Resteessen #7 – Cannelloni mit Fisch

Heute dann die Reste, na ja, es war fast die Hälfte des Kabeljaus, der gestern übrig blieb. Er war auch immer noch einwandfrei und frisch, denn er war ja nur sanft mit Limoncello, wenig Salz und Butter in Berührung gekommen (s. Kabeljau mit Limoncello).

Es gab Cannelloni mit dem Fisch, in der Füllung war Spinat, bisschen Tomate, Möhrchen, Petersilienwurzel.

Die Cannelloni wurden aus Lasagneblättern gerollt (ein wenig in kochendem Wasser gegart, damit sie weich werden) und in die gebutterte Auflaufform gegeben. Begossen wurden die Cannelloni mit einer Sahne-Gemüsefond-Mischung, in der ebenfalls ein paar kleine Würfelstückchen und Petersilienwurzel mitköchelten, bis die Sahnemischnung ein wenig sämig wurde.

Natürlich alles mit Salz und Zitronenpfeffer gewürzt. On top etwas geriebener Gratinkäse, einpaar Butterflöckchen.

Und diesmal war Kerbel im Haus, deshalb konnte ich dem Ganzen einwenig mehr Farbe verleihen.

Voilà !

Der Kablejau mit Limoncello

An der Fischtheke geht es mir beim Fischkauf so wie anderen im Möbelhaus beim Kauf einer neuen Couch: Es sieht immer alles so klein aus, dann wird es wieder zu viel für ein einziges Abendessen, oder eben die Couch wird viel zu groß für das heimische Wohnzimmer.

Da muss ich schon diszipliniert sein und nach Gramm einkaufen. Na ja, wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, denn wegen meines üppig ausfallenden Einkaufs gab es gleich zwei hervorragende Gerichte mit Kabeljau.

Kabeljau in Limoncello pochiert

Im Sommer hab ich im TV zwei Fernsehköche gesehen, die schippern mit ’nem Boot durch’s Ruhrgebiet, gehen frische Zutaten einkaufen und kochen dann an Bord. Find ich immer ganz nett. In einer Sendung wurde ein Fisch mit Limoncello zubereitet. Wahnsinn! Na ja, der selbstgemachte Limoncello ist ja derzeit im Hause (hier zu finden). Es ist auch schnell erzählt, ich hab es mir noch während der Sendung notiert:

Ein schönes Fischfilet (oder eben zwei, wenn man mit dem Augenmaß daneben liegt) in einen fest verschließbaren Beutel mit Limoncello geben, den Beutel in sanft köchelndes Wasser geben (3-5 Minuten), Fisch darf noch glasig sein.

Der selbstgemachte Limoncello und der Fisch im Beutel vereint

Den Kabeljaus aus dem Beutel nehmen, auf Teller (vorgewärmt) legen, mit angebräunter Butter beträufeln (dadurch soll der Fisch noch etwas nachgaren), ein wenig des Limoncello drüber, mit Fleur de Sel salzen – voilà!

Den Zitronenlikör sieht man nicht, doch er zieht herrlich frisch in den Fisch

Dazu ein wenig Gemüse (hier Kohlrabi) und gestern ein paar Fächerkartöffelchen. Petersilie war aus, sonst hätte ich ein wenig Farbe ins Spiel gebracht.

Und sogleich folgt die zweite Portion, denn es war wirklich etwas viel Fisch auf dem Teller…. Die Cannelloni mit Fisch findet man hier.

Zitrus, Zitrus, Limoncello

Im Winter ist für Zitrusfrüchte Hochkonjunktur, sie werden jetzt frisch und in allen Farben Varianten angeboten. Da kam mir wieder mein Limoncello vom vergangenen Jahr in den Sinn.

Na ja, heute ist Aschermittwoch, das bedeutet für viele den Beginn von Fastenzeit mit Alkoholverzicht. Da passt ein leckerer Limoncello eigentlich nur bedingt. Doch im Rezept sieht man, dass die Basis des eigenständig angesetzten Limoncello mehrere Wochen ziehen muss, Fastenzeit dauert 6 Wochen, na bitte, passt! Ostern kann er dann den Frühling begrüßen.

Zutatenbeschaffung

Das Rezept habe ich im vergangenen Jahr aus dem Urlaub in Südtirol mitgebracht. Die „Herbergsmutter“ unserer Ferienwohnung hatte uns schon bei einem früheren Besuch einen selbst gemachten Limoncello angeboten, wunderbar aromatisch, mit Wumms. Dieses Mal fragte ich sie nochmal nach dem Rezept.

Der hochprozentige Alkohol

Basis ist ein hochprozentiger Alkohol, den man in Italien relativ günstig kaufen kann – im Supermarkt. Hier gibt es den nur in der Apotheke mit horrend hoher Alkoholsteur zu kaufen, das lohnt sich nicht. Doch in Italien schon.

Kleine Anekdote am Rande: Ich zog also los in einen nahen Supermarkt, suchte den Hochprozentigen, oh, bei den Haushaltswaren war einer, 90%, das sollte reichen. Zum Glück fragte ich die Herbergsmutter, ob der richtig sei…. es kam mir ein bisschen seltsam vor, vielleicht vergällt? Sie meinte nur: „Na ja, er ist ja rosa…. das passt ja nicht so gut mit der Farbe zum gelben Limoncello, gell?“ Wohl wahr, dieser Alkohol wird jetzt zum Brilleputzen verwendet. Also: Augen auf beim Einkauf.

Unsere Gastgeberin nannte mir auch gleich den richtigen Supermarkt und das Regal, wo ich ihn finden würde. Schwupps, so wurden schnellstens zwei Liter 95%iger klarer Alkohol erstanden.

Hochprozentiger Alkohol aus Italien

Die Zitronen

In Italien in der Nähe von Meran werden natürlich Zitronen verwendet, die rund ums Haus wachsen, na ja, ich hab sie halt hier gekauft. Bio versteht sich, denn es werden ausschließlich die Schalen verwendet.

Das Südtiroler Rezept für Limoncello

Die Zutaten und die ersten Schritte

  • 12 Zitronen
  • 1 Liter ca. 95%igen Alkohol (zum Verzehr geeignet)
  • 1,4 Liter Wasser
  • 800-900 Gramm Zucker
  1. Die unbehandelten Zitronen heiß abwaschen und dünn mit dem Sparschäler schälen (ohne den weißen Teil der Schale).
  2. Die Schalen in einem großen verschließbaren Gefäß mit dem Alkohol bedecken. (Ich hatte als Gefäß einen leeren Kanister, in dem zuvor destilliertes Wasser für das Bügeleisen war, ist innen schön neutral).
  3. Drei Wochen dunkel und kühl, hier im Keller, ziehen lassen.
  4. Den Saft habe ich in Portionen eingefroren, kann man immer gebrauchen, besonders aber für ein Zitronensorbet.
Das Wichtigste für 3 Wochen vereint….

Die nächsten Schritte und das Finish

Nach drei Wochen Geduld und ab und zu mal schütteln, kommt das Finish:

  1. 1,4 Liter Wasser und 850 Gramm (+-) weißen Zucker in einem Topf aufkochen lassen, köcheln, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
  2. Den Sirup abkühlen lassen.
  3. Die Zitronenschalen durch ein feines Sieb abseihen, bei Bedarf auch durch einen Kaffeefilter laufen lassen.
  4. Sirup und Zitronenalkohol vermengen, in Flaschen abfüllen, am besten im Kühlschrank aufbewahren und auch gekühlt servieren. Ergibt immerhin ca. 2,4 Liter Likör.

Sehr zu empfehlen: Limoncello passt als Aperitif, mit Sekt aufgegossen oder mit Eiswürfeln oder zum Nachtisch oder auf Eis oder zum Kuchen oder man kann mit ihm Fisch pochieren…. demnächst hier….oder, oder, oder…. kleine Portionen darf man auch als Geschenk abgeben, muss man aber nicht.

Voilà! Mein Dankesgruß geht nach Südtirol!

Und diesem Jahr, wenn alles gut geht mit dem V-Wort, fahr ich wieder nach Italien, da werd ich wieder die Supermärkte durchstöbern auf der Suche nach dem richtigen Regal.

Für immer After work #4 – Der Lockdown vor dem Lockdown

Kurz vor dem 1. Lockdown im Frühling 2020 hatte ich ja erstmal meinen persönlichen Lockdown in Form meines ersten Monats im Ruhestand (s. #1 – #3). In den ersten Wochen dieses persönlichen After-Work-Lockdowns habe ich das gemacht, was alle im späteren offiziellen Lockdown taten:

Ich stürmte die Gartencenter, Bau- und Möbelmärkte, räumte zu Hause auf, es wurde ausgemistet und im Baustoffhof entsorgt. Als der große Lockdown und somit der große Ansturm aller auf die genannten Lokalitäten losging, war ich damit schon mal durch. Was ich brauchte, wurde geliefert, von Getränke- über Obst- und Gemüsekisten bis zu Möbeln und Küchen-Großgeräten (mein großer Kühlschrank hatte zwischenzeitlich seinen persönlichen End-Lockdown beschlossen).

Und natürlich wurden Lebensmittel mein Lebensmittelpunkt: das Beschaffen und ins Haus tragen, die „Vorratshaltung“ (von manchen tierisch „lustig“ als Hamstern bezeichnet), das Zubereiten, das Genießen, die weitere Planung des nächsten und des übernächsten Tages. Teils mit hochgezogener Kapuze, immer mit einer der teils selbst genähten Masken unterwegs. Immer in Deckung…. Und zu Hause Gott sei Dank zu zweit, weil die andere Haushaltshälfte seit Anbeginn aller Isolationen im Homeoffice arbeiten konnte.

Das Kapitel Lockdown – sowohl der persönliche als auch der offizielle – ist für mich nun abgeschlossen. Er ist zwar noch nicht vorbei, die 2. oder 3. Welle noch nicht rum, für mich aber schon. Innerlich zumindest. Keine Sorge, ich halte mich weiterhin an alles, was man uns aufträgt, warte brav auf meine Impfung… dennoch:

Heute haben wir gefühlt das erste Mal im neuen Jahr Sonne. Im Rheinland haben wir gleichzeitig das erste Mal seit langem richtige Minusgrade. In dieser Woche ist Karneval (wenn och e bische stiller…) Egal: Es ist hell, der Frühling kommt. Da hab ich keine Lust mehr auf Lockdown, auf welchen auch immer.

Insoweit wird es in der Folge einige Ausschnitte aus meiner Lockdownküche geben, peu a`peu…..

Voilà! Oder ganz einfach: dä!

Selbst zusammen gebaut, das Teil aus dem schwedischen Möbelhaus! Auch im LD gelernt …..