herzlich, so aufmerksam!

Bei ihm gab es auch meine ersten Spaghetti al Limone im Original. Meinen eigenen Rezeptversuch „nach Amalfiart“ findet ihr weiter unten.

Wir konnten uns nur wohl fühlen. Denn die amalfitanischen Gerichte auf seiner Speisekarte waren perfekt. Einfach, geschmackvoll, ohne Schickimicki, wunderbar. Und einen Limoncello gab es obendrein, immer, versteht sich!

Und dann kam der Regen

Und so schließt sich der Kreis zum heutigen Wetter. Es begann zu regnen und hörte 5 Tage nicht mehr auf. Ein Tief drehte und drehte sich über uns. So wie bei uns.

Amalfiküste im Regen

Wir gingen natürlich weiterhin zu Antonio, setzten uns brav unter seine Regenschirme (die ja eigentlich Sonnenschirme waren), mit einem Fleece bewaffnet und mümmelten seine leckeren Gerichte vor uns hin. Unter uns: Nur einen Tag wollten wir in ein Restaurant mit innen liegenden Tischen, wir nahmen einen größeren Umweg in Kauf, um nicht über den Marktplatz zu müssen. Auf dem Rückweg hat er uns dann doch gesehen – und ich meinte, in meinem Rücken eine kleine Träne gesehen zu haben…. Gut, ich schwelge.

Spaghetti al Limone nach Amalfiart

An der Küste gibt es bekanntlich die berühmten Amalfizitronen, dick und ein wenig knorpelig, fleischig, unglaublich saftig und auch milder als die sonst zu kaufenden Zitronen. Aus ihnen wird ja der Original-Limoncello hergestellt.

Es sind die „dicken“

Und mit diesen Zitronen wurde uns einige Male das Pastagericht, das mich am meisten begeisterte, zubereitet: Das waren Antonios Spaghetti (oder Tagliatelle?) al Limone.

Am Wochenende gab es die Brummer bei meinem Großeinkauf in der Auslage, Original Amalfizitronen, und so nahm ich ein paar mit. Stattliche und absolut frische Exemplare.

Hier mein Versuch, die Amalfizitronen heute, am regenreichsten Sommertag seit Menschengedenken, zum Pasta al Limone zu veredeln.

Für 1 Person

  • 150 g Spaghetti No 3 (Barilla)
  • ¼ Amalfizitrone (je nach Größe)
  • Gemüsebrühe
  • 1-2 Zehen frischen Knoblauch
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • Schnittlauch
  • saure Sahne
  • 3-5 Gambas (TK – entdarmt und geschält)
  • Parmesan
  • Olivenöl

Die Zitrone in kleine Würfel schneiden, mit Schale! Bei Antonio gab es auch mit Schale, nix da, nur Zesten verwenden, sondern samt und sonders das Weiße an der Schale belassen. Wenn sie eine Weile köcheln, sind sie keineswegs bitter. Mit den klein gewürfelten Knoblauchzehen und den Lauchzwiebelchen vermengen.

Alles in der Pfanne anschwitzen, während das  Nudelwasser zum Kochen kommt. Die Gambas ebenfalls mit anbrutzeln und herausheben. Die Zitronenmischung mit Gemüsebrühe ablöschen und köcheln lassen, ruhig insgesamt 10-15 Minuten, bei Bedarf mit Brühe auffüllen, salzen, pfeffern, eventuell ein wenig Zucker dazu geben. Falls der Zitronengeschmack ausbaufähig ist, noch ein Scheibchen Zitrone hinzu geben. In den letzten 2 Minuten die Gambas wieder mit in die Soße legen. (Die Gambas sind im Übrigen meine künstlerische Freiheit, es geht und gab sie auch ohne.)

Die Nudeln abgießen und – passend zum Wetter – tropfnass in die Pfanne zur Zitronenmischung geben. Als Topping Schnittlauchröllchen und geriebenen Parmesan darüber streuen.

Je nach Geschmack einen Klecks saure Sahne auf die Nudeln geben. Das gibt dem Gericht ein wenig mehr Milde.

Wow! Antonio wäre stolz auf mich!

Fruchtig und sommerlich

Und wer einmal Antonio aufsuchen möchte, hier der Link zu Tripadvisor, es gibt ihn wohl immer noch (lasst Euch nicht vom Namen der Location abschrecken, es ist wirklich Italia pur).

 

Bonsai – noch klein und unerfahren

Vor einiger Zeit habe ich in einem interessanten Blogbeitrag über Bonsais als Hobby gelesen.

Beim Lesen erinnerte ich mich, dass ich – als junge Studentin – ebenfalls einmal Bonsais zu meinem Hobby auserkoren hatten. Ich bekam damals zu Weihnachten eine wunderschöne 30jährige Mädchenkiefer geschenkt, wirklich prachtvoll.

Doch ich war sehr ängstlich, an ihr herum zu werkeln, also Neutriebe abzuknipsen oder gar Zweige neu zu drahten, obwohl ich natürlich alle erforderlichen Gerätschaften sowie die dazu gehörige Literatur anschaffte oder mir als arme Studentin schenken ließ. Im Winter hatte ich Angst, dass es ihr draußen in der vergleichsweise winzigen Schale zu kalt und frostig sei, dass ihr aber andererseits die Zimmertemperatur ebenfalls nicht behagte. Im Sommer wohnte sie auf dem Balkon, sie wurde neben dem Gießen auch regelmäßig besprüht.

richtige Bonsais aus dem Buch – mit Mädchenkiefer links unten

Alles war gut, bis zu einem extrem heißen, sonnigen Wochenende, an dem ich einen Tag (nur einen!) nicht wässern  konnte, weil abwesend. Ich hatte sie auch nicht aus der Sonne gestellt. Tja, nachlässig oder zu optimistisch oder nicht aufgepasst. Jedenfalls sah die arme Mädchenkiefer schon nach dem einen Tag Hitze und Trockenheit ramponiert und gelblich wie ein verrostetes Postauto  aus. Ich schaltete einen Bonsaidoktor ein (ja, in Köln gab es damals ein Bonsaispezialgeschäft mit Beratung), doch auch die empfohlene Behandlung (die ganze Pflanzenkrone ein paar Tage in feuchten Torf einpacken) blieb ohne Erfolg. Drama! Ehrlich! Ich hab richtig getrauert, damals. Meine weiteren Bonsaibemühungen wurden eingestellt, bis, ja bis ich von Rudis Hobby lesen dürfte (s.o.).

Erstmal wurden die alten Bücher  heraus gekramt und durchgeblättert.

Bonsai-Literatur, schon etwas angegraut….

Sodann hab ich bei meiner letzten Terrassensäuberungsaktion die Keimlinge, die sich in Ritzen und Regenrinnen gesetzt hatten, nicht allesamt rausgerissen und entsorgt, sondern ein paar vorsichtig aus dem Setzort herausgehoben und in normale Erde gepflanzt! Sie wurden getauft mit Leitungswasser, ich rede regelmäßig mit ihnen, und wenn sie weiterleben, können daraus Birken- oder Ahornbonsais entstehen. Auch 2 Setzlinge von noch unbekannten Hölzern sind in die Töpfe gewandert….

Ein unbekanntes Holz, oder ein Kraut??

Bosai-Kinder, Zukunft ungewiss

vermutlich Ahorn

Baumkeimling mit wenigen Blättern, vermutlich ein Ahorn
schon ein paar Tage älter

Wenn etwas Schönes daraus entsteht, werde ich wieder berichten. Andernfalls werde ich diese Wiederentdeckung niemals mehr erwähnen 🙂

 

Still alive – still cooking

Ein kulinarisches „Pot-Püree“

Es ist ja nicht so, dass, nur weil die Dokumentation und Beschreibung von Koch- und Grillversuchen zu kurz kommt, das Kochen und Grillen nicht stattfindet. Doch, doch, das war in den letzten Wochen schon Teil meines Alltags – nur das Aufschreiben, Nachbereiten wurde von mir ausgelassen (aus gutem Grund, versteht sich…).

Es gibt ein wenig nachzuholen, möge das ein oder andere als Anregung für nette Gerichte oder Grillevents dienen. Nähere Beschreibungen liefere ich gerne auf Anforderung nach, obwohl: Das meiste entsteht ja „us der Lameng“ (weiß man´s noch? Kölsch für  „La Main“, aus der freien Hand).

 

Und zwischendrin als kleines Gericht vom Gaskocher auf der Terrasse mit nem Gläschen Rosé: Gambas al ajillo.

Voilà!

 

Fischstäbchen – der letzte Skrei

Der Winterkabeljau im Pankomantel

In letzter Zeit hatte ich dann und wann Halluzinationen von Fischstäbchen, da hatte ich so richtig Appetit drauf! Hm, bin ich nicht eigentlich aus dem Alter raus?

Sei´s drum. Als mich gestern ein schöner Skrei-Loin an meiner Lieblings-Fischtheke anlachte, war es um mich geschehen. Der Kabeljau wurde in Portionen geschnitten, die von der Form entfernt an Stäbchen erinnern.

Die Stücke wurden in Mehl gewälzt, durch aufgeschlagenes, gesalzenes Ei gezogen und dann ordentlich mit den Panko-Bröseln ummantelt.  (Diese hatte ich ja neulich entdeckt, die Panade wird herrlich knusprig.)

Schwupps, in eine Pfanne mit reichlich heißem Rapsöl legen und ausbacken.

Fisch in Pankomantel brutzeln im Öl - GIF
Brutzeln im heißen Rapsöl

Die Fischstäbchen zum Entfetten zunächst auf Küchenpapier legen, dann nett anrichten. (Achtung: Ich hatte am Schluss ein paar Petersilienblätter in das heiße Fett gegeben, weil ich dachte, das ist sicher auch hübsch – heidenei, hat das gespritzt!)

Gebackener Skrei mit frittierter Petersilie

Zu meinen Skrei-Stäbchen gab es einen Blattsalat und eine Mango-Salsa (Mango, Frühlingszwiebel, Zitronengras, rote Chili, wenige Korianderblättchen Saft einer Limette, Salz, weißer Balsamico) – eine klassische Remoulade ist sicher ebenso zu empfehlen.

Ein feiner Riesling rundete das Fischessen ab.

Fischstäbchen vom Skrei mit Blattsalaten und Mangosalsa

Abendessen nach thailändischer Art

Glasnudelsalat, Rinderfilet-Salat und frittierte Avocado-Spalten

Heute hab ich meinen „Inspirationen“, die ich gestern und vorgestern aufgenommen habe, freien Lauf gelassen.

Gestern waren „Martina und Moritz“ in WDR3 zu sehen, sie stellten eine Reihe von thailändischen Salaten vor. Uiuiui, sah das gut aus! Und da ich einige asiatische Zutaten ohnehin im Haus hatte und ja gemeinhin sowieso den Mut habe, Rezepte nach meinem eigenen Gusto zu verändern, wurde heute zwei der vorgestellten Salate nachgebaut. Zwar nicht originalgetreu, daher auch nur nach „thailändischer Art“, dennoch vorzüglich.

Die Erklärung, dass ein thailändisches Menü immer so viele Gerichte enthalten muss, wie Personen teilnehmen plus ein weiteres, leuchtete mir gleich ein. Und so ergänzte ich das Thai-artige Abendmenü für zwei (Glasnudelsalat und Thaisalat mit Rinderfilet) mit einem weiteren Gericht: Frittierte Avocadospalten im Pankomantel. Diese hatte ich allerdings vorgestern in einer Feinschmeckerzeitschrift gesehen und abfotografiert.

Na bitte – drei Gerichte mit thailändischem Touch!

Die Originalrezepte von Martina und Moritz findet man hier: Glasnudelsalat und Thai-Salat mit Rinderfilet. Das Rezept für die Soße und einige allgemeine Hinweise verstecken sich hier.

Was war bei mir noch anders? Die erforderliche Fischsoße war nur in Maßen vorhanden, also verlängerte ich die passende Soße und Würze mit Gemüsebrühe und Zitronensaft. Thaibasilikum und Koriander wurden ersetzt durch normalen Basilikum, Petersilie und Koriandersaat. Die ansonsten vorgeschlagenen Zutaten war vorrätig wie Chili, Frühlingszwiebeln, Sesamöl, Glasnudeln, verschiedene Pfeffer, ein gutes Curry etc. – na ja, und Rinderfilet:

Der Glasnudelsalat mit Tatar vom Rinderfilet und Garnelen

Glasnudelsalat mit Rindertatar und Garnelen
Glasnudelsalat mit Rindertatar und Garnelen

Diesen Salat habe ich deshalb verändert, weil ich gestern im Großmarkt ein ganzes Rinderfilet erstanden hatte. Es gab gestern eine größere, selbst hergestellte Portion Tatar mit Kapern, Eigelb, Schalotten und Chili. Es blieb doch einiges übrig, und so wurde mein Glasnudelsalat anstelle von Schweinefleisch mit dem restlichen gebratenen Tatar verfeinert, zudem kommen längst halbierte Garnelen. Und noch etwas Lauch gab es zu dem Gebratenen. Über diese Thaiglasnudeln gab es als Würze auch etwas Sojasoße (daher die dunklere Farbe).

Thai-Salat mit Rinderfilet

Dünn aufgeschnittenes Rinderfilet
Dünn aufgeschnittenes Rinderfilet

Da hatte ich dem Original nicht so viel entgegen zu setzen. Das Filet wurde nach dem Braten in zerstoßenem Sezuan- und weißem Pfeffer sowie Koriander und dem guten Curry gewälzt und sodann fest in Folie gewickelt. Kurz vor dem Servieren wird es dünn aufgeschnitten, auch ohne Maschine gelingt dies wunderbar. Mit der Soße beträufeln – wirklich ein Gedicht.

Frittierte Avocadospalten im Panko-Mantel

Frittierte Avocadospalten
Frittierte Avocadospalten

Das war endlich die Gelegenheit, mit den jüngst entdeckten Panko-Bröseln zu experimentieren. Die Avocado wird entkernt, geschält und in Spalten geschnitten, dann abwechselnd in Mehl, aufgeschlagenem Ei und den Bröseln gewälzt, so dann im heißen Öl (hier Rapsöl, Achtung: Holzlöffeltest!) 1 Minute frittiert. Nach dem Abtropfen auf Küchenpapier mit Fleur de Sel anreichern und auf einem Bett von Salatblättern mit einigen Mangospalten anrichten. Die Soße von Martina und Moritz passte wunderbar hierzu – ich nahm allerdings auch einen Klecks Süße Chilisoße (darf auch sein…).

Und das Beste ist, auch heute ist wieder ein wenig übrig und es reicht für einen Glasnudel-Rinderfilet-Salat mit Avocadospalten zum Mittagessen im Büro. Wow! Und das Zweitbeste: Eigentlich Low Carb, bis auf die kleinen Bröseligen…. na ja….

Und hier nochmal im Überblick:

Abendmenü thailändische Art

Back to the Paper

Neulich im Altenheim

Als ich meine 87jährige Mutter neulich im Altenheim (das sie Gott sei Dank nur vorübergehend in Anspruch nehmen musste) besuchte, ergab sich folgender Dialog

Ich: Ich will mal den Medikamentenplan ansehen und abfotografieren. Dann red ich mal mit dem Arzt darüber.

Sie: Ja

Ich: Oooh, verdammt, jetzt hab ich mein iPhone im Auto vergessen

Sie: Hm….

Ich: Jetzt muss ich nochmal durch die ganzen Flure zum Auto, um das iPhone zu holen.

Sie: Wieso?

Ich: Na, ich will doch die Medikamentenliste abfotografieren.

Sie: Schreib es doch ab?

Ich: Was?

Sie: Schreib die Liste doch ab!

Ich: Och!

Und ich tat wie mir geraten, irgendwie bin ich von alleine nicht darauf gekommen, dass ein Zettel und ein Kuli manchmal richtig praktisch ist!

Flammekuchen vom Schamottestein

Flotter Flammekuchen

Das wurde auch mal Zeit, einen leckeren Flammekuchen abends aus dem Backofen zu holen. Weder gluten-, noch laktose-, noch fettfrei – daher sehr schmackhaft und zu empfehlen.

Damit es dann auch wirklich flott geht, habe ich den Hefeteig schon morgens vorbereitet:

Der Flammekuchenteig mit Hefe

  • 300 g Mehl (mein Standard: Weizen – Typ 405 mit Kern)
  • ⅓ Hefewürfel (frisch)
  • ½ Teelöffel Salz
  • ca. 0,2 l lauwarmes Wasser
  • ein Spritzer Olivenöl

Mehl zunächst mit dem Salz und dem Olivenöl vermischen. Hefe in einem Schraubglas (oder für Tupperfans „in einem Julchen“) mit dem Wasser vermengen, indem das Glas ordentlich geschüttelt wird, bis sich die Hefe aufgelöst hat.

Den Wasser-Hefeansatz und Mehl zunächst mit der Gabel in einer Schüssel vermengen, dann auf der Arbeitsplatte mit den Händen so lange kneten, bis der Teig nicht mehr an den Fingern kleben bleibt, ggfs. mit ein wenig weiterem Mehl nachhelfen oder umgekehrt mit etwas lauwarmem Wasser.

Teigkloß in die Schüssel legen, mit Folie oder einem feuchten Tuch abdecken. Ab in den Kühlschrank und den ganzen Tag (ca. 10 Stunden) gehen lassen. Der Teig lässt sich auch am Vorabend herstellen und bleibt eben länger bis zur Verarbeitung im kühlen Schrank.

Wird der Hefeteig kurzfristig hergestellt, gebe ich in die Hefe-Wassermischung zusätzlich ½ Teelöffel Zucker. Das füttert die Hefe schön an und der Teig geht schneller auf. Dann ist er schon nach einer Stunde bereit, ausgerollt zu werden.

Bei mir sollte es aber an diesem Abend noch schneller gehen. Am Abend den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, in 4 Stücke portionieren, unter der Folie etwas weitergehen lassen.

In der Zwischenzeit den Schamottestein in den Backofen auf eine der unteren Schienen legen, Backofen jetzt erst anheizen – die Temperatur voll Pulle. Backofen und Stein mindestens ½ Stunde anheizen. Achtung: Den Stein nicht in den vorgeheizten Backofen legen, der springt ansonsten durch den extrem Temperaturunterschied entzwei.

Fladen einzeln ausrollen, schön dünn. Den Teigboden direkt auf den Holzschieber legen, darauf belegen. (Alternative ohne Stein: Auf Backpapier belegen und auf das heiße Backblech legen.)

Flammekuchen – Belag mit Lauch und Speck

  • 1 Becher Crème fraîche
  • 1 Eigelb
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Lauchzwiebeln
  • einige dünne Streifen durchwachsenen geräucherten Speck
  • 4 Scheiben Pancetta (wenn vorhanden, gibt eine besondere Würze)
  • (alternativ roher Schinken – geräuchert oder luftgetrocknet)
  • Salz, schwarzer Pfeffer

Crème fraîche und Eigelb miteinander verrühren, salzen und üppig pfeffern. Dünn auf einen Fladen geben, dann die übrigen Zutaten auf dem Teigboden verteilen.

 

Alles fein belegt
Alles fein belegt

Flammekuchen auf dem Stein
Flammekuchen auf dem Stein

Vorsichtig vom Holzschieber auf den Schamottestein gleiten lassen. Ca. 7 Minuten backen. In der Zwischenzeit den nächsten Flammekuchen vorbereiten u.s.w.

Voilà:

Ein fertiger Flammekuchen
Flammekuchen vom Schamottestein mit knusprigem Boden

Als Nachtisch-Variante gab es auf die Crème fraîche weniger Lauch und Speck, dafür Birnenspalten und Camembertstreifen. Im Prinzip kann man aber alles drauflegen, was man mag: Krabben, kleine Tomaten, Lachs, Spinat und Knoblauch etc. etc.  Schmeckt!

Zu kaufen gibt es einen solchen Schamottestein (oder auch Pizza-Stein) beispielsweise hier:

Vesuvo V38301 Pizzastein- / Brotbackbackstein Set für Backofen und Grill / eckig / 38×30 cm / mit Pizzaschaufel und Pizzamehl

Treppenliftwerbung und Fallmanager

Ist man in dem Alter, das im Titel dieses Blogs ablesbar ist, kommt man nicht selten an den Punkt, wo man sich als Kind von glücklicherweise betagten Eltern (oder Großeltern) mit Themen beschäftigen muss, denen man eigentlich lieber aus dem Weg geht.

Von Kurzzeit- und häuslicher Pflege

Ich jedenfalls bin in den letzten Wochen Spezialistin in mancherlei Hinsicht geworden.

  • Rauswurf aus dem Krankenhaus, ab in die Kurzzeitpflege (wenn der Heilungsprozess im hohen Alter länger dauert, als es die Krankenhausvergütung vorsieht)
  • Beschäftigung mit Medikamenten, die mir hoffentlich noch lange erspart bleiben
  • Unterschied Kurzzeit-, stationäre, häusliche Pflege
  • die Pflegestufen jetzt und in Zukunft
  • Leistungen der Pflegekasse
  • Organisation derselben
  • her mit dem altengerechten Bett, dem Rollator, der „Treppenaufstiegshilfe“, den helfenden Händen, den Mahlzeiten
  • der Kochkunst für Ältere (salzarm, weichgekocht, nix al dente und nahrhaft)
  • in vielen, vielen anderen Dingen, die man sich auf Anhieb nicht ausmalt.

pflege-collage

Das alles macht nicht wirklich Freude, nützt aber nix. Da wird manch andere spannendere Beschäftigungen (wie z.B. das Bloggen) nach hinten geschoben.  Doch das Kümmern hilft ja durchaus:

Grundsätzlich sind schon alle Beteiligten hilfsbereit, geben ihr bestes, da ist auch keiner unfreundlich gewesen. Auch und gerade die pflegenden Menschen, denen wir in den letzten Wochen begegnet sind, sind ausnahmslos nett und freundlich. Und sie machen einen wirklich schwierigen Job!

Dennoch: Ich frage mich nur, wie geht es eigentlich älteren Menschen, wenn sie keine Angehörigen haben, die so einiges regeln, hinterfragen und organisieren? Da landet – das ist mal meine Vermutung – sicher der ein oder andere im Rollstuhl oder im Pflegeheim (wohlmöglich in `nem dunklen Zweibettzimmer mit der Altersdepression), weil das dann in der Praxis der einfachste, der gängigste Weg für alle Beteiligten ist….

Der KüFmaBliMe

Also, wenn einer eine Geschäftsidee sucht – bitteschön:

Es müssten eigentlich für jeden so was wie den „KüFmaBliMe“ geben, den „sich persönlich kümmernden Fallmanager mit Blick auf die besonderen Eigenheiten und Bedürfnisse des Hilfe benötigenden Menschen“ geben, bezahlbar, ehrenwert, überparteilich

Und er/ sie darf sich nicht daran stören, dass wegen ihrer Recherchen im Internet gezielt Werbung für Treppenlifte, Rollatoren und Seniorenresidenzen in allen Internetseiten und sozialen Netzwerken aufflackern. Das geht vorüber, kann ich nur bestätigen.