So, heute ging es mal wieder an meine Lieblings-Fischtheke, ich hab reiche Beute gemacht. Nun gab es auch den Winterkabeljau, phonetisch nicht gerade leicht bezeichnet als Skrei. Gottseidank schmeckt er nicht so, wie er sich ausspricht. Überhaupt nicht sperrig grob, sondern mit sehr feinem Geschmack ausgestattet, festes weißes Fischfleisch. Wirklich ein Genuss.
Skrei-Loin
Diesen Kabeljau gab es also heute beim Fischmann, fein gesäubert und pariert als Loin mit Haut. Und weil wir so nett in der kalten Jahreszeit sind, und weil ich mich derzeit (wenn es passt) im Low-Carb-Modus befinde, entschied ich mich als Beilage für wintertaugliches Gemüse „aus der Region“ und ein Butter-Sößchen zum Niederknien:
Skrei und gedämpftes heimisches Gemüse mit Limonen-Beurre-Blanc
Gemüse putzen und die Verschnitte (manch einer nennt es „Abfall“) in den Topf, auf den später die Dämpfkörbchen gesetzt werden, legen.
Gemüse in ca. 1 cm dünne Scheiben schneiden (auch den Blumenkohl). Die Scheiben gleichmäßig in 2 Körbchen legen, ich hab sie ein wenig gesalzen und mit Petersilie bestreut (Optik). Bambusdeckel auf die Körbchen aufsetzen.
Blumenkohl-Scheiben im DämpfkorbBlumenkohl und Möhren
In den Topf mit den Gemüseverschnitten und Petersilienstengeln etwas Wasser und einen guten Schuss Weißwein, Pfefferkörner (heute gab´s 4-5 Sezuan-Pfefferkörner) und Salz geben. Körbchen drauf und Herd an.
Dämpfkörbchen auf dem Herd
Sobald das Wasser kocht, gart das Gemüse. Unglaublich, schon nach ca. 20 Minuten Dämpfen wurde das Gemüse bissfest. Ab nun mag man selbst entscheiden, ob das Gemüse weitergaren soll oder nur auf Sparflamme warm gehalten wird (so hab ich es gehalten). Ich jedenfalls gab nach 20 Minuten „Gemüse unter Dampf“ den Kabeljau in den Backofen:
Der Skrei (Winterkabeljau)
ca. 500 g. Skrei-Loin
½ Limette
Olivenöl
Fleur de Sel
Sezuanpfeffer
Backofen auf 180° Umluft vorheizen. Den Loin sicherheitshalber nach Gräten absuchen (hier: natürlich keine zu finden), in 2 Stücke teilen. Ein flaches Backblech mit Olivenöl einfetten, Loin mit der Haut nach unten aufsetzen, einige Tropfen Olivenöl, Fleur de Sel und dünn geschnittene Limettenscheiben darüber geben.
Im Backofen ca. 15 Minuten garen.
Das Butter-Sößchen: Limetten Beurre de Blanc
Während der Fisch im Backofen weilt und das Gemüse im Dampfbad sitzt, ¼ Pfund Butter in einem Töpfchen flüssig werden lassen, ½ Limette auspressen, Saft hinein, mit Fleur de Sel salzen, etwas Sezuanpfeffer dazu mahlen. Kräftig rühren, einen Schuss Noily Prat (sofern vorhanden) hinein geben und dann (unter Köcheln) so lange süße Sahne hinein rühren, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist und bis es eben schmeckt.
Finish
Nett anrichten auf vorgeheizten Tellern: Loin mit einem Pfannenwender von der Haut auf den Teller heben, Gemüse drumherum, etwas Soße darüber. Voilà:
fein angerichtet, dazu ein Sekt Rosé
Dazu hatte ich in meinem Gourmet-Laden einen wunderbaren rosé Sekt (Flaschengärung aus Deutschland) erstanden. Wer mal was Feines sucht, ist sehr zu empfehlen:
Haha. Jedenfalls genesen bei mir auch so langsam wieder die Geschmacksknospen. Was eine fiese Erkältung doch so alles lahm legt. Noch vor wenigen Tage sind die einfachsten Sachen böse misslungen – Spaghetti mit Lachs, also, neee, braucht kein Mensch, ich hab es versaut (Spaghetti zu wenig gesalzen, Lachs bis zum 3. Tod trocken gebrutzelt, dazu Krabben, die auch schon ihre besten Zeiten hinter sich hatten, nun gut… krank…)
Heute aber sind doch die Lebensgeister wieder erwacht, es war absehbar, daher wurden gestern gute Dinge zum Einkauf bestellt. Und so gab es heute
Zander mit Süßkartoffelpüree und Pancettabröseln sowie karamellisierte Möhrchen
3 Süßkartoffeln und 1 Petersilienwurzenl ordentlich schälen, in Würfel schneiden, in Salzwasser aufsetzen und ca. 25 Minuten kochen.
Pancetta in der Pfanne sanft kross brutzeln, bis zum Ende auf eine Schale in den Backofen geben (ca. 160 Grad Umluft)
Möhren schälen, wenn sie gleich klein sind, können sie mit Grünansatz so bleiben. Meine mussten in gleich große Stücke geschnitten werden. Alba-Öl in eine beschichtete Pfanne geben, einen Esslöffel Zucker hinein streuen, anbrutzeln, Möhrchen hinzu geben und bei sanfte Hitze im Zucker garen lassen. Wenig Salz (Fleur de Sel) hinzu, gerne würzen mit gemahlenem Koriander oder auch gehackter Petersilie.
Wenn die Kartoffelstücke weich sind, diese abgießen. Und immer aufpassen, ich hab mich prompt im Bemühen, keinen heißen Wasserdampf abzubekommen, am heißen Wasser verbrüht. Aua…
Nach kurzer Versorgung des geschädigten Fingers die Süßkartoffeln mit einem guten Stück Butter, süßer Sahne, Chiliflocken und einem Spritzer Limette stampfen, bis es ein schön sämiges Püree geworden ist.
Jetzt den Fisch (mit Pfeffer und Fleur de Sel gewürzt) im erhitzten Alba-Öl zunächst ca. 4 Minuten auf der Haut braten, zum Finale rumdrehen und max. 2 Minuten auf der anderen Seite garen.
Während der Fisch in den letzten Zügen liegt, Püree auf dem Teller anrichten (ein Servierring sieht schon nett aus), Pancettabrösel drüber streuen, die Möhrchen ringsum drapieren, Fisch dazu legen.
Was man nicht so alles in seinem tiefkühlen Schrank findet. Einkaufen war heute nicht, also linste ich mal vorsichtig in den Tiefkühler und fand darin noch einen ganzen HP-Lobster. Gemüse und Nudeln sind sowieso vorrätig, doch so gab es ein fürstliches Wochengericht mit
High-Pressure-Lobster
Dies Angebot ist für mich genial. Ich kann mir nicht mehr vorstellen (alle Gourmets mögen es mir verzeihen), ein Tier kopfüber in kochendes Wasser zu stecken.
Mein erster Hummer vor 40 Jahren
Einmal kam ich aber nicht daran vorbei. Damals, vor 40 Jahren im Irland-Zelt-Tramper-Urlaub, da fragten wir (4 frische Abiturienten) direkt in Connemara, also an der irischen Atlantikküste, einen Fischer, ob er uns nicht einen Fisch verkaufen könne. Es war weit und breit kein Geschäft, wir campten wild an der Küste, hatten Hunger, nun ja, und einen Fisch über dem Feuer braten, das konnten wir uns gut vorstellen. Jaja, meinte er, er hätte einen im Netz, aber wenn er ihn hole, dann müssten wir ihn auch nehmen. Was für ein Fisch? Ein Lobster – okay, den nehmen wir. Was soll sein, ist ja egal, wie der Fisch heißt.
Er ruderte wieder in die Bucht `raus, kam nach 30 Minuten wieder. Was hatten wir? Einen stattlichen, geradezu riesigen Hummer! Ah, das also ist Lobster?!…. Gut, ich meine, wir bezahlten 20 DM dafür, quasi ein Schnäppchen. Nur, wie kriegen wir den tot und gegart?
Einige hundert Meter entfernt war ein Bauernhaus, die freundlichen Iren liehen uns einen großen Topf und schenkten uns Torf… danke dafür, doch: Schon mal Briketts nur mit einem Streichholz angemacht, in anbrechender Dunkelheit? So ging es uns. Wir vertagten die Zubereitung auf den nächsten Morgen, gingen hungrig in unseren Hundehüttenzelten schlafen. Johnny, the Lobster, übernachtete im verschnürten Topf mit Meerwasser. Wir sammelten Kleinholz nach dem Aufstehen, machten ein Feuerchen, Torf rein, Johnny auf die Wiese, gut überwacht. Der Topf wurde mit frischem Meerwasser gefüllt, das Wasser in gefühlten 3 Stunden zum Kochen gebracht und … na ja, 20 Mark sind 20 Mark, Aussetzen kam nicht in Betracht…… ich schäm mich noch heute… mit einem melancholischen „Goodbye, Johnny, mach´s gut, Johnny“ versenkten ihn wir ihn in der kochenden Meeresbrühe.
Es quiekte, ich hör es heute noch, aus dem Topf heraus, was oder wer auch immer es war. Wir kämpften mit dem roten Panzer, verspeisten ihn zu viert, es war wirklich delikat. Und wir hatten immer noch Hunger und ein schlechtes Gewissen.
Also, kurz und gut, einen lebenden Hummer schmeiße ich nicht mehr ins kochende Nass!
HP Hummer aus dem TK
High Pressure Lobster ist da die Erlösung. Sonst gibt ja nur gekochte Hummer im Tiefkühlfach, doch der HP Lobster ist ein Hummer, der ist roh, aber ethisch einwandfrei, quasi mit einem Hochdruckverfahren, getötet worden. Und fein portioniert im Tiefkühler. Einen Vorteil hat es noch. Durch das High-pressure-Verfahren ist das Fleisch sehr leicht aus der Schale zu lösen – und das Scherenfleisch haben sie gleich ordentlich herausgelöst.
Den also fand ich in meinem Tiefkühlfach!
Also gab es
Nudelpfanne mit Hummer und Gemüsen
300 g Capellini (=extra dünne Spaghetti)
½ Zucchini
2 ganze Tomaten und einige Cocktailtomaten
1 Zehe Knoblauch
2 Frühlingszwiebeln
½ rote Chilischote ohne Kerne
Petersilienwurzel
glatte Petersilie
Hummerfond-Konzentrat
Noilly Prat
Weißwein
Salz, Pfeffer
Den ethisch einwandfreien Hummer auftauen, abspülen und abtupfen. In heißem Öl in einer tiefen Pfanne auf der Fleischseite 2 Minuten anbraten. Dann auf die andere Seite drehen, das Gemüse hinzu geben, alles andünsten und – bevor es bräunt – mit dem Noilly Prat und Weißwein ablöschen. Mit Salz, Pfeffer, Petersilie würzen und max. 10 Minuten bei kleiner Hitze köcheln, den Hummer immer mal mit dem Sud begießen. Währenddessen die Nudeln nach Packungsangabe zubereiten, abgießen, ohne abschrecken in die Pfanne geben und heiß auf vorgeheizten Tellern anrichten.
Hier nun folgt das Rezept meiner Dim-Sum (kleine Nudelteigtaschen mit WanTanTeig), die ich nach meinem Kauf der Bambus-Dampfgarer gleich ausprobieren wollte. Und gedünstetes Gemüse wollte ich testen. Ob es überhaupt oder anders, aromatischer als im Krankenhaus schmeckt. Freund Google hatte mir ein paar Tipps zur Anwendung der Dampfgarkörbchen und einige Rezepte gezeigt. Meine Zubereitung ist eine Mischung aus allerlei Anregungen und wieder einmal variabel.
10 rohe Garnelen ohne Schale (TK – entdarmt und aufgetaut), benötigt werden aber eigentlich nur 6 Garnelen
2-3 Stangen Zitronengras
1 Möhre
1 rote Paprika
3 Frühlingszwiebeln
½ Stange Lauch
1 kleiner Brokkoli
3-4 Zweige Thai-Basilikum
½ Zitrone
1 kleine milde Knoblauchzehe
2-3 Teelöffel schwarzer Sesam (nicht nötig, hat aber was)
Fischsoße
Sojasoße
Salz (wegen der Würzsoßen)
Sesamöl (hier Chili-Sesam-Öl, alternativ Chiliflocken)
Alle Gemüseverschnitte (manche sagen auch Abfälle) nichtwegwerfen, sondern in den Topf mit der Dämpfflüssigkeit!
Das erste Bambuskörbchen mit Gemüse
1 kleiner Brokkoli
1-2 Frühlingszwiebeln
¼ Stange Lauch
½ rote Paprika
2-3 Zweige Thai-Basilikum
Gemüsereste + Kräuter im Topf mit der Garflüssigkeit
Alle Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden. Die „Verschnitte„, also den Strunk vom Brokkoli, die Enden oder die äußeren Blätter der Zwiebeln, des Lauchs, in den Topf legen und mit Wasser bedecken. Die Körbchen mit Backpapier auslegen, dieses durchlöchern, damit der Dampf auch durchdringen kann…. s. hier! Die Gemüse in ein Körbchen legen, die Stiele mit Thaibasilikum auflegen.
Dämpfkorb mit Gemüse
Das zweite Körbchen mit Garnelen + Zitrone
Meine Zutaten waren ein wenig üppig bemessen, so waren noch aufgetaute Garnelen übrig. Die Zitrone in dünne Scheiben schneiden, in den 2. Bambuskorb (auf Backpapier!) legen, die übrig gebliebenen Gambas in unversehrtem Zustand auf den Zitronenscheiben drapieren, Sesam darüber streuen. Ich hatte auch noch Paprikastreifen dazwischen gelegt.
Garnelen auf Zitronenbett mit schwarzem Sesam bestreut
Die Dim Sum/ Teigtaschen
12 Wan-Tan-Blätter
½ Möhre
½ rote Paprika
1 Frühlingszwiebel
¼ Stange Lauch
1-2 Stangen Zitronengras
6 rohe Garnelen ohne Schale (TK – enttarnt und aufgetaut)
eine kleine milde Knoblauchzehe
1 Teelöffel schwarzer Sesam
Fischsoße
Sojasoße
wenig Salz (wegen der Würzsoßen)
wenig Sesamöl (hier Chili-Sesam-Öl, alternativ Chiliflocken)
Teigblätter und Garnelen auftauen (das braucht ca. 1 Stunde). 12 Blätter ablösen und auf wenig Mehl auslegen.
Alle Zutaten (geputzte Gemüse, das weiche Innere des Zitronengrases und die Garnelen) sehr, sehr klein würfeln. Mit den Soßen und etwas Salz und Öl würzen. Sesam darunter mischen.
Alles Zutaten sind sehr klein geschnitten
Die Dim Sum einzeln verarbeiten! Teigblatt an den Rändern mit einem Pinsel mit Wasser einstreichen, einen Teelöffel der Dim-Sum-Füllung in die Mitte geben, zum Dreieck umklappen, feste, feste an den Rändern andrücken. Auf die vorbereiteten Gemüsebettchen (s.o.) setzen. Nächstes Dim-Sum vorbereiten u.s.w.
WanTan-Blätter
DimSum auf dem Garnelenkörbchen
Dim Sum auf dem Gemüse
Die Würzsoße und Beilage
Sojasoße, Fischsoße, Chili-Sesam-Öl, schwarzer Sesam wird mit kleinem Schneebesen verrührt. Nach dem Garen 2-3 Esslöffel des Dampfsudes in die Mischung geben.
Alle verbliebenen weiteren Zutaten, vor allem die Mischung, die nicht mehr in die Wan-Tan-Taschen passte, bereit halten. Sie kommen später – in den letzten 3 Minuten – in die Pfanne.
Zubereitung der Dim Sum im Bambus-Dämpfer
Die Teigtaschen als letztes herstellen, auf das Gemüse- bzw. Zitronen-Garnelen-Bett setzen, beide Körbe aufeinander stapeln: Gemüsekorb unten, darüber der Garnelen-Zitronen-Korb, Deckel drauf.
Topf mit den Gemüseverschnitten, 1 weitere Zitronengrasstange, 1-2 Zweigen Thaibasilukum und Wasser max. zur Hälfte füllen, 2-3 Esslöffel Fisch- und Sojasoße in das Wasser geben.
Die Dampfkörbchen auf den Topf setzen, am besten so, dass die Ränder abschließen (s. auch meine Tipps zur Anwendung der Bambus-Dampfgarer) voll erhitzen. Wenn das Wasser kocht, auf mittlere Hitze zurück schalten und insgesamt
8 Minuten
dämpfen.
Nach
5 Minuten
die übriggebliebene Garnelenfüllung in der Pfanne brutzeln, mit Wein (Sake?) ablöschen.
Am Schluss in die Würzmischung ein wenig vom Sud geben.
Teigtaschen auf Garnelen
Teigtaschen auf Brokkoli und Paprika
Teigtaschen mit Gemüse im Dampfgar-Korb serviert
Anrichten
Die Dim Sum im Körbchen servieren. Es sieht nicht nur klasse aus, es ist es auch!
Die 8 Minuten reichen tatsächlich, ich dachte, mein Gemüse wäre roh – es war perfekt!
Ich befürchtete, es schmeckt nach nix – es war perfekt!
Gut, eine Soße muss sein, die beschriebene Würzsoße hat es wunderbar abgerundet. Also den ein oder anderen Esslöffel je nach Geschmack auf dem Teller verteilen. Die in der Pfanne gebratene Dim-Sum-Restemischung reichert den Teller bunt an. Bei Bedarf salzen mit wenig Fleur de Sel.
Ess-Stäbchen? Ich hab sie mal zur Deko aufgenommen, doch – ich lern es nie! Die Finger wollen nicht so mitmachen. Lasst es Euch gesagt sein, diese Dim Sum schmecken auch vorzüglich mit europäischem Esswerkzeug! Voilà!
Als ich in der vergangenen Woche die Matjes-Brötchen als Mittags-Snack entdeckte, gab es beim Fischmann natürlich auch „richtigen“ Fisch. Ich erstand, weil beides so nett angeboten wurde,
2 Wolfsbarschfilets mit Haut und
1 Loin vom schwarzen Heilbutt.
Zur Zubereitung wurde weiterhin benötigt
süße Sahne
1/2 Bund Kerbel (fein gehackt)
Zitronensaft, Salz, Fleur de Sel
Öl (hier das buttrig schmeckende Alba-Öl)
Zunächst wird der Wolfsbarsch bei guter Hitze bis zu 5 Minuten in der Pfanne mit Alba-Öl gebraten. Der Heilbutt-Loin wird halbiert und leistet dem Wolfsbarsch 2 Minuten in der Pfanne Gesellschaft. Sobald die Haut des Wolfsbarsches gebräunt ist, alle Fischteile `rumdrehen, mit Fleur de Sel salzen und für weitere 2-3 Minuten auf eine kleines Backblech legen und in den Backofen zu den Kartöffelchen stellen.
Währenddessen die Soße fertig stellen: In den Fisch-Brat-Sud die Sahne einrühren, salzen, mit Zitronensaft versehen, kurz einkochen lassen und knapp vor dem Servieren den Kerbel hinein geben. Die Soße vornehmlich auf dem schwarzen Heilbutt verteilen, so frisch und dezent wie er ist, kann er eine zarte Soße vertragen.
Muffin-Kartoffeln und Spitzkohl als wunderbarer Fischbegleiter
Die Muffin-Kartoffeln sind natürlich keine Muffins, sondern Kartoffeltürmchen aus der Muffinform. Im Internet kursieren Varianten mit viel Sahne und Käse, ich wollte es dagegen zum Fisch leichter (passt so aber auch perfekt zu einem Steak). Hier die Zutaten
junge Kartoffeln
1 Petersilienwurzel
je 1/2 Bund glatte Petersilie und Kerbel
Salz
Olivenöl
gehobelte Petersilienwurzel
Kartoffelscheiben und Kräuter
Kartoffelscheiben in der Muffinform
Kartoffeln und Petersilenwurzel schälen und roh mit dem Gurkenhobel in dünne Scheiben hobeln. Kräuter fein hacken und darüber geben, ein paar Esslöffel Olivenöl darauf verteilen, salzen. Am besten mit der Hand (mit Einmalhandschuh) ordentlich vermengen, damit alle Scheibchen von den Kräutern und dem Öl überzogen sind. Mischung in die Muffinförmchen verteilen. In den Backofen bei 180° Umluft für insgesamt 40-45 Minuten geben.
1 Spitzkohl
1 frische Knoblauchzehe
Schalotte oder Frühlingszwiebel
Grob gemahlener schwarzer Pfeffer
süße Sahne
Den Spitzkohl mit dem großen Messer in feine Streifen schneiden, Knoblauch und Frühlingszwiebel im Öl anschwitzen, Spitzkohl in denTopf geben, salzen, Deckel drauf, etwas Sahne hinzu, gut pfeffern, max. 10 Minuten dünsten….. Fertig….
Das heißt, mit der Zubereitung des Fisches beginnen wir nach ca. 35 Minuten…. Anrichten….
Es gibt sie wieder … als ich heute auf dem Weg zu meinem Lieblings-Fischtheken-Anbieter war, bot man mir schon draußen vor dem Laden garnierte Brötchen mit frischestem Matjes an. Ja, davon nahm ich welche mit als Mittagssnack für alle Personen, die zu Hause anwesend waren. Angeregt von dieser leckeren Zwischenmahlzeit nahm ich mir vor, in den nächsten Tagen (bevor die Zeit schon wieder vorbei ist) mal wieder eine Matjesvariation auf den Tisch zu bringen. Inspiration hole ich mir aus meinen Fotos, die ich im vergangen Jahr an einem Matjesgenießertag machte, die aber noch nicht auf meinem Blog gelandet sind. Das hole ich hiermit nach:
Der Frühling führte mich wieder zu mediterraner Küche. Die Fischtheke des Vertrauens hatte frische Vongole, also kleine Herzmuscheln im Angebot. Von meinem Spargelintermezzo war noch Spargel (roh und gegart) und natürlich noch Bärlauchpesto übrig, und so wurde mein mediterranes Nudelgericht aufgepeppt zu
Spaghetti Vongole – mit Spargel und Bärlauch verfeinert
1 Netz Vongole – Muscheln in klarem kalten Wasser spülen, beschädigte aussortieren
Stangen geschälten weißen Spargel – roh mit dem Sparschäler in dünne Streifen schneiden
3 kleine Datteltomaten – in Würfel geschnitten (das Häuten hab ich mir gespart)
Doch, eigentlich ist es im Rheinland in vielen Familien üblich, am Freitag einen Fisch auf den Tisch zu bringen, in Köln war es früher am Donnerstag zudem etwas ohne Fisch und Fleisch, z.B. Spinat mit Ei oder Pfannkuchen, Milchreis oder andere, heute würde man sagen vegetarische, ja schon fast vegane Gerichte. Deshalb gibt es ja auch heutzutage noch in vielen Kneipen donnerstags Reibekuchen. Gut, und freitags also Fisch. So auch in unserer Küche heute.
Von den letzten Einkäufen an der Lieblingsfischtheke waren noch ein paar kleinere Einkäufe übrig und wurden – seinerzeit – hurtig eingefroren.
Es gab je ein kleines Wolfsbarschfilet und ein gutes Stück vom Eismeersaibling, beides in Alba-Öl auf der Haut gebraten. Wiederum mit Geduld sehr knusprig. Dazu Bratkartoffel-Würfel und – als Experiment – eine neue Sauce. hier folgt die Zitronen-Mascarpone-Soße
Hier eine kleine Anregung für die nächste Meeres-Mahlzeit:
Am Freitag konnte man seit längerem die Sonne genießen, auch noch am Nachmittag, und so gab es eine kleine neckische Vorspeise draußen: Bayrische Garnelen mit blauem Salz (also, die Garnelen stammen aus einer bayrischen Zucht, das blaue Salz laut Beschriftung aus Persien).
Bayrische Garnelen mit persischem Blausalz
Sie wurden mir vom freundlichen, kompetenten Mann an der Fischtheke des Vertrauens ob ihrer Frische so sehr angepriesen, dass ich sie nicht – wie ursprünglich beabsichtigt – für schlechte Zeiten tief-kühlte, sondern am Spätnachmittag als kleine Vorspeise für zwei herrichtete. Der Mann hatte recht – köstlich.
Ich weiß, ich weiß, für den Profi und den ambitionierten Laien sind selbst gemachte Nudeln eine Selbstverständlichkeit. Für mich, die ich ja weder das eine noch das andere darstelle, gilt das nicht, hab vor Jahren meine letzten eigenen Nudeln hergestellt. M.o.w. erfolgreich. Meine chromblitzende Maschine wohnt seit einigen Jahren sicher und unbehelligt im Küchenschrank, denn:
Ich erinnerte mich an Pasta-Sessions, mit viel zu weichen Nüdelchen, hungrig nach stundenlanger Herstellung dennoch verschlungen, und an Ravioli, aus denen die Füllung herausquoll oder die sich im Nudelwasser öffneten, kaum dass sie in selbiges eintauchten.
Ich muss die Nudeln ja nicht selbst herstellen. Keineswegs! Ich hab meine Nudelmarke – je nach Gericht meine Lieblingspasta oder Eiernudeln. Ja, Eiernudeln, z.B. zum Sauerbraten oder sonstigen saucelastigen Schmorgerichten sollen es schon solche sein. Nudeln spielen von jeher eine wichtige Rolle im Leben. Nudeln, beliebt oder als Dickmacher verpönt, manchmal verulkt, besonders der Spaghetti essende Deutsche: Unvergessen ist Hildegard bei Loriot, die den heiratsantrag-machenden Dussel auf eine Spaghetti im seinem Gesicht aufmerksam machen will: „Nein, sagen Sie jetzt nichts, Hildegard!“ Na, ich schweife ab…..
Eiernudeln
Damals, (weiß das noch einer?) beim Eierskandal in Deutschland (es war die x-te Sau, die durch´s Dorf getrieben wurde), damals wurden mir plötzlich meine Eiernudeln madig gemacht, Birkel wäre fast pleite gegangen, sie waren einem Schmutzlieferanten aufgesessen, sogar ich wollte sie nicht mehr, nee, lieber nicht. Habe dem Boykott gefrönt. So wie Deo´s mit Treibgas, Weine mit Glykol, Zahnpasta mit zahnschmelzzerstörenden Substanzen, neulich erst die spanischen Gurken, die am Ende gar nicht schuld waren, so blieben damals meine Lieblingseiernudeln als „Schadstoff der Woche“ im Regal…. Dä!
Also folgte der Umstieg auf Nudeln mit Hartweizengrieß, meine „neue“ Lieblingspasta, fein mit Wasser und Hartweizen hergestellt, da kann inhaltstechnisch nix schief gehen. Doch im Laufe der Zeit kehrte auch meine faible für Eiernudeln zurück, sie kommen mitunter ins Haus wie damals (s.o.).
Inzwischen gibt es auch prima frische Pasta aus dem Kühlregal. Doch, oje!
Bei Ravioli treibt mich das alte Misstrauen durch die Küche: Wer weiß, was in den Ravioli drin ist? Käse oder vegetarisch, gut, das nehm ich, aber ich traue keinen fertigen Teigtaschen mit Fisch oder schon gar nicht Fleisch, ich trau da keinem, ich kauf das nicht. Dann sehe ich wiederum so feine Rezepte mit Ravioli, mit Buttersößchen oder auch anderen, hach, und die Wehmut kommt um die Ecke. Und meine Blogger hier? Zeigen mir, wie vielseitig Ravioli sind, und dass die Pastaherstellung sooo schwer nicht ist.
Zu Eiernudeln bekennt sich frank und frei Lea Linster, ich erinnerte mich, auch schon ihre Pastaherstellungstipps im Fernsehen gesehen zu haben, also wurde nach ein wenig Recherchen in dem ein oder anderen Kochbuch und auf ihrer Brigitte-Rezept-Seite die Nudelherstellung gewagt. Am langen Osterwochenende wurde endlich mein Pasta-Herstell-Stolz aus dem dunklen Schrank befreit. Ein kleiner Mix aus den Lea- Tipps hat wirklich und wahrhaftig zu einem tollen Nudelteig geführt, der sich wunderbar zu Ravioli verarbeiten lässt, aber genauso als Tagliatelle taugt.
Der Nudelteig
Das Grundrezept nach Lea ist einfach erklärt:
Auf 100 g Mehl kommt 1 Ei, das „normale“ Mehl wird mit Pastamehl oder Weizengrieß im Verhältnis 2:1 vermengt. Ein wenig Olivenöl sorgt für Geschmeidigkeit. Hier im Detail:
200 g Mehl
100 g Weizengrieß von De Cecco
3 Eier
2 Esslöffel Olivenöl
Salz
In der Küchenmaschine mit Knethaken zu einem Teigklumpen kneten lassen, mir geriet die Mischung etwas zu trocken (die Eier hatten quasi xs-Größe), also fügte ich ein 4. kleines Ei hinzu, musste dann wiederum mit ein wenig Mehl nachhelfen. Sobald die Masse in der Bearbeitung eine feste Einheit eingegangen ist, den Teig nochmals zusammenkneten, zur Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und in den kühlen Schrank legen.
6 Stunden ruhen muss nicht sein, (Leas Literatur sagt, 1 Stunde Ruhen genügt), doch in meinen Zeitplan passte die 6 Stunden besser. Und so entstand ein formidabler, fester, elastischer Teig, der sich sehr dünn, in meiner Nudelmaschine auf Stufe 4/5 problemlos ausrollen ließ – der Untergrund meiner Küchenarbeitsplatte ließ sich erahnen. Dünner wäre sicher möglich gewesen, doch: Wozu?
Um dieses Ergebnis zu erreichen, was muss ich tun?
Von der Teigkugel eine Scheibe abschneiden, ordentlich mit Mehl bestäuben und ab in das Maschinchen. In Stufe 1 beginnen, immer 2x durch jede Stufe durchdrehen, die schmaler werdenden Enden hab ich auch mal doppelt gelegt und noch 2x durchgewalzt.
Der Nudelteig-Kloß
Nach dem Kochen (ca. 4 Minuten) ist der Teig bissfest, besser geht es nicht.
Die Füllung
Na ja, hier bin ich für Verbesserungsvorschläge dankbar, ich nahm die Anregung aus einem Kochbuch mit italienischer Küche.
150 g ganz, ganz frischen Lachsloin ( also ohne Gräten)
150 g Ricotta
Saft einer halben Limette und ein paar Spritzer Zitrone
Salz
Pfeffer
1 Eigelb
einen Hauch Piment d´Espelette
Ich denke, ein anderes Verhältnis Fisch, Frischkäse wäre doch noch feiner bzw. aromatischer, werde also beim nächsten Mal deutlich mehr Fisch als Frischkäse nehmen, vielleicht auch auf Mascarpone umsteigen. Mal sehen. Wie gesagt, weitere Tipps sind herzlich willkommen- vielleicht noch geriebener Parmesan?
Weiter geht´s:
Alle Zutaten wurden im kleinen Hack-Küchenmaschinchen püriert. Portionsweise etwas Teig auswalzen, bis je 2 dünne Lagen entstehen.
Mit genügend Abstand nebeneinander je einen Teelöffel der Füllung auf eine der Lagen drapieren.
Dann den 2. ausgerollten Nudelstreifen darüber legen, mit trockenen Händen die Lagen zwischen den Füllungen festdrücken (feste), möglichst ohne Luft in der Füllungstasche. Mit einem Pizza-, oder Pastaschneider in Form schneiden oder ausstechen, wenn man so ein Teil hat.
Nebeneinander auf Pergament- oder Backpapier legen, so kann man sie auch in den Kühlschrank, am besten in das Null-Grad-Fach, legen. In reichlich sprudelndes gesalzenes Wasser legen, nach ca. 3 Minuten sind die Ravioli perfekt und werden mit dem Schaumlöffel heraus gehoben: Sie sind gar, bissfest und – vor allem – nicht auseinander gefallen.
Unsere Lachsravioli wurden am Tag der Herstellung in einer Weißwein-Sahne-Zitronensauce mit Lachswürfeln serviert – der Lachs war aufgrund der „sparsamen“ Verarbeitung für die Füllung übrig.
Einige „schöne“ vorbereiteten Ravioli-Exemplare gab es dann am Ostersonntag als Vorspeise mit einer Beurre Blanc-Variante (mit Noily Prat) und etwas russischem Kaviar, der seit Weihnachten ungeöffnet im Kühlenschrank schlummerte. Er gab der Vorspeise in der Tat einen ordentlichen Pfiff (denn über die laue Füllung hatte ich mich ja schon beklagt…).
Lachsravioli mit Beurre blanc und russischem Kaviar
Die Reste – Tagliatelle
Der Verschnitt des Nudelteiges wird gesammelt, verknetet, wieder in Lagen gewälzt und dann mit dem Aufsatz in Bandnudeln oder Tagliatelle verwandelt. Diese ordentlich mit Mehl bestäuben, einfrieren oder – dafür habe ich mich entschieden – den verbleibenden, bestens gekühlten Teig am übernächsten Tag (hier also am Ostermontag) zu Tagliatelle verarbeiten – der Bericht findet sich hier.
In der heißen Pfanne wurden sie im Olivenöl feste gebraten, bis sie gleichmäßig die Farbe wechselten, dann
½ Bunde glatte Petersilie
gehackt darüber gestreut.
Als weitere kleine Beilage ist ein frischer Baby-Blattsalat , gerne mit Mangowürfelchen und leichtem Dressing aus etwas weißem Balsamico, Olivenöl, Salz, Pfeffer perfekt.
Meine Nachbarin erzählte mir, dass es am Wochenende im Zuge ihrer „Gesundheitsabnehmwochen“ Zucchinispaghetti geben sollte, in der Extremversion, mit Hühnerbrust, ohne Sauce…. na ja…. wenn´s hilft.
Doch, da erinnerte ich mich an ein Küchenutensil, dass sicher seit 3 Jahren sein ungenutztes Dasein in den tiefen Tiefen eines Küchenunterschranks fristete. Also blickte dieses Teil heute mal wieder ins Tageslicht.
Es gab ebenfalls wie bei den Nachbarn Zucchinispaghetti! Obwohl: Da ich die Hard-Core-Low-Carb-Aktion vermutlich nicht durchhalte, wurden sie in meiner Gesundheitswochenversion mit einer leckeren Sauce, ein paar verträumten Meeresfrüchten und – ich gestehe – mit einer angemessenen Portion Spaghettini ergänzt. hier geht´s zum Rezept
Dieses Fischgericht ist eher spontan entstanden: Es war eine Mango, die immer reifer wurde, im Haus. Und vor zwei Wochen erstand ich besten Steinbeißerloin. Seitdem wartete er tiefgefroren auf seine Bestimmung. Außerdem sind derzeit wieder Gesundheitswochen eingekehrt, nach Karneval ja nicht unüblich – ich nenn es nur anders, denn Fasten, Verzicht oder gar Diät klingt mir doch zu streng (und dann hab ich – ebenfalls spontan – schon keine Lust mehr…). Nun denn, alles sprach dafür: Es gab Fisch.
Es wurde eine sehr schmackhafte Steinbeißer-Garnelen-Pfanne (ebenfalls in bester TK-Qualität vorrätig) daraus und aus den sonst vorhandenen Dreingaben. Fein und im Feierabend flott zubereitet, sehr schmackhaft und – wo wir ja dabei sind – gesund. hier geht es zum Rezept
Viele mögen denken, ein Raclette zu Silvester ist eher langweilig, an diesem Abend zigtausendfach bereitet und angeboten. Die Sorge ist groß, dass mit einem Raclette kein Gast Mitternacht und somit den Jahreswechsel erlebt, weil alle schon vorher eingeschlafen sind vor kulinarischer gähnender Langeweile.
Nun, eine kleine Schar von tapferen Rheinländern setzte sich (wie so viele andere an diesem Tag) über diese Bedenken hinweg und wagte sich eben doch an die kulinarische Herausforderung der besonderen Art. Wir machten uns daran, eine festliche, silvestertaugliche Variante des Raclettes zusammen zu stellen, und nach einigen Recherchen kam ein tolles Angebot zusammen. Wir waren neun Racletties, und jeder fand reichlich Möglichkeiten, seinen individuellen Geschmacksteller zu basteln. Alles fein und adrett auf Platten angerichtet, gerne auch die jeweiligen Zutaten für ein Tellergericht gemeinsam auf einer Platte dargeboten.
Na ja, was nicht so gut weg ging, waren dann die Kartoffeln und das Gemüse….. Auch meine Fotos waren nicht wirklich ordentlich, der Blitz sprang nicht an. Aber weil doch alle begeistert von der festlichen Auswahl waren, gibt es hier dennoch eine kleine Zusammenfassung von den Mini-Gerichten vom Raclette mit Grill.
Gemeinsame Vorbereitungen
Kleiner Tipp zur Dimensionierung: Wir hatten so viel zusammen getragen, dass jeder (alle Neune) von allem eine Portion hätte nehmen können. Ihr ahnt es schon – es war deutlich zuviel: hier geht es weiter
„Für de Woch´….“, also „Für die Woche“, was so viel heißt wie: „Naa ja, in der Woche geht´s und man kann es einem mal so nebenbei ohne viel Mühe vorsetzen, aber am Wochenende oder an Feiertagen ist es nicht fein genug. Ph.“ Man hat diesen Spruch in unserer Familie schon nach einem 5 Gänge-Menü mit edelsten Zutaten gehört, und alle haben sich ob dieses „feinsinnigen“ Witzes schräg gelacht.
Auch heute kann ich dieses „Für de Woch…“ nur ironisch von mir geben, denn – wow – das war überraschend einfach und wie erhofft genial lecker.
Das Rezept gibt es heute in knackiger Kurzform und ist – wie immer – wandelbar. Ich habe mich leiten lassen von dem, was überwiegend im Haus war oder von dem, was es auch mal günstig zu kaufen gab.
So gab es an der genialen Fischtheke meines Vertrauens Kabeljau-Loin, das ist das mittlere (lange) Stück vom filettierten Fisch, garantiert entgrätet und ohne Seitenlappen. Diese machen es ja bisweilen unmöglich, den Fisch gleichmäßig zu garen. Ich nehme an, die Zubereitung funktioniert ebenso mit einem anderen festen weißen Fisch. Also, das Abendessen wurde rund um diese Hauptkomponente gestaltet.
Kabeljau-Loin mit Salbei
1 Kabeljau-Loin mit Haut (ca. 400 g)
1 Zitrone (Bio oder geschrubbt), in Scheiben
Salbeiblätter
Olivenöl
Zitronensalz (oder eben Meersalz)
etwas gemahlenen Pfeffer
Kabeljau-Lion auf der Haut in die geölte Backofenschale legen, mit den übrigen Zutaten belegen, beträufeln und bestreuen – kühl stellen. Backofen auf 180° Umluft vorheizen. Nach 15-20 Minuten Kartoffelgaren in der Pfanne den Fisch in den Backofen stellen. Ca. 10-15 Minuten terminieren. hier geht es zu den Beilagen und zum Finale
Es wird kühler, es wird etwas regnerisch, und wir merken, dass wir uns endlich in einem „Monat mit R“ befinden:
Na ja, angeblich ist diese Regel, derzufolge man Muscheln nur zwischen September und April genießen darf, veraltet, und es ist nicht mehr nötig, sich daran zu halten. Wegen der guten Kühlung besteht die Gefahr des schnellen Verderbens im Sommer nicht mehr. Das weitere Argument für einen „Monat mit R“ besagt, dass in den heißen Monaten in den nördlichen Gewässern eine Algenblüte von giftigen Algen entstehen kann, die die Muscheln beim „Wasserfiltern“ aufnehmen. Die Gefahr, sich beim Verzehr der Schalentiere zu vergiften, ist angeblich wegen der strengen Lebensmittelkontrollen inzwischen gebannt.
Mag alles sein, dennoch: Ich komme im Sommer nicht auf Idee, rheinische Muscheln genießen zu wollen – Kühlkette hin, Kontrolle her. Bei uns gibt es frische Miesmuscheln aus den nördlichen Gewässern auch erst ab September zu kaufen, eigentlich erst genau jetzt, denn im Oktober beginnt die richtige, einzig wahre Muschel-Saison.
Also gab es gestern erstmals in der neuen Saison Muscheln rheinischer Art, und weil ich ein wenig Wein, Knoblauch und Sahne in den Sud gebe und statt Schwarzbrot ein paar Scheiben Baguette dazu reichte, nenne ich meine Kreation Rheinisch-französiche Muscheln. Hier das Rezept weiterlesen