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Für immer After Work #3 – Langeweile? Kenn ich nicht…..

ODER

Irgendwie wartet man doch auf den Notruf, auf dass man bitte schnell komme und die Welt rette. 

Früh aufgestanden, den Alltag in üblicher Effizienz bewältigt, der Hund ist ausgeführt und gefüttert, man selbst hat sogar schon seinen Sport gemacht… und der Vormittag ist nicht mal rum.  In einem Moment von Wehmut (nein, nicht Langeweile!), wäre ich jetzt bereit, vielleicht sogar noch einmal auszuhelfen… doch nein, natürlich, nein, kein Notruf kommt. Das berufliche Heldentum ist vorüber. 

Es dürfen wieder andere Dinge ihre Aufmerksamkeit erlangen: 

Der Haushalt, also die Kleinigkeiten, die Ecken, das Unsortierte und Nicht-Aussortierte: das unaufgeräumte Bücherregal, die CD s, die immer digitalisiert werden sollten. Doch deren Musik spielt inzwischen eh jeder Musikstreamdienst ab. DIE Arbeit kann ich mir also schon mal sparen. 

Das Gewürzregal: Einige Gewürze haben nun doch schon den Haltbarkeitszenit überschritten, müsste mal einer aussortieren und aktualisieren…. das waren auch nur 2 Stunden…. geht also auch schnell rum.

Das Bücherregal und der Keller

Oder der bedauernswerte Keller. 

Eigentlich geht Räumen und Aktualisieren der Habseligkeiten ja so: 

Weg damit oder Zwischenlager… in unserer Tiefgarage ist das Lagern von Gegenständen nicht erlaubt, ein glücklicher Umstand, also ab damit in den Keller.

Der ist aber als Zwischenlager ungeeignet, weil voll:

Mit Weihnachtsdeko aus 35 Jahren, mit Ersatzstühlen, 2 Fitnessgeräten, einer Pumpe für das Plantschbecken (Sommer) sowie das dazugehörige Plantschbecken, Kaminholz (Winter), tragbarer Grill und Kühlboxen (Picknick? Sommer), Deko für alle Gelegenheiten, einem Laubbläser Herbst), Ersatzgläser und Geschirr für die größere Gästeschar, Schlitten, 1 Paar alte Ski (Winter vor gefühlten 10 Jahren, danach hab ich die Ski eh ausgeliehen), Schneeketten für die Reifen des schon ausgetauschten Autos (könnte mal einer bei EBay verkaufen), Picknickdecken und -Stühle (na kar, Sommer), Dessertgläschen, Wein, also einiges an Wein, meine Single-Schallplattensammlung aus der Teeniezeit, mindestens 1 Poesiealbum  (so etwas kann ich doch nicht endgültig entsorgen, das ist doch mein Leben!). Hinzu kommen vor Unzeiten gekaufte Haushaltsartikel wie Brotbackautomat, Mikrowelle, Bügelstation…seinerzeit kaum benutzt, deshalb sind diese (heute aus Energiespargründen nicht mehr vertretbaren) Dinge bei meinem Umzug in das heutige Heim vor 9 Jahren nicht auf dem Müll, sondern wo gelandet? Klar, Keller… 

Wer jetzt das meiste übersprungen hat: Ich hätte das auch getan, obwohl, die Aufzählung war nur rudimentär…..

Also, wenn das Bücherregal (genauer gesagt sind es drei Regale) sowie so manch andere Ecke sortiert und belüftet werden soll, dann muss erst der Keller ran. Denn ein Entrümpeln ohne Zwischenlager für besonders wertvolle Schätze oder für Bücher/  Erinnerungen, auf die man vielleicht als alter Mensch (so gegen „unendlich“) mal zurück kommen will 😂, das geht beim besten Willen nicht. 

Also wird das Bücherregal und das Drumherum nach der Inaugenscheinnahme, dem Hin und Herwiegen des Kopfes in Ruhe gelassen, und der arme Hund muss wieder raus auf die Wiese. Der kann später noch ins Körbchen. 

Der Plan

Beim Spaziergang kann ich in Ruhe über das Projekt Keller sinnieren, mit Plan, Zeitstrahl, Staffing der Helferlein und allem drum und dran. Auch irgendwie ein Notruf in eigener Sache ….

Resteessen #6 – Rehfilet vom weihnachtlichen Rehrücken

Reh-Innenfilet mit maronengefüllten Teigtaschen und Wirsing

In der Weihnachtszeit wurde mein Kühlschrank oder auch der Tiefkühlschrank gut aufgefüllt. So wanderten 4 kleine Reh-Innenfiletstücke, also quasi die innere Rückseite vom weihnachtlichen Rehrücken, zunächst im Tiefkühlfach.

Aus der Innenseite vom Rehrücken

Die Innenfilets hatte ich vor der Zubereitung des ganzen Rehrückens (und einem Stück eines weiteren Rehrückens inkl. Innenfilets) ausgelöst, gerettet und eingefroren.  Denn die kleinen Filetstücke sind zu zart, um eine Stunde im Backofen zu garen. Wäre ja schade drum.
Und so dürften wir uns im neuen Jahr nochmal ein festliches Gericht gönnen:
Ich habe die Rehfilets nun nach dem Auftauen mit einer fruchtigen Wildgewürzmischung aromatisiert und nur kurz wie ein Steak in der Pfanne gebraten und erst danach gesalzen.  Während sie im Backofen nachziehen dürften, habe ich eine dunkle Soße mit dem Glühwein der Rotweinbirnen (ebenfalls von Weihnachten) eingekocht. Darin waren allerlei weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Sternanis, Piment, Nelken, Vanille enthalten. Als Soße zum Reh einfach toll, hätte bei uns ein wenig mehr sein dürfen…..

Rahmwirsing und Teigtaschen als Beilage zum Reh

Dazu gab es frischen Wirsing in süßer Sahne  und Nudeltaschen mit Maronen-Honig-Thymian -Füllung (letztere ebenfalls kurz vor Weihnachten erstanden 😇). Die passten sehr gut dazu, kann man sich für die nächste Wildaktion merken.
Voilà!
Jetzt ist Weihnachten aber wirklich bald ´rum

Weihnachtsmenü mit Lachs und Rehrücken

Heute, am 1. Weihnachtstag,  gibt es eine kleine Bildergeschichte zu dem, was aus meinen Weihnachtsvorbereitungen geworden ist. Es ist wirklich alles gut gegangen.

Das Weihnachtsmenü für 8 Personen

Weihnachtstafel vorher

Auftakt mit Marone, Lachs und Sorbet

Zunächst ein Maronensüppchen, abgeschmeckt mit weißem Portwein, als Einlage Streifen von einer geräucherten Entenbrust, serviert in Sammeltässchen von der Oma.

Maronensüppchen mit Streifen von geräucherter Entenbrust

Zweierlei marinierter Lachs

Fertig zum Aufschneiden

Den Lachs hab ich am Vormittag aus der Marinade genommen, unter kalten Wasser abgewaschen, damit das überschüssige Salz und der Zucker abgespült wird. Dann mit ein wenig Olivenöl eingerieben und mit frischen Kräutern (Dill, Kerbel) und/ oder Limettenzesten versehen. Zum Finish mit einem langen Lachsmesser aufgeschnitten. Übrigens: Der Gin-Lachs wartete mit einem feinen Gin-Wacholderaroma auf. Der Käuter-Lachs war wie gewohnt wunderbar zart und aromatisch. Dazu passte eine Limettencreme (Créme fraîche, Mascarpone, Joghurt, Limettensaft, Salz) und ein Orangensenf (aus dem Glas).

2erlei Graved Lachs

Ein Glühweinsorbet als Zwischengang

Schon vor 3 Wochen hatte ich Rotweinbirnen eingelegt, d.h. in einem Sud aus Rotwein, Zimt, Vanilleschote, Sternanis, Orangenschalen etc. gekocht und in Weckgläser eingelegt.

Es war noch ½ Liter von dem entstandenen Birnen-Glühwein übrig. Der wurde heute der Star. In die Eismaschine, nach 10 Minuten ein sehr fest geschlagenes Eiweiß dazu geben und dann geduldig warten, bis das Maschinchen ein feines Sorbet herstellte. Bis zum Servieren hat es ein paar Stunden im TK-Schrank zugebracht.

Das hat sehr gut als erfrischender Zwischengang gepasst.

Ein Glühweinsorbet

Der  Rehrücken mit diversen Beilagen

Dann die Hauptattraktion. Der Rehrücken betritt die Szenerie.

Jetzt geht s in den Endspurt

Pariert und mariniert ist er ja schon seit zwei Tagen. Ich hatte beim Parieren die kleinen Filets auf der Rückseite heraus gelöst, die werden dann mal separat verspeist.

Im Bräter wird der Rehrücken auf der Fleischseite kurz angebraten, auf den Knochen gedreht, einiges Gemüse (Petersilie mit Stengel, Petersilenwurzel, Möhre, 1 Schalotte) und Gewürze (Wacholder, weiße Pfefferkörner, Stange Zimt, Salz) angeschwitzt. Abgelöscht habe ich mit einem Glas Wildfond, etwas Rotwein, ordentlich roter Portwein und etwas Marsala.

Und so ab in den Ofen

Das gibt später eine sehr schöne Soße (solange der Rehrücken auf dem Rost im stillen Backofen ruht, den Bratenfond durchsieben und abschmecken mit Salz etc. sowie Preiselbeeren).

Während der Rehrücken ca. eine Stunde im Backofen garte (bis ca. 55° auf dem Bratenthermometer), konnten wir uns gut am Sorbet erfrischen und die Beilagen fertig zubereiten: Pfifferlinge (aus dem TK, tagsüber aufgetaut) mit einer Schalotte braten, die Speckwürfel hatte ich vergessen,  Spitzkohl garen (mit Schalotte und süßer Sahne), die frischen Spätzle (von der schwäbischen Spezialistin freundlicherweise geliefert) braten, Birne mit Preiselbeeren versehen. Auch ein Feldsalat war dabei, mit Granatapfeldressing.

Die Bilder sind nicht toll, aber das Hauptgericht war wundervoll.

Der Star des Abends – Rehrücken mit Pfifferlingen
Es wird voll auf dem Teller

Mousse au Chocolat mit Rotweinbirnen

Zu den schon erwähnten Rotweinbirnen steuerte mein Bruder eine leckere fluffige Mousse au Chocolat bei.

 

Mousse au chocolat mit Rotweinbirne


Schön war’s: 

Weihnachtstafel in action

Vorbereitungen für Weihnachten laufen

Weihnachten kann – bald – kommen

Wie sagt man so schön? „Vorbereitung ist alles“. Nützt ja nichts, an Heilig Abend kommen mittlerweile schon traditionell Familiengäste zwischen 8 und 10 Personen und am 2. Weihnachtsfeiertag wird eine Gans zelebriert mit wechselnden Gästen (meistens 4 Personen).

Deshalb war ich besonders heute hyperaktiv, ich denke, das wird dem Ergebnis gut tun. Seit gestern habe ich alle Zutaten beisammen.  Gut, an Heilig Abend noch etwas Brot besorgen, aber das war es dann auch.

Der Weihnachtsbaum

Den Baum habe ich mir in diesem Jahr liefern lassen, echt klasse! Ich war zwar skeptisch, aber der Versuch ist geglückt, ein süßes Bäumchen

der ist „geliefert“
Weihnachtskoch

Weihnachtlicher Graved Lachs

Zweierlei Lachs als Vorspeisen gedacht und für zwischendurch.

1 x mit Zitrusfrüchten und Gin
Oder klassisch mit diversen Kräutern
Nr 1: Mit Stücken von Orangen und Limetten versehen, je 1 Espressotasse Salz und Zucker darüber gestreut
Nr 2: klassisch mit Kräutern wie Estragon, Petersilie und viel Dill belegt, auch hier je 1 Espressotasse Salz und Zucker darüber
und schon als Sandwich gestapelt
In Schalen übereinander  in den Kühlschrank

Rehrücken schon mal parat gemacht

fein pariert (Silberhaut ab) und trocken mariniert

Auch die Gans ist schon da

Jetzt ist er fast voll

Sie wohnt im kühlen Schrank Nr. 2

Der Hund

.. ist schick…

Frisch gebadet und stolz

Feierabend

Einfach nur ein Flammekuchen…

weihnachtlicher Flammekcuen mit Lachs

Ich wünsche allen gelungene Vorbereitungen und ein schönes Weihnachtsfest .

Kalbssteak mit Resteessen #6 oder umgekehrt

Rotkohl-/ Rotkrautsalat

Vorgestern hatte ich einen Rotkohlsalat hergestellt (wie Krautsalat oder neudeutsch „Cold Slaw“), also mit geschnittenem Rotkohl, gesalzen, gepfeffert, mit den Händen gewalkt, Honig,  Öl und Essig dazu, angereichert mit Möhren- und Paprikastreifen. Dazu hatte ich mir ein Lammlachs gegrillt, allerdings habe ich das aufgrund mangelnder Fotos für mich behalten.

heute mit Granatapfelkernen aufgepeppt

Heute wurde der verbliebene gekühlte Rotkohlsalat nachgewürzt sowie aufgepeppt mit Granatapfelkernen. Der Granatapfel war eigentlich für ein weihnachtliches Gericht gedacht, aber büttöö, so hatte mein Salat eine frische Note.

Frische Pommes Frites aus der Heißluftfritteuse

Dann kam die Heißluftfritteuse wieder zum Einsatz:

Heute festkochende rohe Kartoffeln in Stifte gehobelt, 30 Minuten gewässert, gut abgetrocknet, mit wenig Öl beträufelt, ca. 35 Minuten „belüftet“, immer mal gewendet. In den letzten 10 Minuten von 180° auf 200° aufgerüstet.

Fetacreme

Ebenfalls vorgestern hatte ich eine Fetacreme zum Lammlachs gemixt, mit wenig Knoblauch, Olivenöl, Chili, getrockneten Tomaten, Salz (und was ich sonst so fand) aufgehüscht: Es mixte die einfache 30 Jahre alte Küchenmaschine eine wohlschmeckende Schafskäsecreme (aus Kuhmilch, weil sich mein Feta dann doch als Kuhmilch-Produkt entpuppte).

Das Kalbsteak

Ich konnte heute eine Hüfte vom Kalb erstehen. Allerdings sind mir die geschnittenen Steaks etwas dünn und un-egal geraten, also gab es für jeden 2 kleine Steaks, in der Pfanne gebraten, mit Kräuterbutter (Vorrat).

So ergab sich dann ein nettes, schnelles Essen, in Teilen als Resteessen. 3. Advent kann kommen.

Geduldsprobe Schmoren – die Rinderroulade

Klassische Rinderroulade schmoren lassen

Nicht umsonst kommt die Redewendung „Einen schmoren lassen“ vom klassischen Herbstgericht… es müssen vor allem Rouladen gewesen sein, die zu dieser redensartlichen Geduldsprobe beigetragen haben.

Schon nach dem Anbraten riecht es verführerisch, der Rotwein und  der Portwein duften um die Wette, stundenlang! Aber, Finger weg!  Nicht die Geduld verlieren. Auch meine großartigen Rouladen von einem neu entdeckten Metzger brauchen gut ihre 2 Stunden. Am Ende verbrachten sie sogar fast 3 Stunden auf dem Herd zu.

Das Innenleben der Rinderroulade

Klassisch war die Rolle wegen ihrer Vorbereitung, wie bei Muttern:

  • mit Senf innen bestrichen
  • geräuchter Bauchspeck in Scheiben
  • Würfelchen von (roter) Zwiebel
  • Streifen von einer Möhre
  • ein längst gevierteltes Gürkchen
  • salzen, pfeffern, innen wie außen.

Im Butterschmalz gut angebraten, Tomatenmark angeschwitzt, 1 Möhre und 1 Petersilienwurzel hinein, mit Rotwein, rotem Portwein und etwas Gemüsebrühe abgelöscht, 1 Knoblauchzehe, ½ Zwiebel, je ein Zweig Rosmarin, Majoran und Thymian und wieder Salz hin ein, aufwallen, Herd runterschalten, Deckel drauf (nicht vergessen!).

Am Ende der Riech- und Warteorgie etwas binden (hier aufgelöste Speisestärke).

Das Fleisch war so wunderbar zart –  es waren aber auch Bilderbuch-Rouladen, die ich da vom Rind aus dem Bergischen Land beim neuen Metzger bekommen habe. Top!

Roulade gefüllt mit Bauchspeck, Gürkchen und Möhrchen

Bandnudeln aus eigener Herstellung

Schon vor dem Anbraten, also locker 5 Stunden vor dem Endspurt, wurde der Nudelteig angesetzt. Richtwert:

  • 200 g Hartweizengrieß
  • 100 g Mehl
  • 2 Eier (mittegroß) oder 3 Eier (klein)
  • Salz
  • Olivenöl

Nachhelfen ggfs. mit wenig Wasser oder eben umgekehrt mit Mehl. Hier eine detaillierte Beschreibung.

Ausgewalzt habe ich die Hälfte des Teiges bis Stufe 4-5. Die Bandnudeln mit dem Messer selbst geschnitten, denn ich wollte extra-breite. Deshalb sind ein wenig unproportioniert.

Kochzeit: 1-max 2 Minuten

Mit dem Finish der Nudeln kriegt man wenigstens ein wenig der Schmorzeit rum. Zum Schluss hab ich mir noch die Zeit mit dem Schälen und Garen von ein paar Möhren vertrieben (gegart in Honig und Noily Prat).

Voilà! Guten Appetit!

 

 

 

 

 

 

KL

Für immer After Work #2 – 60 bis unendlich

Das Letzte

Irgendwann kurz vor oder kurz nach dem Ruhestand rutscht man in eine neue Hemisphäre des Lebens, ganz ohne eignes Zutun. Es passiert einfach. Der eine runde Geburtstag führt auf die Rutsche, die in den Eiswasserkanal führt – Du weißt gar nicht, ob das jetzt gruselig oder großartig ist, ob es dir den Atem nimmt oder ob es Dir das pralle neue Leben einhaucht und das alte abwäscht.

Du wirst kategorisiert, neu einsortiert! Du gehörst jetzt nicht mehr in eine Altersklasse, die sich über einen Zeitraum von 15 Jahren erstreckt, so wie es vorher war. Nein, du gehörst jetzt nur noch in die eine, bald schon endende Rubrik. Das letzte Gefecht!

Da lese ich doch in Wahlanalysen auf der Suche nach dem politischen Meinungsbild meiner Altersgenossen die ernüchternde Realität.

Keine Alters-Azubis, keine frisch Gealterten, wir sind eins!

Wir sind eins:

Wir sind 60 bis unendlich.

Es gibt keine Gruppe der Jung-Senioren, der Anfängerrentner, der 60-65 jährigen, meinetwegen auch die 60-75jährigen. Nö, es gibt nur noch größer-gleich 60,  also 60 bis unendlich. Schublade auf, her mit dem Rollator, der künstlichen Hüfte, dem grauen Star. Annemie, isch kann nit mieh (übersetzt: Annemarie, ich kann nicht mehr..).

Allerdings: Wir sind immer noch die größte Gruppe, wir – zumindest die Anfänger unter den „Unendlichen“ – sind die Mitte der Boomer, die Baby-Boomer. Wir füllen die größte Gruppe der End-Altersklasse auf, es rutschen laufend viele von uns nach, obwohl etliche von uns sie gar nicht erst erreichen.

Wir sind mehr!

Wir sind die, die auf der weiterführenden Schule erstmal 48 Schulkameraden in 1 (in Worten: einer!) Klasse hatten. Wir hatten die Kurzschuljahre!

Und zusammen mit den unendlich Älteren werden wir immer älter. Wir sind die, die die Renten- und die Pflegeversicherung ins Schwitzen bringen.

Wir gehen wählen! Und wenn wir nicht mehr laufen können oder gerade in der Welt in Urlaub sind, machen wir Briefwahl.

Und wir ziehen keinen Fahrradhelm an, niemals!

Wir sind die, denen sie gleich nach einem kleinen Autorempler den Führerschein abnehmen wollen.

Das kann dauern!

Wir sind die Alten, die bei einer Stadtteilevakuierung nach einem Weltkriegsbombenfund den ganzen Verkehr aufhalten. So ist es wohl. Wie anders ist es zu erklären, dass in Köln bei Bombenentschärfung  angegeben wird, dass mehr als 2.000 über 60 jährige zu evakuieren sind? Das zieht sich – die können ja alle, alle nicht mehr laufen und alleine über die Straße. Die müssen alle von einem Heim ins andere gekarrt werden. Herrje, das dauert!

Aufgepasst! An uns kommt so schnell keiner vorbei!

Wir sind mehr!

Für immer After Work #1 – Plan-, aber nicht ziellos

Die letzten hundert Tage

Die allerallermeisten von uns ereilt es, meist so um die 60, manche sehnen sie herbei, andere schieben sie bis zum bitteren Ende hinaus, ein paar wenige erleben sie leider gar nicht erst erst: Die Zeit nach der Berufstätigkeit, Ruhestand, Rentnerdasein, auch euphemistisch Unruhestand, Zeit der BestAger, der Rentnerband oder später der Rollatorencombo genannt.

Bei mir ist es auch bald so weit, es sind noch gut 100 Tage.  Ich freu mich drauf, ein paar Jahrzehnte Schule, Studium, Arbeit sind dann rum, dann ist es auch gut mit „Du musst“, „Sie sollten“, „wir leisten“. Das ist der Part, auf den ich mich am meisten freue, es lebe die Selbstbestimmtheit!

Da fängt schon mit dem prognostizierten Tagesablauf an. In letzter Zeit werde ich oft gefragt: „Und, was machen Sie denn, wenn Sie aufhören? Was haben Sie denn geplant?“

Plan- aber nicht ziellos

Ich: „Nix ist und nix wird geplant!“ Ungläubige Blicke sind die Folge. Nein ehrlich, ich will keine Pläne machen, mir keine festen Ziele setzen, das hab ich über 30 Jahre gemacht oder ich war in einem Plan- und Zielgebilde eingebunden. Ich will keinen Töpferkurs machen oder japanisch lernen, wozu auch? Meinen Tagesablauf will ich nicht schon heute durchtakten, wie er es den Großteil meines Lebens war.

Ich will kucken, was kommt und dann sehen, woran ich genau dann Spaß habe und was ich genau dann machen will.

Wat kütt, dat kütt

Termine kommen noch genug, weiß man doch, Ruheständler haben keine Zeit! Erstmal die Arzttermine, schon allein die Vorsorgetermine werden immer mehr, überhaupt ist die Instandhaltung des Körpers aufwändiger als in hippen jungen Jahren: Frisör, Ärzte, vielleicht ein bisschen Physio, Zähne, Fußpflege, da kommt schon einiges zusammen. Was bleibt einem da noch, wenn man sich Kursen und Vereinen anschließt.

Bitte, das will ich keinem ausreden, es ist für viele eine große Freude, sich in einem Verein zu engagieren. Ein Freund von mir ist jetzt als Rentner Vorsitzender vom Kleingartenverein und bringt den jetzt erstmal auf Vordermann, digital und renovierungstechnisch. Jedem das Seine, mir gebe man die Gewalt über meine Zeit.

Und ich hab ja noch `nen Hund

„Aber man braucht doch eine Struktur!“, wird bang erwidert. Liebe noch jahrelang in Arbeitszeit gebundene und geschundene Mitmenschen, liebe Terminkalender-Hörige und Outlook-Erpresste, verehrte Frühaufsteher und Zeiterfasser. Ich habe eine Struktur: meine. Davor ist mir nicht bange, es ist mir ein Bedürfnis, aufzustehen, die Zubereitung von leckeren Mahlzeiten helfen mir, den Tagesablauf zu gestalten, die Jahreszeiten geben mir ein Gefühl für den Jahresverlauf, nicht wie bisher die Jahresplanung, Urlaubsplanung, Zielplanung und -Erfüllung. Und mein Haustier sorgt dafür, dass ich an die frische Luft komme. Also, welche Struktur soll da fehlen?

Ich hab ja eine …. und meinen Hund!

 

Kleiner Hund
Die kleine Mix-Dame Pepper

 

Resteessen #5 – Kartoffelbällchen von der Grillkartoffel

Das Hauptgericht von Pfingstmontag spielt heute keine Hauptrolle.

Kalbsfiletsteak mit Grillkartoffel und Rhabarber-Relish

Man könnte meinen, dass das Kalbssteak mit Rhabarbersoße, der grüne Spargel und die Grillkartoffeln mit Crème fraîche es verdient hätten (war ja auch hervorragend), doch es war jetzt nicht wirklich experimentell. Wenngleich selbstredend ein ausgesprochenes Feiertagsmahl.

Steak vom Kalbsfilet mit Spargel und Grillkartoffel

Ein Experiment waren dann die umfunktionierten Grillkartoffeln am Folgetag, ein schönes Resteessen für 1 Person:

Kartoffelbällchen aus der Heißluftfritteuse

Die Steaks vom Vortag waren üppig geraten, da blieb kein Raum mehr für 2 Grillkartoffeln, die schlicht zuviel vorbereitet waren. Ich fand es einen Jammer, die einfach zu entsorgen, und so habe ich freimütig vor mich her experimentiert. Es war ja nur für mich. Außerdem hatte ich Gelegenheit, meine Heißluftfritteuse, die ich ja wie so manch andere Geräte vor einigen Monaten spontan ins Haus schleppte, zu nutzen. Ja, doch, ich benutze die Geräte auch, nein nein, sie stehen keineswegs nur ´rum!

Wie auch immer, ich kann mein Experiment durchaus zur Nachahmung empfehlen. Wohlan:

Die beiden großen Grillkartoffeln vom Vortag habe ich geschält und mit dem Stampfer zu einer homogenen Masse verarbeitet. Gut salzen und pfeffern darf man sie schon, unglaublich, wieviel Salz die Kartoffeln vertragen !

Ein getrenntes Eigelb, Petersilie in die Masse geben, Gouda hinein reiben (ein Stück Bergkäse wäre wohl etwas würziger). Das Ganze zu Bällchen formen (mit dem Eisportionierer und einem Esslöffel), in das verrührte Eiweiß tunken und in Paniermehl wenden. 

Meine Heißluftfritteuse freute sich über die Gesellen, deren runde Form sich zumindest erahnen ließ.

Sie blieben ca. 15 Minuten (nach 10 Minuten wenden) in der heißen Luft. In der Hitze nehmen sie dann auch ein wenig an Volumen zu. Sie werden schön fluffig.

Für die 2. Portion habe ich die Bällchen nicht paniert, sondern nur mit einem Butterflöckchen versehen und ein wenig Panade darüber gestreut. Das war auch apart.

Ein kleiner Einschub: Dass diese Kartoffelgebilde an Volumen zunehmen hatte ich schon einmal festgestellt, als ich Kroketten selbst herstellte. Die eigentlich hübschen fingerschlanken Röllchen mutierten zu fetten Rollen wie dicken Daumen nach einem kräftigen Hammerschlag. Die taugten auch nicht zum Fotografieren, zum Essen schon - mit den gleichen Zutaten wie heute (allerdings ohne Käse).

Zu meinen Experimental-Kartoffel-Gebilden gab es für die Würze ein wenig Schwarzwälder Schinken, Creme fraîche für den Gaumen und für die Frische einen Tomatensalat. Hoffentlich sind Eure Tomaten aromatischer als meine wässrigen angeblichen Strauch-Romana-Tomaten.  Ich war mal wieder reingefallen. Doch mein Pflücksalat sowie meine Kräuter vom Balkon haben den Salat aufgepeppt.

Voilà!

Wenn die Eisfrau einmal klingelt

Die neue Eismaschine

Jahrelang hab ich auf die Anschaffung einer Eismaschine hinsinniert.

Noch ein Gerät in der Küche? Noch ein sperriges Gerät, das nur einmal im Jahr zum Einsatz kommt, wenn überhaupt? Klappt das, stimmen die Versprechungen? Aber schmeckt nicht das selbst gemachte Eis besser, viel besser, als das gekaufte? Kann ich da nicht experimentieren? Werde ich dann vielleicht doch noch zur Dessertqueen, wovon ich heute Äonen entfernt bin?

Diese jahrelange Hin und Her hat nun letzte Woche ein Ende gefunden! Endlich! Nun bin ich also im Besitz einer Eismaschine , kein Luxusteil – die Investition sollte ich ob meiner Zweifel über den beständigen Einsatz in Grenzen halten. Allerdings: Die Maschine verfügt über einen eigenen Kompressor, immerhin. Ich muss also nicht erst umständlich tagelang einen Behälter tiefkühlen, um ein viel zu weiches Eis herstellen zu können. In einem separaten Raum hab ich auch einen Platz für das durchaus raumgreifende Teil gefunden. Jetzt ist Showtime!

Zitronensorbet mit Limoncello

Das Erdbeereis, das ich als erstes fabrizierte, ging so – das lohnt keine wirkliche Erwähnung.

Doch das Zitronensorbet war spitze, spritzig, süß und sauer, cremig, für mich perfekt.

  • Schalen und Saft von 2 Bio-Zitronen
  • 350 ml Wasser
  • 150 g Zucker
  • 1 Minzestängel mit feinen Blättchen und weitere Minze als Deko
  • 1 Eiweiß
  • 0,4 ml Limoncello

Das Wasser zusammen mit dem Zucker und den Zitronenschalen und dem Minzestängel in einen Topf geben, gut durchkochen lassen. In eine Schüssel durchsieben, sodann den frisch gepressten Zitronensaft durch ein Sieb zugeben. 2-3 Minzeblättchen fein schneiden und ebenfalls hineingeben. Einmal umrühren und abkühlen lassen. Wichtig:

2 Schnapsgläser Limoncello einrühren. 

Jetzt das Eiweiß steif schlagen und mit dem Zitronen,- Zuckerwasser verrühren. Das Einweiß schwimmt obenauf, in der Eismaschine wird es jedoch richtig eingearbeitet.

Masse in die Eismaschine geben, wirklich cremig war es bei mir nach ca. 50 Minuten.

Perfekt geeignet für den Aperitif: Zitronensorbet, mit Winzersekt aufgegossen.

Ein leckerer Aperitif

Während wir unser Hauptgericht vertilgten, ruhte das Sorbet im Tiefkühlschrank und konnte anschließend als erfrischendes fruchtiges Dessert all meine Hoffnungen bestätigen – lecker!

Zitronensorbet mit einem Gläschen Winzersekt
Zitronensorbet mit Gläschen Winzersekt
Selbstgemachtes Zitroneneis
Cremiges Zitronensorbet mit Limoncello

Eisbein – mein Streichergebnis der Woche

Es hätte so ein schönes rustikales Essen werden können, doch dieses Gericht ist mir nicht gelungen. In der gut sortierten Fleischabteilung eines gut sortierten Großhandels boten sie mir Schinken-Eisbeine an, schön gesäubert und verpackt. Frisch.  Im Brauhaus isst man ja auch ein Eisbein pro Person, also wollte ich im Hausgebrauch nicht knausern und nahm 2 Stück für 2 Personen mit. Die Hälfte ist ja eh Fett und Knochen, dachte ich, nun ja.

In meiner Vision entstand ein zünftiges winterliches zartes, saftiges Eisbein mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Soweit der Plan.

Stampfkartoffeln und Sauerkraut waren top

Die Kartoffeln – gestampft mit ordentlich Butter und einem Schuss Milch  sowie gesalzen und gepfeffert – entsprachen voll und ganz meinen Wünschen. Das Sauerkraut auch, es war lecker abgerundet mit Honig und Apfelkompott (dem Rest von neulich).

Das Eisbein ein Flop

Ich weiß nicht wirklich, was ich falsch gemacht habe. Die Empfehlung aus diversen Rezepten lautete, die Eisbeine in Wasser leise zu köcheln, mindestens 2 Stunden. Weil ich solche Prachtexemplare hatte, musste ich erst mal einen großen Topf aus dem Keller holen. Die Beine waren mit Wasser bedeckt, kalt auf den Herd gestellt, mit allerlei Gewürzen wie Lorbeerblättern, Salz, grünem und schwarzem Pfeffer, Pimentkörnern und etlichen Wacholderbeeren unterstützt. So simmerten sie ob ihrer Größe ca. 2 1/2 Stunden vor sich hin. Die Gewürze dufteten, es blieb Zeit für die Beilagen (s.o.), Fotosession war vorbereitet, nett angerichtet, guter Senf stand bereit, und dann DAS!

Gut, das Fleisch war jetzt nicht ganz unessbar, aber für mich eine Enttäuschung. Die Beine waren eher grau denn rosa, eine gewisse Zähigkeit ließ sich nicht verleugnen, und was nicht zäh war, kam trocken daher. Tja, und meine Gewürzparty war am Fleischgeschmack weitgehend spurlos vorüber gegangen – es blieb recht fad.

Es wollte auch keine Farbe ins Bild….

Gut, man kann ja nicht immer gewinnen, das fand und finde ich aber dennoch ungerecht. Und ich grübele:

Die Beine waren nicht gepökelt! War das der Fehler?

War die Garzeit viel zu lang? Doch zu wenig Salz? Ich bin mir nicht sicher.

Na ja, wenn ich über diese Schmach hinweg gekommen bin, werde ich es im nächsten Winter noch einmal versuchen. Dann gibt es kein frisches Eisbein, sondern Kölsches Hämmchen – gepökelt. Und eine viel geringere Garzeit.

Und zur Sicherheit werde ich noch ein paar Mettwürstchen vorhalten. Dä!

 

Roastbeef auf dem Salzbett

Gestern fand ein schönes Stück argentinisches Roastbeef den Weg in meinen Einkaufswagen. Es war schon schön pariert, nur ein wenig habe ich noch vom Fettdeckel abgenommen.

Und weil es so schön gleichmäßig gewachsen war, konnte ich es sehr gut im Ganzen zubereiten, anstatt es in mehrere Steaks zu schneiden. Wäre schade drum gewesen.

Das war ein feiner Entschluss. Ich habe das nette Rinderstück in der Pfanne rundum zusammen mit Thymianzweigen und Knoblauch angebraten und gebräunt.

Dann auf ein Bett aus grobem Meersalz mit ein wenig Knoblauch und Chili gelegt. Mit einem Bratenthermometer bestückt wanderte das Roastbeef in den Backofen bei 160° Umluft.

Das Salzbett mit Thymianzweigen, Knoblauch-Scheibchen und Chili-Ringen

Ich finde so ein Thermometer ausgesprochen praktisch und es gibt mir bei größeren Fleischstücken eine größere Sicherheit. Die Kerntemperatur kann man immer locker googeln, mir hat im Internet Tim Mälzer zu ca. 58 Grad „geraten“.

Nach ca. 50 Minuten war die Kerntemperatur von diesen knapp 58 Grad erreicht. Das Fleisch darf dann 10-15 Minuten ruhen, abgedeckt mit Folie bleibt es warm.

Die Ruhezeit konnte ich für das Finish des Beilagensalats nutzen. Das Dressing diesmal mit Walnussöl anstatt einem anderen neutralen Öl, Baby-Leaf-Salat aufgemotzt mit Granatapfelkernen und gehackten Walnüssen.

Babyleaf mit Granatapfel und Walnussdressing

Die Soßenbeilage musste ich nur aus dem Kühlschrank nehmen: Balsamico-Zwiebeln von einem Hamburger, den ich neulich zubereitete. Und es ist immer noch etwas Chimi-Churri von Silvester übrig. Die Würzsoße hat mit dem von Thymian und Knoblauch aromatisierten Fleisch sehr gut harmoniert.

Dazu erlaubte ich mir hurtig, lecker und fettarm zwei nette Portionen dünne Tiefkühl-Fritten aus der Heißluftfritteuse. Lecker!

Die Fritten hatten ein weiteren Vorteil: Ich neige immer dazu, die Ruhezeit des Fleisches nicht abzuwarten, dann schneid ich es zu früh auf, und es verliert reichlich Fleischsaft. Heute musste ich aber auf die Pommes frites warten, denn sie kamen erst in die heiße Luft, als die Kerntemperatur des Fleisches fast erreicht war (und – wer mag schon weiße labbrige Kartoffelstifte?).

Gestern jedoch hatte das Fleisch mindestens 15 Minuten Zeit zu entspannen, und siehe da: Es war rosa, saftig, und der Saft blieb im Fleisch.
Rosa und dünn aufgeschnitten

Voilà! Guten Appetit!

Zum Roastbeef passen Balsamicozwiebeln oder ein Chimi-Churi

SKREI-BÄCKCHEN IM KARTOFFEL-APFEL-AUFLAUF

ZEIT FÜR SKREI

Den Winterkabeljau fest im Visier, steuerte ich heute meine Lieblingsfischtheke an. Ich dachte an einen Skreiloin, nein, nicht zum Braten, sondern um ihn in schöne Stücke zerteilt, in einem sämigen Auflauf zuzubereiten.

Doch dann hatten sie dort Skrei-Bäckchen, der wunderbare Skrei schon in schönen Stücken gewachsen. Der Fischthekenmann erklärte auch, dass die Stücke sehr gut für einen Auflauf geeignet sind. Sie sind naturgemäß kein Muskelfleisch, dennoch fest und bleiben schön in der Form und fallen nicht beim Garen oder Schneiden auseinander.

frische Bäckchen vom Winterkabeljau

Äpfeln, Kartoffel und Kabeljau in Schichten

Mein Fischauflaufrezept habe ich schon ewig, irgendwann mal aus einem Heftchen adoptiert, immer mit gutem festen weißen Fisch, Kartoffelscheiben und Apfelspalten und natürlich reichlich Thymian-Sahne.

Ein recht einfaches Rezept, aber sehr sehr köstlich. Und es gehört eindeutig zu meinen Lieblingsrezepten im Herbst und Winter.

Zunächst habe ich die 400 g Bäckchen (für 2 Personen) hübsch artig in die gebutterte Auflaufform in Reihen gelegt.

Bäckchen vom Skrei in Reihe gelegt

Einige Kartoffeln (heute festkochende vom Kartoffelhof) und 2 Äpfel (Braeburn) geschält und in Scheiben, Spalten geschnitten und dicht an dicht um die Bäckchen geschichtet. Immer schön abwechselnd. Einmal gleichmäßig salzen.

Die Kartoffelscheibchen und Apfelspalten gesellen sich dazu

Währenddessen kann schon die Sahne ein wenig köcheln. Man kann sie aber auch kalt über den Auflauf gießen. Ein ganzer Becher darf es schon sein. Die Sahne ist gewürzt mit Salz, Pfeffer und frischen Thymianblättchen. Sobald die Zutaten in der Form verteilt sind, die Sahne darüber gießen, ein paar Butterflöcken sowie einige gehackte Walnüsse darüber verteilen.

Frisch mit der Thymian-Sahne begossen und ab in den Ofen

Im Backofen bei 180° Umluft entsteht ein sämiger, aber auch ein wenig fruchtiger Fischauflauf. Ein Blattsalat passt natürlich dazu.

Voilà!

frisch aus dem Ofen

Dazu dürfte es heute ein Glas Crémant geben

Am nächsten Tag natürlich Lasagne!

Wenn schon die Bolognese Soße im Haus ist, fertig zubereitet und üppig, nämlich doppelt bemessen, dann ist der nächste logische Schritt natürlich die Lasagne. Das mache ich eigentlich immer, an einem Tag lecker Bolognese mit Pasta verzehrt, am nächsten Tag mit der zweiten Portion der Soße lecker Lasagne hergestellt.

Lasagne mit Bolognesesoße, Paprika und Pilzen

Hier folgt wieder mein Rezept, ein wenig abweichend vom selbstverständlich unerreichten Original.

Heute habe ich 2 Handvoll Paprikawürfel mit Zwiebel und Knoblauch sowie diverse Scheibchen von weißen Champignons in der Pfanne vorgedünstet, mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die eigentliche Hackfleischsoße wurde nur unter die Mischung untergerührt und dann zur Lasagne verarbeitet.

Sahne statt Béchamel zur Bindung

Anders als im Original nehme ich keine Béchamelsoße als Bindung – ich bin der nicht wirklich zugetan, sondern ich beträufele die Soßenschichten mit ein wenig süßer Sahne und ein paar Krümel vom geriebenen Käse. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Schicht auf Schicht – kurz erzählt

Form einbuttern, unterste Schicht Soße mit Paprika-Pilz-Gemisch, ein wenig Sahne drüber, Lasagneplatten (fertige) wie im Puzzle drauf legen, wieder Soße und etwas Sahne, Nudelplatten und zum Schluss wiederum Soße. Zum Abschluss geriebenen Käse wie Gouda und Parmesan, ein paar Butterflöcken, etwas geriebene Brötchen oder eben ein paar Krümel von grobem Paniermehl darüberbröseln.

45 Minuten bei 180° Umluft in den Backofen, fertig!

Frisch aus dem Ofen, knusprig, duftend….
Pilze und Paprika sind fast zu sehen
Und wieder mit einem feinen Rotwein.. es mundet

Voilà! Guten Appetit!

Pasta Bologneser Art

Es läuft ja schon fast auf einen Wochenbericht meiner „einfachen“ Tagesgerichte hinaus. War klar, da komm ich an leckerer Pasta nicht vorbei. Meine Drohung, es würde profan, mache ich also hiermit wahr.

In Ermangelung einer ausreichenden Menge Spaghetti kamen meine Maccaroni zu Ehren. Außerdem finde ich die zur Bolognese gar nicht so schlecht, weil man wunderbar die Soße mit den Nudeln aufgabeln kann. Nun ja, und es waren eben genug davon vorhanden.

UPDATE: Ein italienischer Freund schrieb mir, dass zum Bolognese Sugo nur Linguine anerkannt sind, sagt der Italiener…. na ja, es ist halt nur Bologneser „Art“ – der echte Bologneser möge mir verzeihen.

Maccaroni anstatt Spaghetti – wieder von unten geblitzt

Bolognese Soße – mein Rezept

Mit dem Rezept will ich mich nicht lange aufhalten, weil vermutlich jeder sein Spezial- oder mindestens eigenes Rezept hat. Ich mach die Soße gerne so:

Rinderhackfleisch (heute ca. 300 g) in Olivenöl mit Zwiebel- und Knoblauchwürfelchen krümelig anbraten, auch eine Petersilienwurzel und/ oder eine Möhre hinein geraspelt passt gut. In einer freien Fläche des Topfes Tomatenmark mit anbrutzeln, mit dem Hackfleisch vermengen. Mit einem guten Schuss eines noch besseren Rotweins ablöschen und 1 Dose italienische Tomaten in den Topf geben. Wieder mit Salz würzen und mit getrockneten Gewürzen wie Thymian, Basilikum, ggfs. Majoran ö.ä. und vielleicht einer Prise Zucker lange köcheln lassen, am besten den Deckel „auf Kipp“, damit Flüssigkeit entweichen kann. (Ich gestehe: Einige Spritzer Worcestersauce machen nicht nur diese Soße irgendwie würziger, ohne den eigentlichen Geschmack zu verdecken, also schwupps, hinein). Optional geb ich zudem ein Lorbeerblatt, etwas Salbei und edelsüßes Paprikapulver in den Sugo, je nach Lust, Laune und Erinnerungsvermögen. Nach mindestens einer Stunde ist die Soße verzehrfertig, abschmecken.

Geriebener Parmesankäse darf gerne auf die Soße
Kerzchen darf auch nicht fehlen, immerhin schneit es draußen

Ein Rotwein und etwas geriebenen Parmesankäse machen die wunderbaren Pasta zu einem Festessen. Als Beilage zimmerte ich einen simplen Gurkensalat mit Sahne (ich glaube, ist auch eher rheinisch, aber Geschmacksache…. mediterran wäre anders….)

Voilà!

Pasta mit Bolognessoße auf Teller angerichtet
Ein bisschen Käse, ein bisschen Rotwein, die leckeren Pasta sind komplett

Kartoffelpuffer mit Zucchini

Oder Reibekuchen mit Apfelkompott

Bei uns im Rheinland heißen sie Reibekuchen, die Kartoffelpuffer oder Reiberdatschi oder wie sie auch immer woanders heißen mögen.

Und die neueste Erfindung sind sie auch nicht gerade, doch vor wenigen Tagen hat mir ein Abendessen von Alex (heat n eat) so einen Appetit auf Reibekuchen gemacht, dass sie heute ran mussten. Danke Alex für Deine Anregung, ich hoffe, es ist okay, wenn ich bei Dir die Anleihe mache 🙂

Reibekuchen sind ja üblicherweise feiner gerieben, mir sind sie allerdings auch grob geraspelt lieber. Kein Problem.

Das wahre Problem ist, dass heute Dienstag ist:

In Köln gibt es ja gerne Reibekuchen am Donnerstag, besonders in den regionalen Kneipen. Ich erinnere mich auch, dass es zu meinen Kindertagen donnerstags Reibekuchen gab, auch andere Mahlzeit ohne Fleisch oder Fisch gab es am Donnerstag, besonders oft jedoch Reibekuchen. War wohl recht typisch für die Kölner Familien und die Kneipen. Nun gut, Dienstag hin, Donnerstag her, mein Wusch ist seit dem Wochenende nicht zu zügeln, her damit.

Die klassischen Reibekuchen plus Zucchiniraspel

  • 4-5 kleinere festkochende Kartoffeln von meinem erst jüngst entdeckten Kartoffelhof
  • ½ Zucchino aus dem Vorrat (musste „weg“)
  • 1 Ei
  • 1 kleine Zwiebel
  • ca. 2 Esslöffel Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • Öl zum Braten
Grob geriebene Kartoffeln, Zucchini und eine Zwiebel

Die Kartoffeln, Zucchino und Zwiebel so weit es geht auf der groben Reibe reiben (ohne Fingerkuppen….). Salzen, ein wenig stehen lassen, Flüssigkeit abgießen, das Ei verrühren, nochmal salzen, pfeffern, ein wenig Mehl zur weiteren Bindung einrühren.

Die Masse in portionsweisen Küchlein platt drücken und schön langsam in der Pfanne braten, bis die Reibekuchen braun und durch sind. Ich war natürlich wieder zu schnell, so dass die Puffer schnell braun wurden, die Kartoffeln innen aber noch roh…. Geduld und lediglich mittlere Hitze ist gefragt, ne?

Das Apfelkompott mit Stückchen

Die Reibekuchen werden im Rheinland auch gerne mit Rübenkraut oder Zucker verzehrt, klar, auch gehobenen Variante mit Lachs, Kaviar und Creme fraîche gibt es. Aber bitte, ich mag’s am liebsten mit Apfelkompott. Das hab ich natürlich zu Beginn aufgesetzt.

3 mittlere Äpfel (hier Braeburn) schälen, würfeln, ich hab ebenfalls eine Erwachsenenvariante gewählt und die Äpfelchen in Noilly Prat und ½ halben Vanilleschote (die war Weihnachten schon ausgekratzt, hatte aber noch Aroma) und einigen Chilifäden köcheln lassen, am Ende mit etwas Honig und einem kleinen Schuss Rum aromatisiert. Jooo, geht.

Während die Reibekuchen in der Pfanne brutzelten, experimentierte ich noch ein wenig mit den Fotos. Ich find sie ganz nett, doch der Betrachter möge sein eigenes Urteil fällen. Ich bin tapfer.

Diesmal mit Blitz von unten fotografiert

In Komposition ein leckeres Abendessen, dazu ein Kölsch!

Guten Appetit!

Schinken-Käse-Quiche

Eher einfache Kost….

Derzeit bin ich eher auf dem einfachen Trip. Ich gebe zu, dass die Zeit von Advent bis Silvester essenstechnisch recht üppig verlief. Jetzt steht mir der Sinn nach weitgehend einfachen Gerichten, sie dürfen auch gerne etwas trashig angehaucht sein.

Und wenn es wochentagstaugliche (boah, was ein Wort) Speisen sein sollen, lass ich mir in diesen Wochen auch mal aus dem Kühlregal des Supermarkts helfen.

… einfach machen.

Ich bitte also zu entschuldigen, wenn’s mitunter profan wird, doch mein Drang, den Blog mit neuen Inhalten zu füttern, überwiegt. Na ja, gleichzeitig versuche ich, meine Fotos zu optimieren. Da gibt es noch viel zu tun. Step by Step. Manchmal hat es schon geklappt, doch wahrlich nicht immer. Na ja, nicht verzagen, ne?

Quiche noch roh
Quiche, noch ohne Eimasse, kurz bevor sie in den Backofen wandert

Quiche mit Schinken, Bergkäse, Champignons und Zucchini

Damit ist das Rezept eigentlich schon fertig beschrieben. Wir waren gestern Abend zu einer fröhlichen Party eingeladen. Auch wenn es dort durchaus etwas zu Essen gab, so wollte ich doch nicht ganz ausgehungert auf der Party erscheinen und die ersten Kölsch in den nüchternen Magen einfüllen. Zu gefährlich.

Also schwupps, einen Quicheteig aus dem Kühlregal in eine runde Form gelegt, die oben genannten Zutaten in Scheibchen oder Würfel geschnitten, mit einer Mischung aus 3 verquirlten Eiern, ½ Tasse Milch, Salz, Pfeffer und Petersilie übergossen und bei 180° Umluft für ca. 50 Minuten im Backofen aufgehen lassen.

Fertige Quiche mit Schinken, Käse, Champignons und Zucchinischeiben im Backofen
Fertige Quiche, kurz bevor sie aus dem Backofen heraus wandert.

Ein kleiner Blattsalat passte gut dazu.

Kleiner Salat mit
Rucula, Feldsalat und Weißwein-Schalottendressing

Hm, schnelle leckere Grundlage. Ich kam nicht umhin, bei der nächtlichen Heimkehr noch das letzte Stückchen zu verzehren, schmeckt also auch kalt.

Voilà!

Ein Viertel der Quiche-Karte angerichtet auf einem Teller
Erst mal ein Viertelchen probieren

Gebeizter Eismeersaibling – leichte Vorspeise zum Advent

Leichte Vorspeise gesucht

Gestern gab es mein erstes Gänseessen in diesem Jahr, klassisch gefüllt mit Äpfeln und Maronen und Semmelknödeln sowie Rotkohl. Also ein eher üppiges Mahl.  Folglich suchte ich nach einer leichteren Vorspeise, Fisch oder sonstiges Meerestier sollte es sein. Freundlicherweise gab es an meiner Lieblingsfischtheke zum Wochenende Eismeersaibling im Angebot. Zwei schöne Filetseiten mit Haut wanderten mit mir nach Hause.

Noch ein bisschen im Internet gestromert, und so kam ich dann zu folgender Kreation.

„Graved Saibling“

Der Saibling hat wie ein Lachs- bzw. eine Lachsforelle ein eher rotes Fleisch, ist jedoch deutlich zarter. Daher wurde er auch nur 24 Stunden gebeizt. Ich nahm dafür am Vortag

  • Wacholderbeeren, weiße und schwarze Pfefferkörner, ein paar Pimentkügelchen (alles im Mörser angedrückt)
  • Zesten von einer Zitrone und ein Limette
  • einen Bund Dill
  • je ½ Tasse Salz und braunen Zucker.

Die Fischhälften in einer tiefen Form übereinander gelegt, abgedeckt und ein wenig beschwert in den Kühlschrank. Nach 12 Stunden einmal rumdrehen.

Nach der Einlegezeit werden die Gewürze weitgehend entfernt, den Fisch mit Olivenöl einreiben, sodann in dünne Scheibchen schneiden. Hier wirkt ja ein langes, scharfes Lachsmesser Wunder.

Eismeersaibling nach dem Beizen
Dünne Scheiben mit dem Lachsmesser vom Eismeersaibling schneiden

Blinis, Gurkensalat und Limettencreme runden ab

Der Bliniteig ist ja quasi ein Eierpfannkuchenteig, nur eben mit  Backpulver/ Weinsteinpulver versehen. Er muss eine Weile ruhen, das Arbeiten des Backpulvers sieht man ihm nach einer halben Stunde an. Ihre schöne runde Form erhielten die Blinis, weil ich in die Pfanne mehrere Servierringe stellte und den Teig in diesen Ringen backte.

Die Limettencreme war ganz einfach: Creme fraîche mit Saft einer halben Limette, ein paar Zeiten von einer Limette, Salz, Pfeffer verrühren. Fertig.

Der Gurkensalat war frisch und aber in seiner Art meine Erstwerk:

Minigurken schälen, dann mit dem Sparschäfer längs dünne Streifen schneiden, bis zum Kerngehäuse der Gurke. Es bleibt ein kleiner viereckiger Balken der Gurke übrig.

Die Gurkenstreifen marinieren mit Salz, bisschen Honig, Pfeffer, und jetzt kommst – mit einem feinen Essig oder Balsam. Ich hab etwas Honigessig im Vorrat, der gab der Gurke eine feine Süße und Säure. Dann musste noch eine Maracuja dran glauben, ihr Innerstes hab ich durch ein Sieb in die Marinade gegeben.

Voilà – und es blieb noch Appetit für die Gans übrig.

zum Eismeersaibling gesellen sich Blinis und fruchtig-süßer Gurkensalat, beträufelt mit Limettencreme

Da ich zwei Seiten meines Saibling ins Haus schleppte, hatten wir heute früh eine schöne Gabe zum Adventsfrühstück.

Zum Frühstück eine schöne Portion vom „Graved Saibling“

 

Fast-Advents-Ente

Eine kleine Kurzfassung zum heutigen Abendessen, es mag vielleicht dem ein oder anderen als Adventsanregung dienen….

Entenbrust mit rotem Spitzkohl und gefüllten Teigtaschen

Entenbrust mit Portwein-Preiselbeer-Sauce, dazu roter Spitzkohl (erstmals entdeckt und ausprobiert, wie Rotkohl, nur feiner und schneller gar). Diesen habe ich mit Himbeeressig und Lebkuchengewürz abgeschmeckt.

Und dazu fand ich im Kühlregal meines Gourmet-Ladens Teigtaschen, die mit Maronen und Honig gefüllt waren.

Das war eine wunderbare Kombi.

und dazu Teigtaschen mit Maronen-Honigfüllung

Lachs von der Zedernholz-Planke

Noch einmal den Grill angeworfen

Im Sommer hatte ich den Lachs schon einmal auf der Zedernholzplanke gegrillt, die Familie war zum Geburtstag zu Gast, den Fisch gab es als Vorspeise.

Lachsseite auf der Zedernholz-Planke gegrillt

Ein Familienmitglied war zum Geburtstag leider krank, ausgerechnet der größte Lachsfan überhaupt. Also hab ich auf besonderen Wunsch dieses einzelnen Herrn den Lachs nochmal zubereitet, diesmal als üppigere Portion für Vier und auch mit eher herbstlichen Beilagen.

So war auch die Vorspeise eher herbstlich

2 kleine Flammekuchen (ich gestehe aus fertigen Flammekuchen-Teigblättern) wurden mit Crème fraîche, dünnen Spalten vom Hokkaidokürbis, den Ringen einer roten Zwiebel und ein wenig gerauchtem Speck belegt. Zack, in den 210° heißen Umlufbackofen gepackt, in adrette Teile zerlegt. Gut mit Meersalz und schwarzem Pfeffer.

Flammkuchen mit Iberikoschinken und Mango-Avocado-Salat

Auf dem Teller gesellten sich zu den Flammeküchlein ein paar Scheiben durchwachsener Schinken vom Ibericoschwein und ein kleiner Salat aus Flugmango und Avocado mit Limettensaft, Salz und Pfeffer.

Lachs von der Zedernholzplanke und Beilagen

Kartoffelgratin

Ich hab neulich auf Empfehlung einer Facebook-Bekanntschaft einen nahegelegenen Kartoffelhof aufgesucht und gleich einen ganzen Sack wohlschmeckende mehlig kochende Kartoffeln mit Namen Agria erstanden. (In dieser Stelle danke für den Tipp an meinen Facebook-Freund.) Die eignen sich bestens zum Kartoffelgratin.

Ich mag lieber das reine sämige Gratin ohne Käse, also habe ich die geschälten und in dünne Scheiben geschnittenen Kartoffeln nur in der gebutterten Form verteilt und mit reichlich süßer Sahne begossen. Die Sahne war versehen mit ordentlich Salz, schwarzem Pfeffer und Thymianblättchen. Getoppt wurde das Kartoffelgratin mit einigen Butterflöckchen und husch husch in den Backofen bei 180° Umluft (ggfs. ein wenig runterschalten, wenn es zu braun wird).

Das Gratin braucht ca. 50-60 Minuten, dann ist es oben leicht gebräunt, die Kartoffeln sind weich und die Sahne ist sämig.

An diesen 50 Kartoffel-Minuten hab ich mich bei der weiteren Zubereitung orientiert.

Lachs auf Zedernholzplanke

Dies ist das Rezept aus der Weber-Grillbibel. Eigentlich schnell erzählt:

Planke früh in Wasser legen (1-2 Stunden). Grill vorheizen, ich hab meinen Gasgrill nochmal im Herbst auf volle Touren gebracht, unter künstliche Beleuchtung – wird ja jetzt früh dunkel.

Ich hatte eine ganze Seite  eines wunderbaren schottische Lachs erstanden, mit Haut. Nur ein kleines Stück passte nicht mehr auf die Holzplanke, das wurde halt abgeschnitten und für das nächste Nudelgericht eingefroren. Die restliche Seite in 4 Teile vorportionieren, ohne die Haut zu durchtrennen. Meersalz und reichlich braunen Zucker darüber streuen. Die Schnitte kann man mit Limettenscheiben garnieren – muss man aber nicht.

Planke auf den Grill legen, nach ca 10 Minuten fängt die gewässerte Planke an zu rauchen. Holz rumdrehen und den Lachs auf die braune Seite legen, Deckel zu. Nach ca. 15-20 Minuten ist der Zucker karamellisiert, es raucht aus dem Grill, das Holz gibt zart sein Aroma an den Fisch.

Hier der Lachs vom Sommergeburtstag, gut zu erkennen das austretende Eiweiß, das auf den perfekte Gargrad hinweist

Der Fisch ist gar, aber noch weich, wenn das Eiweiß beginnt, an den Seiten und den Schnitten auszutreten. Perfekt!

Sobald der Fisch auf dem Grill ist, geht es an die Möhren.

Thymianmöhrchen mit Honig

Die Möhren wurden schon vor der Grillprozedur geschält, halbiert und längst geviertelt und sodann vermengt mit einem Gemisch aus Erdnussöl, Akazienhonig, Salz und frische Thymianblättchen. Die Möhren kamen in den letzten 15 Lachs- und Gratinminuten in meine neue Errungenschaft: Ab in die Heißluftfritteuse.

Zu dieser werd ich mich mal an anderer Stelle auslassen, gestern hat sie unkompliziert und raffiniert meine Möhrchen fast zu Fritten verwandelt. Lecker!

Dazu einen kleinen Klecks Limetten-Mayonnaise, quasi selbst angerührte Mayonnaise mit Limettensaft und -schale verschnitten. Fertig!

Mein nachgeholter Geburtstagsgast war jedenfalls begeistert.

Voilà!

Ein kleiner Salat passt auch dazu


Einen Nachtisch hab ich uns mal wieder erspart, ein wenig Käse war genug.