Zitrus, Zitrus, Limoncello

Im Winter ist für Zitrusfrüchte Hochkonjunktur, sie werden jetzt frisch und in allen Farben Varianten angeboten. Da kam mir wieder mein Limoncello vom vergangenen Jahr in den Sinn.

Na ja, heute ist Aschermittwoch, das bedeutet für viele den Beginn von Fastenzeit mit Alkoholverzicht. Da passt ein leckerer Limoncello eigentlich nur bedingt. Doch im Rezept sieht man, dass die Basis des eigenständig angesetzten Limoncello mehrere Wochen ziehen muss, Fastenzeit dauert 6 Wochen, na bitte, passt! Ostern kann er dann den Frühling begrüßen.

Zutatenbeschaffung

Das Rezept habe ich im vergangenen Jahr aus dem Urlaub in Südtirol mitgebracht. Die „Herbergsmutter“ unserer Ferienwohnung hatte uns schon bei einem früheren Besuch einen selbst gemachten Limoncello angeboten, wunderbar aromatisch, mit Wumms. Dieses Mal fragte ich sie nochmal nach dem Rezept.

Der hochprozentige Alkohol

Basis ist ein hochprozentiger Alkohol, den man in Italien relativ günstig kaufen kann – im Supermarkt. Hier gibt es den nur in der Apotheke mit horrend hoher Alkoholsteur zu kaufen, das lohnt sich nicht. Doch in Italien schon.

Kleine Anekdote am Rande: Ich zog also los in einen nahen Supermarkt, suchte den Hochprozentigen, oh, bei den Haushaltswaren war einer, 90%, das sollte reichen. Zum Glück fragte ich die Herbergsmutter, ob der richtig sei…. es kam mir ein bisschen seltsam vor, vielleicht vergällt? Sie meinte nur: „Na ja, er ist ja rosa…. das passt ja nicht so gut mit der Farbe zum gelben Limoncello, gell?“ Wohl wahr, dieser Alkohol wird jetzt zum Brilleputzen verwendet. Also: Augen auf beim Einkauf.

Unsere Gastgeberin nannte mir auch gleich den richtigen Supermarkt und das Regal, wo ich ihn finden würde. Schwupps, so wurden schnellstens zwei Liter 95%iger klarer Alkohol erstanden.

Hochprozentiger Alkohol aus Italien

Die Zitronen

In Italien in der Nähe von Meran werden natürlich Zitronen verwendet, die rund ums Haus wachsen, na ja, ich hab sie halt hier gekauft. Bio versteht sich, denn es werden ausschließlich die Schalen verwendet.

Das Südtiroler Rezept für Limoncello

Die Zutaten und die ersten Schritte

  • 12 Zitronen
  • 1 Liter ca. 95%igen Alkohol (zum Verzehr geeignet)
  • 1,4 Liter Wasser
  • 800-900 Gramm Zucker
  1. Die unbehandelten Zitronen heiß abwaschen und dünn mit dem Sparschäler schälen (ohne den weißen Teil der Schale).
  2. Die Schalen in einem großen verschließbaren Gefäß mit dem Alkohol bedecken. (Ich hatte als Gefäß einen leeren Kanister, in dem zuvor destilliertes Wasser für das Bügeleisen war, ist innen schön neutral).
  3. Drei Wochen dunkel und kühl, hier im Keller, ziehen lassen.
  4. Den Saft habe ich in Portionen eingefroren, kann man immer gebrauchen, besonders aber für ein Zitronensorbet.
Das Wichtigste für 3 Wochen vereint….

Die nächsten Schritte und das Finish

Nach drei Wochen Geduld und ab und zu mal schütteln, kommt das Finish:

  1. 1,4 Liter Wasser und 850 Gramm (+-) weißen Zucker in einem Topf aufkochen lassen, köcheln, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
  2. Den Sirup abkühlen lassen.
  3. Die Zitronenschalen durch ein feines Sieb abseihen, bei Bedarf auch durch einen Kaffeefilter laufen lassen.
  4. Sirup und Zitronenalkohol vermengen, in Flaschen abfüllen, am besten im Kühlschrank aufbewahren und auch gekühlt servieren. Ergibt immerhin ca. 2,4 Liter Likör.

Sehr zu empfehlen: Limoncello passt als Aperitif, mit Sekt aufgegossen oder mit Eiswürfeln oder zum Nachtisch oder auf Eis oder zum Kuchen oder man kann mit ihm Fisch pochieren…. demnächst hier….oder, oder, oder…. kleine Portionen darf man auch als Geschenk abgeben, muss man aber nicht.

Voilà! Mein Dankesgruß geht nach Südtirol!

Und diesem Jahr, wenn alles gut geht mit dem V-Wort, fahr ich wieder nach Italien, da werd ich wieder die Supermärkte durchstöbern auf der Suche nach dem richtigen Regal.

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